Saison 2008/09 - Pressebericht zum vierundzwanzigsten Spieltag der Verbandsliga Süd-West

2:0 - TSV Wankendorf auf dem Vormarsch

6. April 2009 | Von Carsten Kaikowski

Die vier Neumünsteraner Fußball-Verbandsligisten setzten am Wochenende ein Ausrufezeichen und blieben endlich wieder einmal allesamt ungeschlagen. Den größten Sprung in der Tabelle machte dabei der TSV Wankendorf, der sich um drei Plätze auf Rang 5 vorschob und das Verfolgerfeld hinter Spitzenreiter Polizei-SV Union Neumünster damit weiter verengt. Das Osterwochenende jedenfalls dürfte spannend werden. Während der PSV (5:3 beim SV Schackendorf) und Wankendorf (2:0 beim SV Westerrade) gestern Nachmittag ihre Auswärtsbegegnungen im Segeberger Raum für sich entschieden, fuhr der TuS Nortorf bereits am Sonnabend einen 3:2-Heimsieg gegen den Quasi-Absteiger MTSV Hohenwestedt ein, während der TSV Gadeland bei der Kaltenkirchener TS immerhin zu einem 1:1 kam und seinen Abwärtstrend stoppte.
 

Nortorf - Hohenwestedt 3:2

Auch wenn der TuS Nortorf letztlich seiner Favoritenrolle gerecht wurde, so war es doch ein schwerer Gang, ehe der "Dreier" am Heinkenborsteler Weg eingefahren war. Denn wie schon gegen Schlusslicht Fortuna Glückstadt in der Vorwoche stand am Ende "nur" ein 3:2 auf dem Spielberichtsbogen. "Wir haben in beiden Partien mit Sicherheit keinen Schönheitspreis gewonnen, aber zumindest unsere Hausaufgaben gemacht", konstatierte TuS-Ligaobmann Mirko Nitschmann, auch wenn er ein wenig Glück eingestehen musste: "Wir hätten uns gerade gegen Ende nicht über den Ausgleich beschweren können." Ein Freistoß von Christian Gieseler an die Unterkante der Nortorfer Latte und der Nachschuss von Frank Bollow über das Tor (72.) sowie ein von Jan Wettern gehaltener Emerson-Freistoß (84.) verhinderten eine unterm Strich wohl gerechtere Punkteteilung. Denn Nortorf war, außer bei seinen jeweiligen Führungstreffern, nur noch einmal wirklich gefährlich, als Jörn Klages in der siebten Minute den Pfosten traf. Ansonsten konnte sich der Tabellenzweite nur selten befreien und entfachte in der Offensive, mit Ausnahme des energischen Jan-Jürgen Künstler, zu wenig Torgefahr. "Es fehlte der finale Pass", räumte Nitschmann ein. Ein ob des Tabellenstandes erwarteter spielerischer Unterschied oder gar - wie von TuS-Trainer Dierk Schröder gefordert - eine sich auch in Tore ummünzende Überlegenheit der Blau-Weiß-Roten konnten die 170 Zuschauer jedenfalls nicht erkennen.

TuS Nortorf: Wettern - Göttsche - Gudjons (66. S. Klages), J. Klages - Ehlbeck (46. Klucke) - L. Redmann, Schütt, Ruwolt, Ladmia - Viergutz, Künstler.

MTSV Hohenwestedt: Thode - Kasch - Struve, Dennis Gloy - Jera, Carstens, Schulz, C. Gieseler, Bollow - Santos (60. Heesch), Emerson.

SR: Schlossarek (Wesseln).

Zuschauer: 170.

Tore: 1:0 J. Klages (13.), 1:1 Emerson (40.), 2:1 Künstler (45.), 2:2 Bollow (46.), 3:2 Künstler (65.).


 

SV Schackendorf - PSV 3:5

PSV-Coach Norbert Heitmann hatte nach der Schmach gegen Wahlstedt eine Woche zuvor Wiedergutmachung gefordert - und er bekam sie. "Meine Mannschaft hat die erhoffte Reaktion gezeigt und sehr konzentriert gespielt", war er zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf, schob jedoch direkt hinterher: "Das nützt nur nichts, wenn wir in der nächsten Woche wieder einschlafen." Doch zunächst durften sich die "Ordnungshüter" über den Auswärtssieg in Schackendorf freuen, auch wenn er nicht so hoch wie im Hinspiel (7:0) ausfiel. Der verwandelte Strafstoß von Abdul Yilmaz nach einem Foul an Christoph Maliszewski ebnete dazu den Weg (5.). Auch in der Folge und trotz des 1:1-Ausgleichs nach einem Freistoß (18.) blieben die Grün-Weißen spielbestimmend und legten zur Halbzeit eine beruhigende 3:1-Führung vor, die Alija Hasanovic nach dem Seitenwechsel mit seinem zweiten Kopfballtreffer noch ausbaute (4:1/55.). Die Gelb-Rote Karte gegen Thomas Puphal und der daraus resultierende Strafstoß zum 2:4 (60.) fielen nicht so sehr ins Gewicht, weil sich Schackendorf bereits in der zehnten Minute nach einer Schiedsrichterbeleidigung durch Alexander Tröster selbst dezimiert hatte. Zwar wurden die Gastgeber im letzten Drittel noch giftiger, während der PSV spielerisch ein wenig nachließ, doch am Auswärtssieg der "Polizisten" gab es bis zum Schluss nichts mehr zu rütteln.

SV Schackendorf: Kuhnke - Henze - Stolten, Lamprecht - Friedrich, A. Tröster (54. Meuser), Uhlenbrock (80. Otto), Ajlani, Bossert - Fröhlich, Medler.

Polizei-SV Union Neumünster: Behmerburg - P. Schenzer, Jahnsen (61. Krauel), Arpe, Puphal - Aktas (78. Schmidt), Zielinski, Yilmaz, Maliszewski - Fürst (65. Jurkic), Hasanovic.

SR: Böck (Rethwisch).

Zuschauer: 130.

Tore: 0:1 Yilmaz (5./Foulelfmeter), 1:1 Henze (18.), 1:2 Yilmaz (23.), 1:3, 1:4 Hasanovic (30., 55.), 2:4 Ajlani (60./Foulelfmeter), 2:5 Jurkic (66.), 3:5 Bossert (90./+2).

Gelb-Rote Karte: Puphal (PSV/60., wiederholtes Foulspiel).

Rote Karte: A. Tröster (Schackendorf/10., Schiedsrichterbeleidigung).



Westerrade - Wankend. 0:2


Keine Frage: Der TSV Wankendorf ist der große Gewinner im Verfolgerfeld der Verbandsliga Süd-West. Denn durch den Sprung auf Platz 5 und die noch ausstehenden Nachholspiele sind die "Bauern der Bezirksoberliga", wie sich die Blau-Gelben vor der Strukturreform mit viel Humor selbst nannten, derzeit in realistischer Reichweite zum zweiten Tabellenplatz des Kreisrivalen TuS Nortorf und haben alles selbst in der Hand. "Der Sieg hat uns ein Stück vorangebracht", resümierte Brian Barg - nach der interimsweisen Übernahme auch des Traineramtes ist der Fußballobmann so etwas wie der Felix Magath aus Wankendorf. Der Erfolg beim Mitkonkurrenten jedenfalls war verdient und hatte in Oldie Marc Stielow auch einen ganz klaren Matchwinner. Zur 50. Minute eingewechselt, bediente er gleich in seiner ersten Aktion mustergültig Sturmpartner Finn Ebsen, der mit einem strammen Schuss eiskalt zur Gästeführung abschloss (52.). Und schließlich machte Stielow selbst in der Schlussphase mit einem zielgenauen Kopfball gegen den starken Westerrader Torhüter Bernd Heinrich nach Flanke von Alexander Usbek alles klar (79.). "Der alte Mann war eine absolute Bereicherung für uns", lobte Barg seinen langjährigen Weggefährten mit einem Augenzwinkern. Ansonsten gab es in einer insgesamt zerfahrenen Partie nur noch zwei weitere Torraumszenen. Finn Ebsen scheiterte für Wankendorf knapp (61.), auf der Gegenseite hielt sein Bruder Kim einen Freistoß von Christian Clausen grandios (63.). Auch wenn der Sieg letztlich verdient ausfiel, hatte Wankendorf lange Zeit keine probaten Mittel gegen den Westerrader Abwehrriegel gefunden. Besonders SVW-Torhüter Heinrich fischte immer wieder lange Bälle der Blau-Gelben weg - Barg: "Er war fast ein zweiter Libero." - und zwang diese somit, die Kugel am Boden zu lassen. Auch dass Heiko Frenzel in der 53. Minute wegen Ballwegschlagens die Ampelkarte zu sehen bekam, vermochten die Gäste nicht auszunutzen. "Wenigstens haben wir danach wieder anständigen Fußball gespielt", meinte Barg, für dessen Team sich dann ja die Geduld auch auszahlte. Der TSV Wankendorf ist am kommenden Osterwochenende gleich zwei Mal im Einsatz, was sich als richtungsweisend ergeben dürfte.

SV Westerrade: Heinrich - Hasselwander - Evers, Frenzel - Möller (75. Hansen), S. Lübke (46. Vincenti), Shaie, Clausen, M. Lübke (46. Pauls) - David, Buchholz.

TSV Wankendorf: K. Ebsen - Weick, Sperle, Andresen, Heinrich - Usbek, Ehmke, Theen, Voß - F. Ebsen (80. Balzer), Duggen (50. Stielow).

SR: Janson (Hessenstein).

Zuschauer: 70.

Tore: 0:1 F. Ebsen (52.), 0:2 Stielow (79.).

Gelb-Rote Karte: Frenzel (Westerrade/53., Unsportlichkeit).



Kaltenkirch. - Gadeland 1:1

Die Gadelander stoppten nach vier Pleiten in Folge ihre Negativserie und kamen beim ambitionierten Tabellendritten aus Kaltenkirchen, immerhin dem heimstärksten Team der Liga, zu einem verdienten Remis. Trotzdem sprach Gäste coach Andreas Greier nach der Partie von "zwei verlorenen Punkten" (O-Ton). Die "Kleeblätter" hätten nämlich durchaus die Chance gehabt, der KT die erste Niederlage im Jahr 2009 beizufügen. Die Gäste boten mit Christian Lemke nur eine etatmäßige Spitze auf und stellten im Mittelfeld die Räume zu, womit Kaltenkirchen überhaupt nicht zurechtkam und teilweise mit unnötiger Härte reagierte. Die Gelb-Rote Karte gegen Spielmacher Jury Geibel nach einem wiederholten Foulspiel an Tobias Fanasch (42.) war Ausdruck der Hilflosigkeit der Gastgeber. Grün-Weiß ließ vor der Pause selbst keine Chance zu, vergab jedoch vorne deren drei durch Lemke (5./10.) und Vasfi Akcicek (25.). Nach einem Lattenfreistoß von Kaltenkirchens Lars Ebeling (55.) vernaschte Arnold Rychlowski wenig später nach einem langen Abschlag von Dennis Spantig seinen Gegenspieler und traf zur verdienten Gästeführung (58.). Ein verunglückter Schuss von Jan-Henrik Kaetow brachte schließlich den Ausgleich (72.). Da Kaltenkirchen jetzt mehr wollte, boten sich Gadeland noch zwei Kontermöglichkeiten, welche die eingewechselten Peter Dzierzawa (83.) und Patryk Babiak (85.) jedoch liegen ließen.

Kaltenkirchener TS: Krause - Ebeling - Medos, Dams - Kaetow, Schumacher (78. Barth), Münzel (74. Obholz), Güvenir (61. Peters), Geibel - Fischer, A. Schulz.

TSV Gadeland: Spantig - D. Braasch - Jacob, Tomaschewski - Frauenstein, Tambalque (80. Babiak), P. Braasch (74. Dzierzawa), Akcicek, Fanasch, Rychlowski - Lemke (68. Jablonski).

SR: Dierks (Horst).

Zuschauer: 70.

Tore: 0:1 Rychlowski (58.), 1:1 Kaetow (72.).

Gelb-Rote Karte: Geibel (Kaltenkirchen/42., wiederholtes Foulspiel).

Quelle: Holsteinischer Courier (06.04.2009)