Saison 2008/09 - Pressebericht zum dreiundzwanzigsten Spieltag der Verbandsliga Süd-West
Beim PSV tun sich erste Baustellen auf
Zwei Siege, zwei Niederlagen - so fällt die durchwachsene Bilanz nach dem 23. Fußball-Verbandsliga-Spieltag aus Neumünsteraner Sicht aus.
Freuen konnten sich der TuS Nortorf (beim 3:2 gegen den abgschlagenen Letzten ETSV Fortuna Glückstadt jedenfalls über die drei Punkte) und der TSV Wankendorf (6:2 gegen den TSV Lägerdorf). Lange Gesichter gab es hingegen beim Tabellenführer Polizei-SV Union (1:2 gegen den SV Wahlstedt) und beim TSV Gadeland (1:2 gegen den SV Todesfelde).TuS Nortorf - Glückstadt 3:2
"Von einem Arbeitssieg zu sprechen, wäre nicht angebracht. Denn wir waren 90 Minuten die spielerisch überlegene Mannschaft", bilanzierte Nortorfs Trainer Dierk Schröder nach dem knappen Sieg gegen den Tabellenletzten. Beide Gegentreffer (29., 32.) fielen nach individuellen Fehlern in der TuS-Defensive, sodass die Partie nach früher Nortorfer Führung durch Thorben Schütt (9.) auf der Kippe stand. "Wir haben zum richtigen Zeitpunkt jedoch den Ausgleich erzielt und wieder ins Spiel zurückgefunden", betonte Schröder die Bedeutung von Yacine Ladmias Ausgleichstreffer mit dem Pausenpfiff. Durch die blau-weiß-rote Überlegenheit war es letztlich nur eine Frage der Zeit, bis die Gastgeber erneut in Führung gehen würden. Jörn Klages erlöste die TuS-Fans in der eigenen Arena und erzielte bereits eine halbe Stunde vor Schluss den entscheidenden Treffer zum 3:2-Endstand. So spannend hätte es aber gar nicht bleiben müssen, erspielte sich die Heimelf doch einige aussichtsreiche Chancen. "Unsere Führung war nie wirklich gefährdet", meinte Schröder später. Der Gipfel der Chancenvergabe offenbarte sich sechs Minuten vor dem Ende, als Nortorfs Jan-Jürgen Künstler per Strafstoß nach einem Foul von Matty Harders an Florian Viergutz die große Möglichkeit zur Entscheidung vergab. Zufrieden zeigte sich Schröder am Ende nicht mit der Darbietung seiner Elf: "Als Trainer wünscht man sich gegen den Tabellenletzten natürlich einen souveräneren Auftritt. Schade, dass es nach außen jetzt nach einem schmeichelhaften Sieg aussieht." Zufriedener wird der Coach aber sicherlich beim Blick auf die Tabelle sein, denn mit diesem Heimerfolg und dem Ausrutscher des TSV Lägerdorf beim TSV Wankendorf (2:6) kletterte die Elf vom Heinkenborsteler Weg auf Tabellenplatz 2 empor.Nortorf: Wettern - Göttsche, Ruwolt, S. Klages (65. Gudjons), Ehlbeck (46. Klucke) - J. Klages, L. Redmann, Künstler, Ladmia - Schütt, Viergutz.
Glückstadt: Mein - Horn, Harders, Dittmann, Celik, Kruse, Dose (46. Wähling), Kölln, Özcan, Dewitz.
SR: Kohlmann (Kiel).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Schütt (9.), 1:1 Dewitz (29.), 1:2 Özcan (32.), 2:2 Ladmia (45.), 3:2 J. Klages (60.).
Bes. Vork.: Mein (Glückstadt) hält Foulelfmeter von Künstler (84.).
Gadeland - Todesfelde 2:1
Einige Umstellungen hatte Gadeland-Coach Andreas Greier vor dem Spiel angekündigt. Vor allem die Offensivreihe ging verändert in die Partie, spielten mit Warren Tambalque und Arnold Rychlowski doch zwei junge und talentierte Winter-Neuzugänge von Beginn an. "Das war eine 100-prozentige Steigerung in Sachen Einstellung und Moral, wenn man diese Leistung mit der vergangenen Partie in Schackendorf (0:4, Anm. d. Red.) vergleicht", stellte Greier fest. Die erste Viertelstunde verschliefen die Gastgeber jedoch. Die Todesfelder waren klar spielbestimmend, sodass die Führung durch Mark Retelsdorf nur die logische Konsequenz war (12.). Der SVT-Stürmer zog von der Strafraumkante ab, und das Leder schlug unten im Gadeland-Kasten ein. "Den kann man, muss man aber nicht halten", nahm Greier seinen Schlussmann Alexander Evers in Schutz. Mit dem kurz darauf einsetzenden Regen fanden die Gadelander besser in die Partie und lieferten den Todesfeldern einen packenden Kampf um jeden Zentimeter. Noch vor dem Seitenwechsel glich Tambalque für die Grün-Weißen aus (35.). Im zweiten Durchgang brannte dann endgültig die Luft an der Dannenkoppel. Doch das gute Gespann um den Unparteiischen Joachim Schlossarek (Wesseln) behielt stets kühlen Kopf. Mit einer Bogenlampe brachte erneut Retelsdorf die Gäste in Führung (50.). Ganz bitter wurde es im direkten Anschluss für den doppelten Torschützen, denn ohne gegnerische Einwirkung verdrehte sich der SVT-Stürmer das Knie. Lobenswert war in diesem Zusammenhang das Engagement der Gadelander Spieler und Offiziellen, die sofort mit Decken und Trage zur Stelle waren, zu erwähnen. Letztlich endete das Spiel für Retelsdorf im Krankenwagen, sodass ein längerer Ausfall zu befürchten ist. In der Folgezeit setzte Greier noch einmal alles auf eine Karte und brachte mit Patryk Babiak sowie Christian Lemke (78.) zwei weitere Stürmer. Eine wirkliche Druckphase konnten die Gastgeber allerdings nicht entwickeln. Aber der Zufall hätte beinahe noch sein Nötiges getan, fiel doch Tambalque der Ball in der ersten Minute der Nachspielzeit unmittelbar am Pfosten vor die Füße. Unterbringen konnte der Winter-Neuzugang ihn allerdings nicht.TSV Gadeland: Evers - D. Braasch - Jacob, Tomaschewski - Frauenstein, Fanasch, Akcicek (61. Röder), Jablonski (78. Babiak), Bethke - Tambalque, Rychlowski (78. Lemke).
SV Todesfelde: Martins - Wrage, Reining, Timmermann, Habich, Krol, Lembke, Schottler, Ilinsch (73. Gecaj), Retelsdorf (52. Sarlak), Collins (90./+3 Gelbrecht).
SR: Schlossarek (Wesseln).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Retelsdorf (12.), 1:1 Tambalque (35.), 1:2 Retelsdorf (50.).
PSV - SV Wahlstedt 1:2
Viel bitterer hätte es für den PSV nicht kommen können. Denn neben den drei Punkten verlor der Spitzenreiter im prestigeträchtigen Duell auch seinen Kapitän André Eggers mit einem Mittelfußbruch, sodass das Projekt Aufstieg jetzt ohne den vielleicht wichtigsten Mann zu Ende gebracht werden muss. "Man kann auch mal ein Spiel verlieren, aber die Frage ist immer: wie. Heute war die richtige Einstellung nur bei Patrick Fürst vorhanden. Insgesamt war es eine glatte Sechs von uns", kommentierte PSV-Trainer Norbert Heitmann die Nullleistung seiner Elf. Die Grün-Weißen machten die Wahlstedter selbst stark, denn von Beginn an zeigten die Gastgeber eine phlegmatische Leistung. Vor allem der Abstand zwischen Viererkette und Sturmreihe war viel zu groß. Die langen Bälle auf Fürst fanden somit nur selten den richtigen Adressaten. "Fußball ist auch Kopfsache, und ich habe den Jungs noch vor dem Spiel gesagt, dass 50 Prozent Leistung nicht reichen werden", berichtete Heitmann. Verstanden hatte dies aber kaum ein Grün-Weißer, und so gingen die Gäste noch im ersten Durchgang durch Bastian Kellerer in Führung (35.). Wer dachte, dass nach der Pausenansprache die große Wende käme und die "Polizisten" druckvoll aufspielen würden, wurde schnell eines Besseren belehrt. "Auch nach dem Seitenwechsel war von der richtigen Körpersprache bei uns nichts zu sehen", brachte es Heitmann auf den Punkt. Selbst nach der Gelb-Roten Karte für PSV-Spieler Gökhan Aktas (50.) ging kein Ruck durch die Mannschaft, sodass der abstiegsgefährdete Gast durch Paul Polak sogar noch auf 2:0 erhöhen konnte (57.). Mehr als den Anschlusstreffer durch Fürst (59.) brachten die Gastgeber letztlich nicht mehr zu Stande. Heitmann wählte am Ende deutliche Worte in Richtung seiner Mannschaft: "Man muss sich hinterfragen, ob es am Ende reicht. So jedenfalls nicht." Heitmann weiter: "Jeder muss sich nach dem Spiel im Spiegel angucken können und fragen, ob er bis ans Limit gegangen ist."
Eine ganz andere Baustelle stellt beim PSV derzeit Oliver Jurkic dar. Nachdem der Neuzugang vom VfR Neumünster die mannschaftsinternen Regeln zum zweiten Mal nicht eingehalten hatte, wurde Jurkic suspendiert und in die Reserve (Kreisliga) versetzt. Ob dieser Zustand von Dauer sein wird, muss erst noch geklärt werden, wie Heitmann erzählte: "Wir werden Anfang der Woche ein abschließendes Gespräch mit offenem Ausgang führen."Polizei-SV Union Neumünster: Behmerburg - Jahnsen (46. Puphal), Krauel, Arpe, P. Schenzer (74. Hasanovic) - Tinney - Maliszewski, Yilmaz, Aktas - Fürst, Eggers.
SV Wahlstedt: Gromoll - Braun, Thomsen, Tröster, R. Mroz, Zimmer,
Schlehe, Polzin (79. Mahlke), M. Mroz, Kellerer (89. Marques), Polak (74. Baaske).
SR: Thomas (Ahrensbök).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Kellerer (35.), 0:2 Polak (57.), 1:2 Fürst (59.).
Gelb-Rote Karte: Aktas (Polizei-SV Union/50., Foulspiel).
Wankendorf - Lägerdorf 6:2
"Es ist alles aufgegangen, was wir uns vorher ausgemalt hatten", stellte Wankendorfs Interimstrainer Brian Barg nach dem sensationell hohen Erfolg gegen den Tabellenzweiten fest. Dabei schien es vor dem Spiel gar nicht zu Gunsten der Gelb-Blauen zu laufen, traten doch Christoph Hübners Knieprobleme beim Aufwärmen wieder auf, sodass Barg kurzfristig umstellen musste. "Wir haben die Ausfälle von Henning Theen, Hübner und Knuth Ehmcke insgesamt gut kompensieren können", lobte Barg die mannschaftliche Geschlossenheit seiner Elf. Durch Hübners Ausfall rutschte Helge Duggen in die Starformation und belohnte sich sowie das Vertrauen Bargs mit zwei Treffern (78., 90.). "Ohne Hübners Ausfall hätte Duggen nicht gespielt", verriet der Interimstrainer später. Aber auch Barg gebührte Lob, denn der Berufsfeuerwehrmann nannte schon in der Vorschau die Achillesferse der Lägerdorfer und traf den Nagel damit auf den Kopf: "Es hat sich als richtig he rausgestellt, dass deren Defensive die Schwachstelle ist." Im ersten Durchgang war es vor allem ein Duell Wankendorf gegen Marc Tiedemann. Neben dem Ausgleich zum 1:1 (23.) hatte Tiedemann noch drei weitere gute Einschussmöglichkeiten, die er aber ungenutzt ließ (17., 34., 37.). Entscheidend war wohl der Treffer zum 3:1 durch Wankendorfs Peter Voß vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff. Die Jahnplatz-Kicker hätten sogar noch deutlicher siegen können, vergaben die Gelb-Blauen doch noch einige gute Möglichkeiten. Einer besonderen Erwähnung bedurfte noch das "Tor des Monats" (O-Ton Barg) von Olaf Weick in der 39. Minute zum 2:1. Duggen spielte den Ball nach einer Ecke auf Weick, der sich aus 25 Metern ein Herz nahm und den Ball in den Gästekasten drosch. Nicht ganz so brillant, dafür umso kurioser war das 6:2 von Duggen (90.), als ein Befreiungsschlag von Wankendorfs Christian Nordheim an Freund und Feind vorbeisegelte, nur Duggen nachsetzte und den Ball im Netz unterbrachte. Notiz am Rande: Nicht ins Gewicht fiel die Verletzung von Wankendorfs Keeper Kim Ebsen, der in der Halbzeitpause wegen einer Zerrung gegen Florian Hamann ausgetauscht werden musste.TSV Wankendorf: K. Ebsen (46. Hamann) - Sperle, Andresen, Nordheim, Weick - Heinrich, Gerndt, Voß (67. Usbek), Bär - F. Ebsen, Duggen.
TSV Lägerdorf: Kuhne - Gressmann, Hatje, Stiewe (58. Wüst), Johannsen, Skottke (70. Robeck), Tiedemann, Giese, Fötsch, Klitzke (54. Drescher), Struven.
SR: Plambeck (Kirchbarkau).
Zuschauer: 75.
Tore: 1:0 Bär (19.), 1:1 Tiedemann (23.), 2:1 Weick (39.), 3:1 Voß (41.), 4:1 Usbel (74.), 5:1 Duggen (78.), 5:2 Giese (80.), 6:2 Duggen (90.).Quelle: Holsteinischer Courier (30.03.2009)