TuS Nortorf - TSV Aukrug  2:7 (2:2) 

- 15.08.2009 -

Spielbericht

 

TuS Liga erlebt „Waterloo“ in der heimischen TuS Arena

 

Die Schlacht bei Waterloo vom 18. Juni 1815 war die letzte Schlacht Napoleon Bonapartes. Sie fand ca. 15 km südlich der belgischen Hauptstadt Brüssel in der Nähe des Dorfes Waterloo statt. Die Niederlage der von Napoleon geführten Franzosen gegen die britisch-niederländisch-deutschen Truppen unter General Wellington und die mit ihnen verbündeten Preußen unter Feldmarschall Blücher beendete Napoleons Herrschaft der Hundert Tage und führte mit dessen endgültiger Abdankung am 22. Juni 1815 zum Ende des Ersten Französischen Kaiserreichs.

 

Nach dieser zweiten völligen militärischen Niederlage innerhalb kurzer Zeit wurden Frankreich im Zweiten Pariser Frieden verschärfte Friedensbedingungen auferlegt und Napoleon selbst als Kriegsgefangener der Briten auf die Atlantikinsel St. Helena gebracht, wo er als Verbannter am 5. Mai 1821 starb. Die Verwendung des Begriffs „Waterloo“ als Synonym für eine totale Niederlage, wie etwa „Das ist mein Waterloo“ oder „Er steht vor seinem persönlichen Waterloo“ hat ihren Ursprung in dieser Schlacht.

 

So wie der 18. Juni 1815 in den Geschichtsbüchern der Franzosen eingebrannt wurde, so wird wohl auch kein Spieler, Offizieller, Fan oder neutraler Zuschauer den 15. August 2009 vergessen können.

 

Mehr als 500 Zuschauer erlebten eine Niederlage der TuS Liga, wie es in den letzten 10 Jahren keine Zweite gab. Eine Mannschaft, die mit der Ambition in die Saison gestartet ist, zumindest zum erweiterten Kreis der Favoriten auf den Meistertitel zu zählen, hat sich auf eigenem Platz von einem Aufsteiger vorführen lassen und bis auf die Knochen blamiert.

 

Bereits um 18:15 Uhr deutete sich ein Debakel in der TuS Arena an. Allerdings in keiner Weise für die heimische Elf, sondern für den Gast aus Aukrug. Die TuS Liga führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2 zu 0 und vergab gerade die Großchance zum 3 zu 0 durch J. Klages. Unter den Zuschauern wurde schon vereinzelt diskutiert wie viele „Dinger“ sich der TSV Aukrug heute einschenken lassen muss.

 

Doch dann nahm das Elend aus der Sicht des TuS Nortorf seinen Lauf. Der erste Fehler im Spiel sorgte für den Anschlusstreffer für die Gäste. E. Bruhn verlor den Ball im Mittelfeld und C. Scheinpflug traf zum zwischenzeitlichen 2:1.

 

Doch was für eine Bedeutung dieses Tor in der 18. Spielminute für den Spielverlauf haben sollte konnte auch zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Ein einziges Tor raubte der TuS Liga sämtliches Selbstvertrauen und alle positiven Energien, die aus der hervorragenden Vorbereitung mitgenommen wurden.

 

Allerdings erklärt selbst dieser „Totalverlust“ aller positiven Eigenschaften, die die Spieler der TuS Liga besitzen, nicht die darauf folgenden 75 Spielminuten, auf die an dieser Stelle nicht im Detail eingegangen wird. Als um 19:48 Uhr der Abpfiff ertönte und die zahlreich angereiste Anhängerschaft der Gäste sich kaum wieder beruhigen konnte, hatte der TSV Aukrug einen auch in der Höhe verdienten 7:2 Auswärtssieg gelandet. Allein der alles überragende C. Scheinpflug war mit 5(!) Treffern an diesem Abend erfolgreich.

 

An dieser Stelle kann sich die TuS Liga nur für eine desolate Vorstellung, die nicht zu erklären ist, bei allen Außenstehenden entschuldigen. Dieses Ereignis wurde über Wochen und Monate geplant. Viele fleißige Hände haben lange auf den „großen“ Tag hin gearbeitet und mussten dann mit ansehen, wie die ganze Arbeit auf dem Platz von Spielern zerstört wurde, die es an diesem Tag nicht verdient hatten, in den Farben des TuS Nortorf aufzulaufen.

 

Es steht aber auch außer Frage, dass jeder einzelne Spieler, der in den kommenden Wochen auf dem Platz stehen wird, alles gibt, um diese schmerzliche Niederlage wieder langsam in den Hintergrund zu drängen. Also packen wir es an.

 

lr

 

 

Infobox

Aufstellung: H.Boller - L.Redmann - Gudjons, S.Klages -  Rathgen (60. Reuter), Ladmia, Bruhn, Klucke, Doormann (60. Künstler) - Viergutz, J.Klages
Tore: 1:0 L.Redmann (4., Handelfmeter, Rechtsschuss, Vorarbeit Bruhn), 2:0 Gaulke (6., Eigentor, Doormann), 2:1 Scheinpflug (16.), 2:2 Müller (43.), 2:3 Scheinpflug (58.), 2:4 Scheinpflug (66.), 2:5 Scheinpflug (69.), 2:6 Scheinpflug (85.), 2:7 Kuchenbecker (89.) 
Gelbe Karten: Ladmia, Gudjons, Viergutz
Rote Karten: -
Im Kader: Brüchmann (TW), Jera, Waubke
Zuschauer: ca. 500 (393 zahlende)
Schiedsrichter: Back (SV Friedrichsort), Assistenten: Chilcott, Jansen
Bes. Vorkommnisse: -