TuS Nortorf - VfR Neumünster 2:3 (0:0)
- 30.04.2009 -
Spielbericht
Tolle Nortorfer Leistung wird leider nicht belohnt!
VfR Neumünster gewinnt Kreispokalfinale mit 3:2
Es lief die 71. Spielminute, als der Unparteiische Aslan Gastrock sich offenbar entschied, rechtzeitig zum UEFA-Cup-Halbfinale wieder zu Hause sein zu wollen. Anders ist der vorentscheidende Elfmeter-pfiff gegen den TuS und für einen zugegebenermaßen cleveren Marinko Ruzic vom VFR nicht zu erklären. Sicher – das „Beweisfoto“ des Courier-Redakteurs Arne Schmuck zeigte, dass der Knöchel von Ruzic nicht unberührt blieb, aber in einer solchen Partie ist und bleibt dieser Strafstoss eine Farce. Ruzic verwandelte sicher zum zwischenzeitlichen 2:1.
Aber der Reihe nach. Strahlender Sonnenschein, 222 zahlende und damit rund 350 Zuschauer säumten um 18:30 Uhr das weite Rund der TuS-Arena und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Von Beginn an nahm der TuS die Zweikämpfe an, präsentierte sich aggressiv und wusste gegen die „Veilchen“ durchaus auch spielerische Akzente zu setzen. So hatte Florian Viergutz nach 15 Minuten die einzige (!) nennenswerte Torchance der ersten Halbzeit auf beiden Seiten – er verzog gegen Özdemir im VFR-Gehäuse nur knapp. Der VfR indes kombinierte zwar gefällig im Niemandsland des Sportplatzes, wurde aber eigentlich nur bei Standards gefährlich. Ansonsten war die TuS-Defensive um die bärenstarken Manndecker Lars Gudjons und Steffen Ruwolt – bestens organisiert von Lars Redmann und Henning Göttsche – jederzeit präsent. Keeper Jan Wettern brauchte auf der Linie nicht einmal aktiv zu werden und zeigte sich sicher in der Strafraumbeherrschung. Folgerichtig ging es mit einem torlosen Remis in die Kabine.
Nach dem Wiederanpfiff nahm das Finale dann richtig Fahrt auf. Und nicht zuletzt Dank der Einwechslung von Ruzic wurde auch der VFR aktiver. Der erste „Geistesblitz“ gelang dem dienstältesten Gäste-Spieler in der 57. Minute. Er nutzte einen der wenigen Gedankenfehler im TuS-Abwehrverbund, schickte Milbradt auf die Reise und dessen finaler Pass wurde von Sudbrak eiskalt zur Gäste-Führung verwertet. Aber der TuS schlug umgehend zurück. Künstler düpierte auf der rechten Außenbahn seinen Gegenspieler, passte in die Spitze und Ladmia vollendete mit einer herrlichen Direktabnahme in das lange Eck. Der TuS war wieder im Spiel und die Arena bester Stimmung. Doch dann kam eben diese 71. Minute…!
Und selbst als erneut Ruzic in der 86. Minute aus kurzer Distanz zum vermeintlich entscheidenden 3:1 einschob, gab sich „Blau-Weiß-Rot“ nicht geschlagen. Leider reichte es nur noch zum Anschlusstreffer. Erneut war es Ladmia, der einen Schütt-Kopfball über die Linie drückte.
In der Nachspielzeit hatten dann noch zwei unverbesserliche und alkoholisierte „VFR-Fans“ ihren peinlichen Auftritt. Als sie ihre auf der Gegenrade an den Tennisplätzen angebrachte Fahne – warum auch immer - in Gefahr sahen, stürmten sie quer über den Platz. Bewundernswert wiederum, dass sie zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch Laufen konnten…!!!
Nach 95 Minuten blies der Schiedsrichter dann zum letzten Mal ins Horn, und die Nortorfer Liga-Mannschaft konnte trotz jubelnder Gäste erhobenen Hauptes die Arena verlassen. Der designierte Vizemeister der Schleswig-Holstein-Liga wurde vom Verbandsligadritten an den Rand der Verlängerung gekämpft – Kompliment TuS Nortorf-Liga!
PS: Auch die „Knigge-würdige“ Repräsentation des VFR-Präsidenten Herbert Sander mit seiner Frau und Schatzmeisterin in Nortorf wäre an dieser Stelle eine Extra-Story wert gewesen, aber dafür fehlen Platz und Zeit. Aber eines ist sicher – ohne Familie Sander wäre Neumünsters Fußball wohl nicht mehr lila-weiß, sondern nur noch grün-weiß!
tg
Infobox Aufstellung: Wettern - L.Redmann, Göttsche, Gudjons - J.Klages, Dennis Schröder (80. Ehlbeck), Ruwolt - Ladmia, Schütt - Viergutz, Künstler Tore: 0:1 Sudbrak (57.), 1:1 Ladmia (58.), 1:2 Ruzic (71., FE), 1:3 Ruzic (86.), 2:3 Ladmia (90./+3) Gelbe Karten: - Rote Karten: - Im Kader: - Zuschauer: ca. 350 (222 zahlende) Schiedsrichter: Gastrock (Gut Heil), Assistenten: N.N. Bes. Vorkommnisse: -