Saison 2008/09 - Pressebericht zum siebzehnten Spieltag der Verbandsliga Süd-West
Wankendorf bezahlt 3:1-Derbysieg teuer
Nur die Verbandsligakicker des TSV Wankendorf verbuchten am ersten Adventswochenende Zählbares auf ihrem Punktekonto. Die anderen drei Vertreter aus dem Kreisfußballverband Neumünster kassierten Niederlagen, wobei auch die Jahnplatz-Elf nicht vollkommen zufrieden sein kann. Beim Polizei-SV Union Neumünster holten die Blau-Gelben zwar einen 3:1-Erfolg, verloren aber ihren Torhüter Florian Hamann mit einem Schlüsselbeinbruch. "Außer Spesen nichts gewesen", hieß es für den TSV Gadeland und den TuS Nortorf in der Ferne. Der Tabellenzweite kassierte bei der SG Bornhöved/Trappenkamp eine 1:2-Niederlage, während die "Kleeblätter" nach der 2:5-Pleite beim FC Reher/Puls noch näher an die Abstiegsplätze heranrutschten.
Bornhöved/Tr. - Nortorf 2:1
Dieser Satz musste nach dem Spiel einfach fallen: "In der 86. Minute wurde die alte Fußballweisheit wieder bestätigt, dass die Mannschaft, die die besten Chancen nicht nutzt, am Ende verliert", kommentierte TuS-Trainer Dierk Schröder die Auswärtsniederlage in Bornhöved. Und dabei hatte die Partie so vielversprechend begonnen, denn Gästetorjäger Florian Viergutz brachte die Blau-Weiß-Roten mit seinem 17. Treffer im 17. Saisonspiel zunächst in Führung (7.). Doch dies sollte am Ende das einzige Erfolgserlebnis der Elf vom Heinkenborsteler Weg bleiben - und dabei waren doch die Nortorfer über die gesamten 90 Minuten die feldüberlegene Mannschaft. Bis zum Torabschluss sah das Spiel des Tabellenzweiten äußerst gut aus - und dies, "obwohl wir fast nur mit langen Bällen agiert haben", zeigte sich Schröder fast ein wenig überrascht. Die Platzverhältnisse waren nicht die besten, und bis kurz vor dem Spielbeginn säuberten die Gastgeber noch die Markierungen, was der ehemalige Klassestürmer aber nicht als Ausrede heranziehen wolle: "Man hätte das Duell auch absagen können, aber die Niederlage will ich nicht darauf schieben, denn beide Mannschaften hatten mit denselben Bedingungen zu kämpfen." Als Rückschritt wollte Schröder die Niederlage aber nicht sehen: "Wir hatten viele Möglichkeiten, aber es fehlte teilweise einfach das Glück. Die Gastgeber haben es da mit zwei Toren bei drei Schüssen besser gemacht." Zum Matchwinner avancierte mit Ex-Jugendnationalspieler Stefan Meseberg übrigens ausgerechnet einer der langjährigen Kicker des VfR Neumünster im Dress der Kempcke-Elf. Das vorerst letzte Spiel für die Nortorfer absolvierte Morten Boller, der bis zum Saisonende aus beruflichen Gründen in Spanien sein wird. "Das war noch einmal eine richtig gute Partie von ihm", hob Schröder die Leistung des Mittelfeldspielers hervor.SG Bornhöved/Trappenkamp: Schulz - Diephaus - Wengel, Rückpaul - Raiser, Waldron, Hegeler (87. Hergard), Birgül, Meseberg - Aichaoui (70. Freitag), Mannshardt (90./+1 Slominski).
TuS Nortorf: Fischer - Göttsche - Gudjons, Klages - Ehlbeck, Schütt (65. Schlotfeldt), O. Redmann, Boller, Bruhn (46. Ruwolt) - Viergutz, Künstler.
SR: Maronde (Gudow).
Zuschauer: 80.
Tore: 0:1 Viergutz (7.), 1:1, 2:1 Meseberg (29., 86.).
PSV - TSV Wankendorf 1:3
Wankendorfs Recke Christian Nordheim legte mit zwei Treffern den Grundstein für den zweiten Sieg der Jahnplatz-Kicker an der Stettiner Straße innerhalb von zwölf Monaten. Den "Dreier" mussten die Blau-Gelben aber teuer bezahlen, verloren sie doch ihren Torwart Florian Hamann mit einer schweren Verletzung. Die Defensivreihe der Gäste machte am Ende den Unterschied aus. "Dank unserer Abwehrleistung haben wir das Spiel auch verdient gewonnen", resümierte Wankendorfs Trainer Peter Trottenberg den Auswärtserfolg. Der Schneefall und der dadurch glitschige Boden kamen der kampfbetonten und aggressiven Spielweise der Gäste entgegen. Früh wurde deutlich, dass der Außenseiter über eine sichere Defensive und schnelle Konter zum Erfolg kommen wollte. Eine der ersten Offensivattacken ergab auch gleich die Gästeführung, wobei der Treffer eher ein Geschenk des PSV-Akteurs Philip Tinney war. Der Ex-Gadelander spielte einen Rückpass auf seinen Keeper Arne Johannsen zu kurz, sodass der Schlussmann sich gegen Wankendorfs Finn Ebsen nur mit einem elfmeterreifen Foul zur Wehr setzen konnte (9.). Nordheim brachte die Gäste daraufhin in Führung. Doch der Tabellenführer ließ sich davon nicht unterkriegen, und vor allem Patrick Fürst sorgte für einiges Durcheinander in der Gästedefensive
und letztlich auch für den Ausgleich nach Zuspiel von Gökhan Aktas (12.). Spielerisch kam danach nicht mehr viel, denn durch diverse kleine Fouls konnte einfach kein konstruktiver Aufbau erfolgen. Ganz bitter wurde es in der 31. Minute für die Trottenberg-Elf, und allen voran für Keeper Hamann. In einem unübersichtlichen Duell mit Fürst fiel Hamann unglücklich und wurde mit einem Schlüsselbeinbruch ausgewechselt. Wankendorfs Feldspieler (!) Mathias Balzer ging daraufhin in den Kasten und hielt jenen bis zum Schlusspfiff blitzsauber. Der etatmäßige zweite Schlussmann der Blau-Gelben, Kim Ebsen, ist derzeit mit einem Magen-Darm-Infekt außer Gefecht gesetzt. Trottenberg äußerte sich zum Wechsel ganz lässig: "Mir war schon vorher klar, dass Balzer ins Tor gehen würde, falls es notwendig werden sollte. Denn er ist auch ein sehr guter Schlussmann." Nordheim brachte die Gäste erneut in Führung (71.), und sieben Minuten später sorgte Bastian Heinrich mit dem 1:3 für die endgültige Entscheidung. Wirklich gefährlich wurde der Tabellenführer nur bei einem Pfostenschuss von André Eggers. "Heute hat uns einfach die Durchschlagskraft gefehlt, und im Spiel nach vorne waren wir zu blauäugig. Es ist ja nicht so, dass wir uns nicht bemüht hätten", resümierte PSV-Trainer Norbert Heitmann.Polizei-SV Union: Johannsen - Tomaschewski (46. Jahnsen), Krauel, Eggers, Puphal (72. Hasanovic) - Tinney, K. Valentin - Fürst, Aktas (80. F.
Schenzer), Maliszewski - Jurkic.
TSV Wankendorf: Hamann (33. Balzer) - Hübner, Nordheim, Weick, An dresen - Sperle, Heinrich, Theen, Bär (84. Lüdemann), Gerndt - F. Ebsen (75. Duggen).
SR: Kühl (Bredenbek).
Zuschauer: 80.
Tore: 0:1 Nordheim (9./Foulelfmeter), 1:1 Fürst (12.), 1:2 Nordheim (71.), 1:3 Heinrich (78.).
Reher/Puls - Gadeland 5:2
Angesichts des Fazits von Gadelands Coach Andreas Greier ist es nicht verwunderlich, dass die "Kleeblätter" mit leeren Händen die Heimreise antreten mussten. "Das war heute eine sehr schlechte Leistung meiner Mannschaft", nahm Greier kein Blatt vor den Mund. Der erste Durchgang
gestaltete sich noch äußerst offen, und beide Mannschaften kamen zu einem Torerfolg, sodass es nach dem Seitenwechsel quasi wieder von vorne losging. "Ich hatte noch darauf hingewiesen, dass wir die ersten zehn Minuten besonders aufpassen müssen", verriet der Trainer der Grün-Weißen später. Aber seine Mannschaft schien es nicht ernst genommen zu haben, sodass es nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff nach einem Eckball zum erneuten Rückstand für die Gäste kam. "Der Doppelpack hat die Partie dann zu
Gunsten von Reher/Puls entschieden", analysierte Greier abschließend die Treffer zum 3:1 (70.) und 4:1 (72.). Mit zunehmender Spieldauer hatten die Gäste sogar noch Glück, dass wenigstens ihr Keeper Alexander Evers einen guten Tag erwischte, denn die Heimelf hätte sogar noch höher gewinnen können. So kam es aber nur noch zu zwei Treffern kurz vor dem Abpfiff, wobei immerhin das letzte Tor des Tages den Gästen durch den eingewechselten Christian Lemke zum 5:2 Endstand gelang (90./+1). Nach dieser Auswärtspleite rutschten die "Kleeblätter" weiter ab und sind nun auf dem gerade noch rettenden 13. Platz postiert.FC Reher/Puls: Ladendorf - Rosemann, Meier, Tank, Fischer, Schümann, T. Albers, Alter (76. Schwarz), Paulsen (62. Bootz), A. Albers, Göttsche (76. Fuhrmann).
TSV Gadeland: Evers - D. Braasch, P. Braasch, Jacob - Fanasch, Frauenstein, Akcicek (46. Röder), Begas, Nötges (70. Lemke) - Babiak, Gerdt.
SR: Bennsen (Bad Segeberg).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Göttsche (13.), 1:1 Babiak (28.), 2:1 Meier (50.), 3:1 Alter (70.), 4:1. 5:1 Bootz (72., 90.), 5:2 Lemke (90./.+1).Quelle: Holsteinischer Courier (01.12.2008)