Saison 2008/09 - Pressebericht zum zwanzigsten Spieltag der Verbandsliga Süd-West
PSV kassiert allererste Auswärtspleite
Vergangene Woche war es noch der TuS Nortorf, der als einziges Team aus dem Kreisfußballverband (KFV) Neumünster in der Verbandsliga ohne Sieg blieb. Am 20. Spieltag waren es ausgerechnet die Blau-Weiß-Roten, die mit einem 4:3 beim TSV Gadeland ein Null-Sieg-Wochenende für den hiesigen KFV verhinderten. Der TSV Wankendorf (0:1 beim SV Todesfelde) und der Polizei-SV Union Neumünster (2:3 beim TSV Lägerdorf) blieben, wie die "Kleeblätter", ohne Zählbares.
Gadeland - Nortorf 3:4
Drei Mal geführt und am Ende doch null Punkte zu verbuchen - so fällt die bittere Bilanz des TSV Gadeland nach dem ersten Kreisderby 2009 gegen die bis dato in diesem Jahr punktlose Elf des TuS Nortorf aus. Gästetrainer Dierk Schröder, war naturgemäß zufrieden nach dem Auswärtserfolg: "Nach den Niederlagen in der jüngsten Vergangenheit war vor allem viel Kopfarbeit nötig. Hut ab vor meinem Team, das nach drei Rückständen immer wieder zurückgekommen ist." Gadelands Coach Andreas Greier musste nach der Niederlage hingegen um Worte kämpfen und war verständlicherweise tief enttäuscht: "Das ist natürlich ganz bitter, und da weiß man nicht, was man sagen soll. Macht Arnold Rychlowski das Ding rein, dann gewinnen wir das Spiel." Greier meinte die 62. Minute, als Winter-Neuzugang Rychlowski alleine vor TuS-Keeper Jan Wettern auftauchte, die nötige Nervenstärke vermissen ließ und überhastet aus 20 Metern abschloss. Über die gesamten 90 Minuten hatten die Gäste mehr vom Spiel, was auch aus den diversen Rückständen resultierte. Denn Gadeland zog sich nach seinen Treffern immer wieder zurück. Die Grün-Weißen verstanden es, ihre wenigen Chancen in Tore umzumünzen. Schröder kennt diese Situation seit geraumer Zeit: "Nahezu jeder Schuss auf unser Tor war in der jüngeren Vergangenheit ein Gegentreffer, und das war auch heute wieder der Fall." Dass es so war, lag auch an Ersatzkeeper Wettern, der für den rotgesperrten Stefan Fischer eingesprungen war. Nicht nur das gelbe Trikot erinnerte an den Schlussmann des FC Bayern München, denn wie Michael Rensing sorgte auch Wettern mit diversen Ausflügen im eigenen Strafraum für ein kräftiges Durcheinander. Die Gastgeber erkannten diese eklatante Schwäche aber nicht. Schröder analysierte die Startelf-Premiere Wetterns in der Verbandsliga ganz diplomatisch: "Das war eine mittelmäßige Leistung. Gut für uns, dass der Gegner das nicht ausgenutzt hat." Neben den wenig koordinierten Ausflügen im Strafraum sah Wettern vor allem beim ersten Treffer nicht gut aus, denn Gadelands Tobias Fanasch hielt Höhe der Mittellinie einfach mal aufs Tor, und der Ball senkte sich über Freund und Feind hinweg in den Kasten. Aber man muss dem Talent zu Gute halten, dass die Sonne zu diesem Zeitpunkt für den Keeper der Blau-Weiß-Roten unglücklich tief stand. Wettern selbst wollte das aber nicht als Ausrede gelten lassen: "Das war ein Sonntagsschuss und einfach ein verrücktes Tor." Während die Gadelander drei Führungen verspielten, reichte den Gästen ein Vorsprung aus, um zum Erfolg zu kommen, als Warren Tambalque den Ball nach einer scharfen Flanke von Nortorfs Arie Ehlbeck und unter starker Bedrängnis vom Topstürmer der Liga, Florian Viergutz, unglücklich im eigenen Netz unterbrachte (67.). Greier stellte am Ende des in spielerischer Hinsicht nicht überzeugenden Derbys fest: "Wir sind alle tief enttäuscht." Nortorf wird nach den ersten Punkten 2009 sicherlich wieder spielerisch bessere Darbietungen abliefern, schließlich sollte das Selbstvertrauen nach dieser von toller Moral geprägten Leistung wieder im Lot sein. Wettern brachte es abschließend auf den Punkt: "Auch ich habe schon besser gespielt, aber am Ende zählen einfach die drei Punkte."TSV Gadeland: Evers - Frauenstein - Jacob, Tomaschewski - P. Braasch, Fanasch, Tambalque (73. Akcicek), Jablonski, Begas (46. D. Braasch) - Maliszewski (83. Freimann), Rychlowski.
TuS Nortorf: Wettern - Gudjons, J. Klages, Göttsche, L. Redmann - Schütt (46. Dennis Schröder), Klucke, S. Klages (78. Schlotfeldt), Bruhn (64. Ehlbeck) - Viergutz, Künstler.
SR: Lorenz (Aukrug).
Zuschauer: 130.
Tore: 1:0 Fanasch (15.), 1:1 S. Klages (29.), 2:1 Frauenstein (48.), 2:2 Künstler (57.), 3:2 Maliszewski (61.), 3:3 J. Klages (64.), 3:4 Tambalque (Eigentor/67.).
Todesfelde - Wankendorf 1:0
Die Wankendorfer verpassten es im ersten Spiel nach dem Rücktritt ihres (Ex-)Trainers Peter Trottenberg, den SV Todesfelde in der Tabelle hinter sich zu lassen. Im ersten Durchgang hatten die Gastgeber mehr von der Partie. Klare Tormöglichkeiten blieben aber Mangelware, sodass die Pausenführung in der 44. Minute als äußerst glücklich zu bezeichnen war. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Blau-Gelben dann den Druck. Aber auch die Jahnplatz-Kicker schafften es nicht, sich zwingende Möglichkeiten zu erspielen. "Wir hatten zwei bis drei gute Schüsse, aber immer hatte ein Todesfelder noch ein Bein dazwischen", schilderte Wankendorfs Interimscoach Brian Barg die Offensivbemühungen seiner Elf. Die beste Gästemöglichkeit vereitelte der zur Halbzeit eingewechselte Schlussmann der Todesfelder Reserve, Marco Martens, nach einem Freistoß von Knuth Ehmcke (61.). Auf der anderen Seite hielt Kim Ebsen die Blau-Gelben mit zwei Paraden in der Partie, wobei auch die Gastgeber mit Chancen geizten. Ein pikantes Duell lieferte sich Todesfeldes eigentlich bester Mann, René Lübcke, mit Wankendorfs Mittelfeldspieler Bastian Heinrich, der den SVT-Akteur gut aus der Partie nahm. Barg resümierte abschließend: "Todesfelde war heute einfach cleverer und verstand es, gut zu verteidigen."SV Todesfelde: Friedrichs (46. Martens) - Gecaj, Schottler, Lübcke, Reining, Timmermann, Habich, Lembke, Kroll, Wrage, Collins (20. Martin Rückert).
TSV Wankendorf: K. Ebsen - Nordheim - Voß (46. Sperle), Weick - Hübner - Ehmcke, Theen (46. Usbek), Heinrich, Gerdt - F. Ebsen (60. Chamdine), Duggen.
SR: Möller (Kellinghusen).
Zuschauer: 160.
Tor des Tages: 1:0 Kroll (44.).
TSV Lägerdorf - PSV 3:2
Beim Tabellenzweiten kassierte der PSV Neumünster seine erste Auswärtsniederlage der Saison. Drei Spielsituationen machten am Ende den Unterschied aus: Zunächst war es Abdul Yilmaz, der in der siebten Minute aus acht Metern die erste große Chance des Spiels vergab. Die zweite Situation ereignete sich unmittelbar vor dem Pausenpfiff, als Lägerdorfs Björn Strüven aus abseitsverdächtiger Position zur 2:1-Pausenführung einnetzte. Zum nächsten aus PSV-Sicht ungünstigen Zeitpunkt bauten die Steinburger ihre Führung durch Iovani Hatje weiter aus (50.). "Dann steht man am Ende mit leeren Händen da. Aber wir haben es von Beginn an nicht verstanden, richtig in die Zweikämpfe zu kommen", kommentierte PSV-Coach Norbert Heitmann die Pleite später. Doch gegen Ende der Partie hätte der Tabellenführer doch noch zu einem Punkt kommen können. Allen voran der eingewechselte Heiko Arpe, der ab der 70. Minute zusammen mit André Eggers den PSV-Sturm bildete, vergab einige aussichtsreiche Chancen. In diesem Zusammenhang muss jedoch auch erwähnt werden, dass Neumünsters Schlussmann Stefan Behmerburg die Partie mit einer Parade offen hielt (84.). "Die Moral bei uns ist intakt, wir müssen uns nur wieder cleverer anstellen", bilanzierte Heitmann.TSV Lägerdorf: Kuhne - Gressmann, Kuhn, Wüst, Jörgensen (60. Skottke), Hatje, Tiedemann, Giese, Foetsch, Klitzke, Strüven (80. Schildhauer).
Polizei-SV Union: Behmerburg - Jahnsen, Krauel, Eggers, Aktas (25. P. Schenzer) - Zielinski (81. Hasanovic), Tinney - Fürst, Yilmaz, Mali szews ki - Jurkic (70. Arpe).
SR: Kröger (Leezen).
Zuschauer: 190.
Tore: 1:0 Tiedemann (16.), 1:1 Mali szewski (18.), 2:1 Strüven (44.), 3:1 Hatje (50.), 3:2 Yilmaz (FE/59.).Quelle: Holsteinischer Courier (09.03.2009)