Saison 2008/09 - Pressebericht zum fünfzehnten Spieltag der Verbandsliga Süd-West

5:4 - TuS Nortorf steht für Spektakel

17. November 2008 | Von Marc Nolte

Eine ausgeglichene Bilanz verbuchten die Verbandsligisten aus dem Kreisfußballverband Neumünster. Der TSV Gadeland (1:3 beim SV Henstedt-Rhen II) und der TSV Wankendorf (0:2 bei der SG Bornhöved/Trappenkamp) mussten ohne Zählbares die Heimreise antreten. Tabellenführer Polizei-SV Union Neumünster sicherte sich hingegen einen 2:0-Heimerfolg gegen die Kaltenkirchener TS. Für kleine Spektakel steht aktuell der TuS Nortorf, der durch ein 5:4 in letzter Sekunde einen Auswärtssieg beim TSV Lägerdorf einfuhr. In den vergangenen drei Partien mit Nortorfer Beteiligung sind somit 27 Treffer gefallen.

Lägerdorf - Nortorf 4:5

Eines bleibt sich der TuS Nortorf wenigstens treu. Langweilig wird den Zuschauern nicht, denn ein Fußball-Spektakel ist bei Spielen mit Nortorfer Beteiligung neuerdings garantiert. In der ersten Halbzeit boten die Gäste streckenweise richtig guten Fußball. Trotz frühen Rückstandes (1.) ließen sich die Blau-Weiß-Roten nicht aus dem Konzept bringen. Eigentlich stand der Spieler des Spiels nach der ersten Halbzeit schon fest, denn Nortorfs Florian Viergutz brachte die Elf vom Heinkenborsteler Weg mit einem lupenreinen Hattrick mit 3:1 nach vorn (10., 22., 28.). Aber der eigentliche Matchwinner trat erst deutlich später in Aktion. Denn zunächst einmal brachten die Gäste Lägerdorf wieder zurück in die Partie. "Wir haben es versäumt, mit der Führung im Rücken taktisch cleverer zu spielen und mehr Ruhe in die Partie zu bringen", brachte es TuS-Coach Dierk Schröder auf den Punkt. Die Nortorfer Defensive agierte viel zu offensiv, sodass die Hausherren das Kunststück fertigbrachten, trotz eines 1:4-Pausenrückstandes noch zum Ausgleich zu kommen. Aber sie hatten scheinbar nicht mit Nortorfs "Last-Minute-Man" Arie Ehlbeck gerechnet. Gegen den SV Todesfelde machte Ehlbeck, der in der vergangenen Saison noch für die Nortorfer A-Junioren augelaufen war, das entscheidende Tor zum 2:1 in der 89. Minute. Dieses Mal zögerte der 19-Jährige noch etwas länger und erzielte den Siegtreffer erst in der ersten Minute der Nachspielzeit. "Er musste den Fuß nur noch dranhalten", schilderte Schröder das wohl wichtigste Tor des Tages. Fazit: Die Moral der Blau-Weiß-Roten scheint zu stimmen, denn nach der verspielten Drei-Tore-Führung muss man es erst einmal schaffen, wieder in die Partie zurückzufinden.

TSV Lägerdorf: Jürgs - Schildhauer (30. Skottke), Hatje, Bellin, Jakobeit (30. Strüven), Jörgensen, Kuhn, Tiedemann, Giese, Drescher, Foetsch (80. Hastigsputh).

TuS Nortorf: Fischer - L. Redmann - Klages, Gudjons (77. O. Redmann) - Ehlbeck, Schütt, Boller, Ruwolt, Ladmia (61. Bruhn) - Viergutz (90./+2 Granert), Künstler.

SR: Günther (Schafstedt).

Zuschauer: 140.

Tore: 1:0 Drescher (1.), 1:1, 1:2, 1:3 Viergutz (10., 22., 28.), 1:4 Schütt (36.), 2:4 Schütt (64./Eigentor), 3:4 Giese (74.), 4:4 Kuhn (77.), 4:5 Ehlbeck (90./+1).

 

PSV - Kaltenkirchen 2:0

"Die Bubis vorne müssen noch einiges lernen", meinte PSV-Trainer Norbert Heitmann nach dem Sieg und spielte darauf an, dass die junge Neumünsteraner Offensive bereits im ersten Durchgang alles hätte klar machen müssen. Am Ende musste es der erfahrene Recke André Eggers richten. Als der Routinier eine halbe Stunde vor dem Abpfiff vom Abwehrzentrum in die Sturmspitze ging, wurde die Überlegenheit der Hausherren auch auf der Anzeigetafel sichtbar. Aber der Reihe nach: Bereits nach sieben Minuten hätte der Tabellenführer deutlich in Führung liegen müssen, denn während die letzten Zuschauer noch am Eingang standen, da sie bei dem schlechten Wetter jede Sekunde im Trockenen verbringen wollten, vergab Alija Hasanovic die erste Möglichkeit (2.). Direkt im Anschluss machte es Gökhan Aktas nicht besser, und auch Hasanovics zweite Möglichkeit wurde nicht verwertet (8.). Aber auch die anderen Offensivkräfte stellten sich nicht besser an. Zwei Mal Patrick Fürst (16., 20.) und Christoph Mali szewski (32.) versiebten ebenfalls. Dass es am Ende auch anders hätte laufen können, wurde in der 16. Minute deutlich, als die Gäste den PSV-Querbalken zum Erzittern brachten. Überhaupt war über die gesamten 90 Minuten sichtbar, dass die Kaltenkirchener eine technisch versierte Mannschaft sind und am Saisonende mit Sicherheit im vorderen Tabellendrittel rangieren werden. Nach dem Wechsel spielten die Hausherren nicht mehr einen so konsequenten Fußball, wobei die Tore aber dennoch fallen sollten. Zunächst wurde Eggers im Strafraum zu Fall gebracht, sodass Maliszewski vom ominösen Punkt zum 1:0 einschieben konnte (70.). Die Entscheidung besorgte der PSV-Kapitän dann selbst (76.). In den letzten Minuten durfte der Tabellenführer sein Können auch mal in Unterzahl unter Beweis stellen. Als erstes verabschiedete sich Maliszewski mit Gelb-Rot im Gepäck (80.), und sechs Minuten später musste auch noch Carsten Böttiger mit einer Knieverletzung frühzeitig vom Feld, nachdem bereits drei Mal ausgewechselt worden war. "Auf Grund des ersten Durchgangs geht der Erfolg in Ordnung", resümierte Heitmann. Vor allem eines stellte den erfahrenen Coach nach zwei Partien mit jeweils mindestens drei Gegentoren zufrieden: "Endlich haben wir wieder zu null gespielt. Unsere Viererkette hat diszipliniert gestanden und wieder zur Ordnung gefunden."

Polizei-SV Union: Johannsen - Tomaschewski (77. Jurkic), Krauel, Eggers, Puphal - K. Valentin, Tinney - Maliszewski, Aktas (85. T. Valentin), Fürst - Hasanovic (60. Böttiger).

Kaltenkirchener TS: Krause - Rausch, Erlenbach (46. T. Schulz), Ebeling, A.Schulz (76. Mundhenk), Schumacher, Münzel, Flack (6. Dams), Geibel, Fischer, Medos.

SR: Schlossarek (Wesseln).

Zuschauer: 110 zahlende.

Tore: 1:0 Maliszewski (70./Foulelfmeter), 2:0 Eggers (76.).

Gelb-Rote Karte: Maliszewski (PSV/80., wiederholtes Foulspiel).

Bes. Vork.: Böttiger (PSV) scheidet verletzt aus, nachdem das Auswechselkontingent bereits erschöpft war (86.).

 


Bornhöved/Tra. - W’dorf 2:0

"Wie das im Derby so ist, gewinnt am Ende nicht immer die bessere Mannschaft", versuchte Wankendorfs Trainer Peter Trottenberg den Humor nicht zu verlieren. Aber wenn in der Offensive die besten Möglichkeiten ausgelassen werden und am anderen Ende des Spielfelds ebenfalls gepatzt wird, dann kann es trotz 90-minütiger Feldüberlegenheit auch keine Punkte geben. Während der Ex-Bornhöveder Dietmar Sperle unmittelbar vor und nach der Führung der Gastgeber beste Kopfballchancen nicht zu nutzen wusste, machte es SG-Spieler Melf Mannshardt besser und erzielte per Konter das glückliche 1:0 (15.). Das gleiche Bild zeigte sich nach dem Pausentee: Wankendorfs Stürmer Finn Ebsen verzog zunächst aus aussichtsreicher Position (57.), und später vergab er auch noch die beste Chance des Spieles, als er aus fünf Metern Entfernung SG-Keeper Marco Schulz den Ball förmlich in die Hände schob (66.). Zwischenzeitlich stellte sich Henning Theen ebenfalls nicht besser an, als er das Leder eigentlich nur noch über die Linie drücken musste, dabei aber versagte (58.). Von diesen vielen Aussetzern ließ sich dann auch noch Gästekeeper Florian Hamann inspirieren, als er acht Minuten vor dem Abpfiff einen Flankenball direkt vor die Füße eines Bornhöveders fallen ließ. "Wir haben einfach unsere Chancen nicht genutzt, was in den vergangenen Partien noch ganz anders ausgesehen hatte. Besonders nach dem 0:1-Rückstand müssen wir ein Tor erzielen", bilanzierte Trottenberg, der anschließend nur noch den Kopf schüttelte: "Bornhöved hatte über die gesamte Spielzeit vielleicht zwei Eckbälle, und auch beim zweiten Treffer herrschte eigentlich gar keine Torgefahr."

SG Bornhöved/Trappenkamp: Schulz - Rückpaul, Waldron, Diephaus, Wengel, Birgül, Etemaj (30. Raiser), Slominski (60. Hegeler), Meseberg, Aichaoui (80. Freitag), Mannshardt.

TSV Wankendorf: Hamann - Hübner, Andresen (82. Ubben), Nordheim, Sperle - Heinrich, Weick, Theen, Usbek - Bär (65. Gerndt), F. Ebsen (72. Duggen).

SR: Leng (Schönwalde).

Zuschauer: 100.

Tore: 1:0 Mannshardt (15.), 2:0 Freitag (82.).

 


Henstedt-R. II - Gadeland 3:1

"Ich hätte an Rhens Stelle auch Spieler von der ersten Mannschaft eingesetzt, denn ich war mir sicher, dass die Gastgeber nach der 1:9-Pleite in Nortorf auf Wiedergutmachung aus waren", meinte Gadelands Coach Andreas Greier nach der Niederlage. Die Hausherren boten mit Marc Christ und Arne Westphal zwei Spieler auf, die nominell zum Kader des Schleswig-Holstein-Ligisten zählen. Aber auch eine weitere Tatsache bereitete den "Kleeblättern" Schwierigkeiten, wie Greier verriet: "Wir hatten zunächst etwas Probleme auf dem Kunstrasenplatz. Denn es war das erste Mal, dass wir auf diesem Untergrund gespielt haben." Bis zum 1:0 für die Gastgeber (37.) boten beide Mannschaften eine ausgeglichene Partie mit Chancen hüben wie drüben. Aber nach der Heimführung riss bei den Gästen etwas der Faden, sodass der 2:0-Pausenvorsprung für Henstedt-Rhen II insgesamt in Ordnung ging (41.). "Nach dem Seitenwechsel sind wir dann etwas offensiver zu Werke gegangen und haben die Gastgeber früher unter Druck gesetzt", erklärte Greier seine taktischen Maßnahmen. Während man auf der einen Seite die Offensive verstärkt, besteht auch immer die Gefahr, in einen Konter zu laufen. Genauso kam es dann in der 69. Spielminute, als die Einheimischen zur 3:0-Vorentscheidung trafen. Mehr als Ergebniskosmetik gelang den Neumünsteranern am Ende nicht mehr. Trotz 14-minütigen Überzahlspiels - Christ flog mit Gelb-Rot vom Platz - sprang nicht mehr als der Ehrentreffer durch Tobias Fanasch heraus (90./+2). Zu diesem Zeitpunkt waren die "Kleeblätter" sogar schon zwei Mann mehr auf dem Feld.

SV Henstedt-Rhen II: Pranzas - Hoffmann (83. Bednarowski), Meyer, Faddul, Ebeling, Schmidt (60. L. Pfeiffer), Bode, Christ, Hattendorf, Westphal (78. Pump), T. Pfeiffer.

TSV Gadeland: Evers - D. Braasch, P. Braasch, Frauenstein - Fanasch, Gerdt, Akcicek, Jablonski (46. An dres), Nötges (60. Dzierzawa) - Röder, Begas (78. Babiak).

SR: Siemers (Griebel).

Zuschauer: 50.

Tore: 1:0 Christ (37.), 2:0 Hattendorf (41.), 3:0 T. Pfeiffer (69.), 3:1 Fanasch (90./+1).

Gelb-Rote Karte: Christ (76., wiederholtes Foulspiel), Bode (beide Henstedt-Rhen II/90., Unsportlichkeit)

Quelle: Holsteinischer Courier (17.11.2008)