Saison 2008/09 - Pressebericht zum zweiundzwanzigsten Spieltag der Verbandsliga Süd-West
9:1 - PSV nimmt Bornhöved auseinander
Vier Spiele und drei Siege - so lautet die positive Bilanz des Verbandsligaquartetts aus dem hiesigen Kreisfußballverband. Aber die eine Niederlage hatte es in sich. Der TSV Gadeland kassierte beim SV Schackendorf eine 0:4-Klatsche und findet sich nun mitten im Abstiegskampf wieder. Das Sorgenkind des vergangenen Spieltages, der TuS Nortorf, meldete sich mit einem 1:0-Auswärtserfolg beim SV Todesfelde eindrucksvoll zurück. Zwei Pflichtsiege, die aber nicht zwingend minder eindrucksvoll waren, feierten der Polizei-SV Union Neumünster (9:1 bei der SG Bornhöved/Trappenkamp) und der TSV Wankendorf (2:0 beim SV Henstedt-Rhen II).
Todesfelde - Nortorf 0:1
"Es kann nicht mehr schlechter werden", meinte TuS-Coach Dierk Schröder nach der Nullleistung seiner Elf gegen den SV Schackendorf am Spieltag zuvor (0:2). Diese Phrase sollte sich als Wahrheit erweisen, denn gegen den einstigen Aufstiegsfavoriten und wieder erstarkten SV Todesfelde zeigten die Blau-Weiß-Roten eine deutliche Leistungssteigerung. "Die Spieler haben eine Reaktion gezeigt, sodass ich zufrieden sein kann", resümierte Schröder später. Anstatt sich nur auf die Defensive zu beschränken, spielten die Gäste von Beginn an mit und kamen folglich zu eigenen Möglichkeiten. Vor allem bei den eigenen Angriffsbemühungen ließen die Nortorfer Ball und Gegner gut laufen. Thorben Schütt, der anstelle von Jan-Jürgen Künstler neben Florian Viergutz im Sturm begann, brachte die Nortorfer noch vor dem Wechsel auf die Siegerstraße (32.), wobei sogar eine höhere Pausenführung möglich gewesen wäre, da zwei Mal Viergutz und einmal Ladmia beste Chancen vergaben. Vor allem die Nominierung von Schütt erwies sich als kluger Schachzug, denn der 32-Jährige brachte die nötige Ruhe ins Angriffsspiel der Blau-Weiß-Roten und konnte den Ball immer wieder gut abschirmen. Nach dem Seitenwechsel ging die spielerische Linie bei den Gästen etwas verloren, und der TuS agierte zu oft mit langen Bällen. "Da hatte ich mir mehr spielerische Linie bei uns erhofft", kommentierte Schröder den zweiten Durchgang. Dennoch verteidigten die Nortorfer den knappen Vorsprung bis zum Schluss, was den TuS-Coach zum Resümee kommen ließ: "Im ersten Durchgang haben wir vor allem fußballerisch überzeugt. Nach dem Wechsel stimmten vor allem die kämpferische und läuferische Leistung, sodass wir optimistisch in die Zukunft blicken können."SV Todesfelde: Martens - Reining, Wrage, Timmermann, Habich, Schottler, Lembke, Illinsch (79. Martin Rückert), Gecaj (66. Sarlak), Retelsdorf, Krol (69. Collins).
TuS Nortorf: Wettern - Göttsche, L. Redmann, J. Klages, Ruwolt - Künstler, Ehlbeck, S. Klages, Ladmia (89. Velovic) - Schütt (75. Dennis Schröder), Viergutz (88. Bruhn).
SR: Kuhrcke (Breitenberg).
Zuschauer: 170.
Tor des Tages: 0:1 Schütt (32.).
Schackendorf - Gadela. 4:0
"Das war ein grottenschlechtes Spiel von uns. Wie haben uns präsentiert wie ein Absteiger und keine Einstellung zum Spiel gefunden. Wir waren nicht auf der Höhe", fand Gadelands Coach Andreas Greier deutliche Worte in Richtung seiner Elf, nachdem seine Spieler nun wieder im Abstiegskampf angekommen sind. Im ersten Durchgang kämpften die Gäste mit dem Gegenwind, was Greier aber nicht als Ausrede für den 0:2-Pausenrückstand hernehmen wollte: "Man lernt schon in der F-Jugend, wie man sich bei diesem Wetter zu verhalten halt, aber wir haben mit hohen Bällen gespielt und sind dem Ball nicht entgegengegangen." Somit hatten es die Schackendorfer, die mit dem Selbstvertrauen eines 2:0-Auswärtssieges in Nortorf angetreten waren, nicht weiter schwer, den "Kleeblättern" den Schneid abzukaufen. Hoffnung hätte den Gäste aber die 40. Minute bringen müssen, denn von diesem Moment an - einer Roten Karte für SVS-Keeper Bastian Sprave - sahen sich die Grün-Weißen einer dezimierten Heimelf gegenüber. Die Gastgeber verstanden es nach dem Wechsel, mit zehn Mann die eigenen Defensive zu stärken und die Treffer Nummer 3 (52.) und 4 (75.) per Konter zu erzielen. Die Gadelander kamen zwar zu einigen Möglichkeiten (55., 56., 57., 66.), auf einen Torjubel warteten die mitgereisten Fans aber vergebens. Greier deutete bereits Veränderungen nach diesem Spiel an: "Wir haben verdient verloren. Die Einstellung war unter aller Sau, und das wird Konsequenzen haben. Alle müssen sich an die eigene Nase fassen. Jeder fordert und fordert immer nur, aber erst einmal muss sich jeder fragen, ob er überhaupt die Verbandsligatauglichkeit besitzt."SV Schackendorf: Sprave - Stolten, Lamprecht, Henze, Friedrich, A. Tröster, V. Tröster (40. Kuhnke), Ajlani, Bossert, Fröhlich (72. Muss), Uhlenbrock.
Gadeland: Evers - D. Braasch, Jacob, Tomaschewski - Frauenstein, Fanasch, Tambalque (65. Harfst), Rychlowski, Jablonski (65. Akcicek) -
Röder, Babiak.
SR: Wichmann (Osterrönfeld).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Fröhlich (3.), 2:0 Bossert (18.), 3:0 Uhlenbrock (52.), 4:0 Lamprecht (75.).
Rote Karte: Sprave (Schackendorf/40., Notbremse).
Bornhöved/Trapp. - PSV 1:9
Mit neuem System und alter Überlegenheit siegte der Tabellenführer in Trappenkamp ungefährdet. Durch die Ausfälle von Kay Valentin, Chris Zielinski und den bis zum Schluss fraglichen Einsatz von Philip Tinney hatte PSV-Coach Norbert Heitmann die Variante mit nur einem defensiven Mittelfeldspielern im Training einstudiert. Heitmann erklärte: "Die Notlösung war, dass Torben Krauel die Position im defensiven Mittelfeld ausfüllt. Aber da Tinney wieder fit war, hat er dort gespielt." Dennoch entschied sich der Coach für die Variante mit einer Raute im Mittelfeld, denn Heitmann erhoffte sich, dass "wir so mehr Druck ausüben können". Dieser Plan ging voll auf, denn mit Christoph Maliszewski, Gökhan Aktas und Abdul Yilmaz im Mittelfeld sowie André Eggers und Patrick Fürst im Sturm standen für diese Liga gleich fünf überdurchschnittlich starke Offensivspieler in der Anfangself, die sich Chancen nahezu im Minutentakt erspielten. Es wurde deutlich, dass die Gäste individuell ihren Gegenspielern allesamt deutlich überlegen waren. Zum Matchwinner avancierte Routinier Eggers, der nach dem 1:0 durch den früheren VfR-Kicker Erkal Tunoglu (15.) den Hebel umwarf und seine Elf mit einem Doppelpack in Führung brachte (22., 28.). In der Folge war der Widerstand der Gastgeber gebrochen, und zur Pause (1:5) war die Partie bereits entschieden. Auch für PSV-Chefcoach Heitmann war Eggers der entscheidende Spieler. Gleichwohl stellte der Gästetrainer fest: "Wir hätten Bornhöved/Trappenkamp heute auch ohne Eggers geschlagen, denn dazu wir wir alle einfach zwei Klassen besser als unser heutiger Gegner." Gefreut hat sich Heitmann vor allem über die zweite Halbzeit, auch wenn die Begegnung längst entschieden war. "Es war gut, dass wir die Konzentration bis zum Ende hoch gehalten haben und auch Fürst wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hat." Kleine Geschichte am Rande: Während der Stadionsprecher Eggers’ ersten Treffer noch Mali szewski zusprach (22.), so bekam der Spieler des Tages seine "Bude" am Ende doch wieder zurück, als er als Torschütze des Eigentores (45.) genannt wurde. Somit ließ sich das PSV-Spiel für die Grün-Weißen zusammenfassen: Ende gut, alles gut - auch für die Fans (siehe "Verbandsliga pur").SG Bornhöved/Trappenkamp: Wulf - Wengel, Heegard, Diephaus Birgül, Jahnsen, Hegeler (46. Slominski), Waldron, Tunoglu, Mannshardt (65. Gänger), Ruckpaul.
Polizei-SV Union: Behmerburg - P. Schenzer, Krauel, Arpe, Puphal - Tinney - Aktas, Maliszewski - Yilmaz - Fürst, Eggers (85. Hasanovic).
SR: Puck (Kaköhl).
Zuschauer: 130.
Tore: 1:0 Tunoglu (15./Foulelfmeter), 1:1, 1:2 Eggers (22., 28.), 1:3 Mali szewski (32.), 1:4 Fürst (37.), 1:5 Wengel (45./Eigentor), 1:6 Fürst (64.), 1:7 Eggers (80.), 1:8, 1:9 Fürst (87., 89.).
Henstedt-Rh. II - W’dorf 0:2
Die Gelb-Blauen konnten den zweiten "Dreier" in Folge feiern, wobei die Spannung unnötigerweise bis zum Schlusspfiff erhalten blieb. Denn die Jahnplatz-Kicker versäumten es, aus ihrer Überlegenheit und ihren zahlreichen Einschussmöglichkeiten früher mehr Kapital zu schlagen. "Wir haben im ersten Durchgang mit Windunterstützung gespielt, aber einfach den zweiten Treffer nicht nachgelegt", kommentierte Wankendorfs Interimscoach Brian Barg den ersten Durchgang seiner Elf, in dem Marko Bär die Gäste nach Vorlage von Finn Ebsen früh in Führung brachte (7.). Die Wankendorfer erspielten sich auch in der Folgezeit Chance um Chance, wobei alleine Finn Ebsen drei Mal aus aussichtsreicher Position vergab (6., 33., 43.). Gleiches Bild auch nach dem Seitenwechsel: Die Gäste erarbeiteten sich einige Möglichkeiten, doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz der Heimelf (53., 75., 80.). Somit mussten die Wankendorf-Fans bis zur 87. Minute warten, ehe der eingewechselte Henning Theen für die Entscheidung sorgte. Alexander Usbek brachte den Ball von der linken Seite zentimetergenau in die Mitte, wo der Joker einschussbereit wartete. "Henstedt-Rhen II war schon stärker als Glückstadt am Spieltag zuvor", verglich Barg die beiden jüngsten Aufgaben. Gänzlich zufrieden war der Feuerwehrmann nicht: "In der zweiten Halbzeit hatten wir mit dem Gegenwind zu kämpfen, aber meine Spieler kamen damit erstaunlicherweise besser klar als mit Windunterstützung, denn wir haben den Ball nach dem Wiederbeginn besser laufen lassen." Barg orakelte: "Wenn wir noch cleverer sind, schießen wir noch ein bis zwei Tore mehr."
Henstedt-Rhen II: Roggow - Czerwinsky, Bode, Hubert, Ebeling, Schmidt, Rohne (67. Bessert), Wuttig, Hattendorf, Pfeiffer, Hartmann.
TSV Wankendorf: K. Ebsen - Weick, Nordheim, Sperle, Hübner (75. Usbek) - Bär (46. Voß), Gerndt, Ehmcke, Heinrich - F. Ebsen, Duggen (67. Theen).
SR: Dierks (Horst).
Zuschauer: 50.
Tore: 0:1 Bär (7.), 0:2 Theen (87.).Quelle: Holsteinischer Courier (23.03.2009)