Saison 2008/09 - Pressebericht zum zwanzigsten Spieltag der Verbandsliga Süd-West
Wankendorf zeigt sich beim 6:0 noch gnädig
Gleich sechs Treffer durften die drei angetretenen Teams aus dem hiesigen Kreisfußballverband in der Verbandsliga feiern. Das Problem an der Sache ist nur, dass lediglich die Fans des TSV Wankendorf jubeln durften (6:0 gegen den ETSV Fortuna Glückstadt). War die 0:2-Auswärtsniederlage des TSV Gadeland beim SV Alemannia Wilster zu befürchten, kam das 0:2 des erschreckend schwachen TuS Nortorf gegen den SV Schackendorf unerwartet. Ohne Einsatz blieb Tabellenführer Polizei-SV Union Neumünster, dessen Partie gegen den FC Reher/Puls verlegt wurde.
Nortorf - Schackendorf 0:2
Auch Stunden nach dem Schlusspfiff musste TuS-Coach Dierk Schröder um Worte ringen, um die Leistung seiner Spieler zu beschreiben: "Das war ein peinlicher und unerklärlicher Auftritt. Das, was heute passiert ist, ist nicht zu erklären." Die Gastgeber, die eigentlich mit dem Selbstvertrauen aus einem 4:3-Derbysieg beim TSV Gadeland und einem dreifach egalisierten Rückstand im Gepäck hätten unterwegs sein müssen, machten es einem verunsicherten sowie spielerisch schwachen Gegner leicht. Die ersten 15 Minuten schien die Partie trotz des frühen Rückstandes (9.) für Nortorf noch gut zu laufen. Doch dann merkten die Gäste, dass die Blau-Weiß-Roten total neben sich standen. Kaum ein Pass über fünf Meter kam an, und in der Rückwärtsbewegung hatten die Einheimischen vor allem bei langen Bällen Problemen. Schröder bilanzierte: "Da fällt es einem schwer, sich als Trainer vor die Mannschaft zu stellen, aber vielleicht habe ich es nicht geschafft, den Spielern die guten Aspekte aus der Gadeland-Partie vor Augen zu führen." Schröder hatte Recht, wenn er feststellte: "An der Taktik lag es jedoch heute nicht, sondern an den grundlegendsten Dingen." Nach neun Spielen in Folge mit jeweils mindestens einem Heimtor blieben die Blau-Weiß-Roten nun das erste Mal wieder ohne eigenen Treffer. Zu allem Überfluss kassierte TuS-Keeper Stefan Fischer im zweiten Spiel nacheinander, in dem er von Beginn an auflief, eine Rote Karte nach einer Notbremse (55.). Da Jan Wettern, der Fischer in Gadeland noch ersetzt hatte, bei Nortorfs Reserve im Einsatz war, musste Feldspieler Henning Göttsche das gelbe Torwartjersey übersteifen. 20 Minuten später führte die mangelnde Erfahrung von Göttsche zum 0:2, als der Interimskeeper den richtigen Zeitpunkt zum Herauslaufen verpasste. Aber dies war nicht die einzige erwähnenswerte Situation der Partie. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff stand Schiedsrichter Patrick Hahn (Osdorf) im Mittelpunkt. Nachdem er dem reklamierenden TuS-Stürmer Florian Viergutz drei Minuten zuvor noch den Kommentar "Ich kann nichts dafür, dass Ihr Spiel heute nicht läuft", an den Kopf geworfen hatte, zeigte er dem besten Torschützen der Liga die Gelbe Karte. Grund für die Verwarnung war eine Situation mit SSV-Schlussmann Bastian Sprave, der zunächst auf Zeit spielte und dann, als Viergutz den Ball erobern wollte, eine wenig oscarreife Schauspieleinlage einlegte, die wohl den Eindruck einer Tätlichkeit erwecken lassen sollte. Hahn pfiff, und während alle mit einer Verwarnung für Sprave rechneten, zeigte der Unparteiische Viergutz den Gelben Karton, doch wenn er die Schwalbe des Keepers nicht sah, so hätte er den TuS-Akteur eigentlich mit Rot vom Platz werfen müssen. Am Ende fand Schröder doch noch etwas Positives: "Immerhin war unser Betreuer Hans-Jürgen Rathgen im direkten Duell gegen den Betreuer aus Schackendorf schneller." Erfreulich kann für die TuS-Fans nur folgende von Schröder verratene Tatsache sein: "Die Mannschaft ist von sich selbst enttäuscht. Schlimmer kann es auch nicht mehr werden." Bleibt aus TuS-Sicht nur zu hoffen, dass der Coach damit Recht behält.TuS Nortorf: Fischer - Gudjons (61. Ladmia), Bruhn, L. Redmann, Göttsche - Schröder, Klucke (34. Ehlbeck), S. Klages, Ruwolt (46. Schütt) - Viergutz, Künstler.
SV Schackendorf: Sprave - Stolten, Lamprecht, Henze, Friedrich, A. Tröster, Uhlenbrock (90./+2 Rohlf), Ajlani, Bossert (88. Muss), Fröhlich (80 V. Tröster), Feldmeyer.
SR: P. Hahn (Osdorf).
Zuschauer: 99 zahlende.
Tore: 0:1 Bossert (9.), 0:2 Fröhlich (75.).
Rote Karten: Fischer (58., Notbremse) - Feldmeyer (70., grobes Foulspiel).
Al. Wilster - Gadeland 2:0
"So ist eben Fußball", meinte Gadelands Coach Andreas Greier, nachdem er vom Courier erfahren hatte, dass Schackendorf mit drei Punkten aus Nortorf abgereist war. Die "Kleeblätter" kassierten hingegen die zweite unnötige Niederlage in Folge und rangieren somit nur noch sechs Zäher vor einem Abstiegsplatz. Vor allem im ersten Durchgang hätten die Grün-Weißen die Partie in die richtige Bahn lenken könne. Nach zwei Großchancen in der ersten Viertelstunde (11., 15.) setzte Patryk Babiak den Ball gegen den Pfosten (20.). "Eigentlich müssen wir zu diesem Zeitpunkt schon mit zwei oder drei Toren Vorsprung führen", kommentierte Greier den ersten Durchgang. Auch nach dem Seitenwechsel gehörten die ersten beiden Möglichkeiten den Gästen (48., 50.), doch die erste Veränderung an der Anzeigetafel wurde von der Heimelf erzwungen, als Christian Sievers aus drei Metern per Kopf zum 1:0 einnetzte (61.). Sieben Minuten später war der Ball endlich im Tor der Gastgeber, aber der Unparteiische traf eine aus Gadelander Sicht umstrittene Abseitsentscheidung (68.). Nachdem Marco Frauenstein noch einmal den Pfosten der Heimelf zum erzittern gebracht hatte (70.), machten die Wilsteraner durch Clemens Donner nach einem Konter das entscheidende 2:0 (84.). "Unser Keeper Alexander Evers war nach dem Spiel völlig geknickt. Denn er bekam zwei Bälle auf seinen Kasten, und beide waren drin", brachte Greier die Chancenverwertung der Heimelf auf den Punkt. "Jetzt müssen wir nächste Woche in Schackendorf eben die Punkte holen", blickte Gadelands Übungsleiter schon wieder optimistisch in die Zukunft.Alemannia Wilster: Kraus - Carstens, Monscheuer, Albrechtsen, Matthias Alpen, Kolbe, Früchtl, Manuel Alpen, Donner, S. Behrens, Sievers (46. Schröder).
TSV Gadeland: Evers - D. Braasch - Tomaschewski, Jacob - Frauenstein, Tambalque, Akcicek (70. Dzierzawa), Gerdt, Rychlowski - Lemke, Babiak (65. Maliszewski).
SR: Göttsch (StuSie).
Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Sievers (61.), 2:0 Donner (84.).
Gelb-Rote Karte: Dzierzawa (Gadeland/88., Unsportlichkeit).
Wankend. - Glückstadt 6:0
"Wir dürfen diesen Sieg nicht überbewerten, denn Glückstadt steht nicht zu Unrecht so weit unten in der Tabelle. Aber wir haben dennoch gute Ansätze gezeigt", bilanzierte Wankendorfs Interimscoach Brian Barg, um zurückhaltend festzustellen: "Wichtig ist, dass ein Stürmer von uns mal wieder getroffen hat." Das ist aus Glückstädter Sicht noch gelinde ausgedrückt, denn Wankendorfs Finn Ebsen gelang zwischen der 59. und 73. Minute ein lupenreiner Hattrick, sodass die Partie 20 Minuten vor Schluss bereits entschieden war. Aber von Beginn an war eigentlich mehr als deutlich, dass die Jahnplatz-Kicker diese Partie nicht verlieren würden. Gleich fünf weitere glasklare Chancen ließen die Einheimischen in der ersten Halbzeit aus, sodass die Partie zum Seitenwechsel hätte entschieden sein können oder sogar müssen (13., 24., 26., 38., 40.). Im zweiten Durchgang fielen dann auch die Tore, wobei das Tabellenschlusslicht mit zunehmender Spieldauer einbrach und sich darauf beschränkte, das Leder aus der Gefahrenzone zu schlagen. Jedoch wusste nicht nur die Offensivabteilung der Blau-Gelben an diesem Tag zu überzeugen. "Wir haben wieder versucht, mit Viererkette zu spielen. Und ich denke rückblickend, dass Glückstadt dazu der richtige Gegner war, um wieder Sicherheit in diesem Bereich zu bekommen", verriet Barg seine Überlegungen. Aus einer starken Wankendorfer Mannschaftsleistung war neben dem dreifachen Torschützen Finn Ebsen ebenfalls Mittelfeldakteur Mathias Gerndt zu nennen, der neben seinem Treffer (76.) noch zwei weitere Tore vorbereitete (17., 66.).TSV Wankendorf: K. Ebsen - Weick, Sperle, Nordheim, Hübner - Bär (69. Usbek), Heinrich, Ehmcke, Gerndt - Theen (71. Duggen), F. Ebsen.
Fortuna Glückstadt: Mein - Eymers, Celik, Dittmann, Baumann, Dose, Benli, Braun (71. Horn), Özcan, Dewitz, Kölln.
SR: Wichmann (Osterrönfeld).
Zuschauer: 60.
Tore: 1:0 Sperle (17.), 2:0, 3:0, 4:0 F. Ebsen (59., 66., 73.), 5:0 Gerndt (76.), 6:0 Weick (83.).Quelle: Holsteinischer Courier (16.03.2009)