Saison 2008/09 - Pressebericht zum vierzehnten Spieltag der Verbandsliga Süd-West

6:4 nach 0:3 - PSV unterstreicht seine Klasse

10. November 2008 | Von Marc Nolte

Eine weiße Weste behielten die Verbandsligateams aus dem hiesigen Kreisfußballverband. Am nächsten an einem Punktverlust dran war ausgerechnet Tabellenführer Polizei-SV Union Neumünster, der beim SV Alemannia Wilster zwischenzeitlich mit 0:3 im Hintertreffen lag. Am Ende siegten die Grün-Weißen aber mit 6:4 und sicherten sich somit die inoffizielle Halbzeitmeisterschaft. Dank eines Kantersieges (9:1 gegen den SV Henstedt-Rhen II) schob sich der TuS Nortorf unterdessen auf Tabellenrang 3 vor. Ebenfalls einen Heimerfolg fuhren der TSV Wankendorf (4:2 gegen den FC Reher/Puls) und der TSV Gadeland (3:1 gegen ETSV Fortuna Glückstadt) ein.

Nortorf - Henstedt-Rh. II 9:1

Nicht spannend, aber torreich - so fiel die Bilanz der Zuschauer aus, die den Weg in die TuS-Arena auf sich genommen hatten. Für den Keeper von Henstedt-Rhen II, Marius Pranzas, hätte es an diesem Tag nicht viel schlimmer kommen können, denn er kam zu dem Ergebnis, dass er lieber gleich im Bett geblieben wäre: "Heute lief alles schief, was schief laufen konnte." Eine packende Partie kam zu keinem Zeitpunkt auf, denn dazu waren die Gäste einfach zu schwach und ließen den Nortorfern zu viel Freiraum, was die aber auch gut zu nutzen verstanden. Bereits zur Halbzeit war das ungleiche Duell mit einem 5:0 für die Elf vom Heinkenborsteler Weg entschieden. "Wir hatten uns einen Schlag vorgenommen und das hat heute richtig gut geklappt", meinte Nortorfs dreifacher Torschütze Jan-Jürgen Künstler nach dem Duell zufrieden. Auch Dierk Schröder war nach dem Sieg seiner "Jungs" angetan: "Wir haben sehr stark gespielt, und mit solch einer guten Leistung hätte ich nach den zuletzt vier unbefriedigenden Auftritten nicht gerechnet. Die Spieler haben mir gezeigt, dass ich vor der Partie die richtigen Worte gefunden habe." Was der Trainer sagte, verriet Künstler später: "Er meinte, wir sollen einfach wieder an uns glauben." Der schönste Treffer des Tages gehörte Nortorfs Thorben Schütt zum 8:1. Schütts Mitspieler Arie Ehlbeck lupfte den Ball in den Strafraum auf den späteren Torschützen, der alles auf eine Karte setzte und das Leder volley in den Giebel setzte. Der Stadionsprecher meinte ebenso kurz und knapp wie treffend: "Tor des Monats." Dass zu solch einem Ergebnis aber auch Glück dazugehört, erlebte Morten Boller bei seinem Tor zum 5:0-Halbzeitstand, als der Ball auf Grund eines Platzfehlers unhaltbar im Gästekasten einschlug. Da war es für die Nortorf-Fans nur halb so schlimm, dass sie auf ihre Tribüne noch warten müssen. Nortorfs Ligaobmann Mirko Nitschmann verriet: "Beim Transport ist aufgefallen, dass die Unterkonstruktion aus Holz schon etwas marode ist. Diese müssen wir jetzt erst einmal erneuern." Kleiner Trost: Viel Zeit zum Sitzen hätten die Nortorfer Fans bei neun Treffern eh nicht gehabt.

TuS Nortorf: Fischer (78. Wettern) - L. Redmann - O. Redmann (46. Göttsche), Klages (67. Ehlbeck) - Schütt, Ruwolt, Bruhn, M. Boller, Ladmia - Viergutz, Künstler.

SV Henstedt-Rhen II: Prauzas - Ebeling, L. Pfeiffer, Faddul, Hubert, Schmidt, Bode, Bessert (46. Haffendorf), Demirci (58. Pump), Neu (67. Czerwinsky), T. Pfeiffer.

SR: Horstmann (Wilster).

Zuschauer: 80 zahlende.

Tore: 1:0 Ruwolt (2.), 2:0 Künstler (12.), 3:0 Viergutz (13.), 4:0 Künstler (34.), 5:0 M. Boller (39.), 6:0 Ladmia (65.), 6:1 Bode (72.), 7:1 Viergutz (74.), 8:1 Schütt (82.), 9:1 Künstler (84.).

Besonderes Vorkommnis: Ebeling (Henstedt-Rhen II) schießt Elfmeter an den Pfosten (62.).
 

 

Gadeland - Glückstadt 3:1

Von Beginn an war es das von Gadelands Coach An dreas Greier erwartete schwere Spiel, sodass der Trainer zum einfachen Fazit kam: "Hauptsache, wir haben die drei Punkte." Ganz sicher nicht wie erwartet gingen die Gäste bereits nach knapp einer Viertelstunde in Führung. Aber das tat dem Spiel der Einheimischen gut. Von diesem Moment an entwickelten die "Kleeblätter" richtig Druck und glichen nur fünf Minuten nach dem Rückstand durch Pascal Begas zum 1:1 aus. "Gut, dass das Tor so schnell gefallen ist. Denn je länger sich die Glückstädter auf ihre Defensive beschränkt hätten, desto schwieriger wäre es wahrscheinlich für uns geworden", orakelte Greier. Noch besser war aber wohl die Tatsache, dass es nur weitere sieben Minuten dauerte, bis die Hausherren durch Marco Frauenstein gar in Führung gingen. Während beide Teams in der ersten Halbzeit noch für eine gute Unterhaltung sorgten, nahm das Spielniveau nach dem Seitenwechsel merklich ab. Die Glückstädter schafften es nicht, genügend Druck aufzubauen, um den Ausgleich zu erzwingen, wobei Greier später zugab: "Mit etwas Glück für die Gäste fällt durchaus das 2:2." Aber die Grün-Weißen machten es auch unnötig spannend, denn zunächst war es Dennis Röder (82.) und dann Begas (90.), die freistehend vergaben. Somit mussten die Gadeland-Fans bis in die Nachspielzeit warten, ehe Frauenstein mit seinem zweiten Treffer des Tages für die Entscheidung sorgte (90./+1, Foulelfmeter).

TSV Gadeland: Evers - D. Braasch, P. Braasch, Jacob - Jablonski (58. Andres), Akcicek (82. Nötges), Frauenstein, Begas, Gerdt - Röder, Babiak (85. Junkuhn).

Fortuna Glückstadt: Kleindienst - Braun, H. Celik, Dittmann, Horn, Schubert (63. Teetzen), Groth, Ladendorf, Glöy, Dewitz, Kölln.

SR: Esch (Bargteheide).

Zuschauer: 60.

Tore: 0:1 Ladendorf (15.), 1:1 Begas (20.), 2:1 Frauenstein (27.), 3:1 Frauenstein (90./+1, Foulelfmeter).



Alem. Wilster - PSV 4:6

"Vor der zweiten Halbzeit meiner Mannschaft muss ich den Hut ziehen, denn fünf Tore in 45 Minuten muss man erst einmal schießen", lobte PSV-Coach Norbert Heitmann den zweiten Durchgang seiner Elf. Nach dem Wechsel war es zunächst Christoph Maliszewski (51.), der einen Torwartfehler ausnutze, um zum 2:3 zu verkürzen. Den Ausgleich besorgte Patrick Fürst nach schönem Zuspiel von Philip Tinney (53.). Bei der Führung legte Fürst dann für Oliver Jurkic auf, der in der Viererkette begann und zur PSV-Führung einnetzte (77.). Daraufhin besorgte es Fürst wieder selbst und baute die Führung mit einem Doppelpack weiter aus (82., 90.), sodass die Partie zu Gunsten der Grün-Weißen entschieden war. Aber es gab auch noch einen ersten Durchgang - und der war mit Sicherheit nicht im Geringsten in Heitmanns Sinne. Gedanklich schienen die Neumünsteraner an die Leistung bei der 0:3-Pleite in Wahlstedt anknüpfen zu wollen, wobei auch zahlreiche personelle Umstellungen für fehlende Sicherheit sorgten. Nach 23 Minuten nutzte Wilsters Steffen Behrens einen Querschläger von Dennis Tomaschewski zur 1:0-Führung. Kurz danach zog sich PSV-Schlussmann Stefan Behmerburg eine Verletzung zu, und während sich Ersatzkeeper Sönke Winter noch warm lief, traf Steffen Behrens das zweite Mal (27.). Und auch Winters erste Aktion war nicht von Erfolg gekrönt, denn er musste den Ball nach einem Freistoßtreffer der Alemannen aus dem Netz holen (34.). Fürst konnte vor der Pause wenigstens noch auf 1:3 verkürzen (37.). "In der ersten Halbzeit waren wir gar nicht in der Spur und viel zu weit weg von den Leuten", erklärte Heitmann den Pausenrückstand. Bitter für den Tabellenführer und mittlerweile auch Halbzeitmeister aus Neumünster: Bei Behmerburg wurde ein Muskelfaserriss festgestellt, sodass für ihn das Fußballjahr 2008 beendet ist. Ein Fragezeichen steht auch noch hinter Sven Jahnsen, der kurzfristig ausgefallen war und sich wegen gesundheitlicher Probleme zur Untersuchung ins Krankenhaus begeben muss.

Alemannia Wilster: Mein - Manuel Alpen, Monscheuer, Hugger (60. von Holdt), Carstens, Kolbe, Früchtl, Matthias Alpen (80. T. Behrens), Stella, S. Behrens, Sievers.

Polizei-SV Union: Behmerburg (30. Winter) - Tomaschewski (46. Mali szewski), Jurkic, Arpe, Böttiger - Tinney, K. Valentin - Fürst, Eggers (69. Puphal), Aktas - Hasanovic.

SR: Ketelsen (Drelsdorf).

Zuschauer: 150.

Tore: 1:0, 2:0 S. Behrens (24., 27.), 3:0 Hugger (34.), 3:1 Fürst (37.), 3:2 Maliszewski (51.), 3:3 Fürst (53.), 3:4 Jurkic (77.), 3:5, 3:6 Fürst (83., 90.), 4:6 Sievers (90./+2).

 

Wankend. - Reher/Puls 4:2

Bedingt durch den Ausfall von Knuth Ehmcke und Mathias Gerndt, kamen die Gastgeber nur schwer in die Partie. Denn durch die beiden daraus resultierenden Umstellungen im Mittelfeld fehlte zunächst der konstruktive Spielaufbau. Aber auch die Gastgeber kamen nur mühselig in das Duell und konnten die Unsicherheiten der Blau-Gelben nicht ausnutzen. Jedoch besserte sich die Spielanlage der Jahnplatz-Elf von Minute zu Minute, sodass die Partie bereits zur Pause (3:1) so gut wie entschieden war. "Wir haben die Treffer zum richtigen Zeitpunkt erzielt und unsere Chancen konsequent genutzt", fasste Wankendorfs Trainer Peter Trottenberg die entscheidenden Szenen vor dem Seitenwechsel zusammen. Auch das späte Tor von Gästespieler Torsten Alter direkt vor dem Pausenpfiff (45./+3) brachte die Heimelf letztlich nicht mehr aus dem Konzept. Zunächst hatte es aber so ausgesehen, als ob die Partie doch noch einmal spannend werden könnte, denn nur 180 Sekunden nach dem Wiederbeginn musste Wankendorfs Helge Duggen mit der Ampelkarte im Gepäck vom Platz. Die Trottenberg-Truppe ließ sich aber nicht mehr um den Lohn ihrer Arbeit bringen und gestaltete die Begegnung trotz Unterzahl offen. Sogar das fünfte Tor wäre möglich gewesen, besaßen doch Bastian Heinrich (70.) und Dietmar Sperle (76.) richtig gute Einschussmöglichkeiten. "Unsere sichere Defensive hat den Sieg nach Hause gefahren", kommentierte Trottenberg abschließend. Trotz dieses "Dreiers" gegen einen unmittelbaren Tabellennachbarn und bislang nur einer Saisonniederlage bleibt der Wankendorf-Coach zurückhaltend: "Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen, denn die Plätze 12 und 13 sind nur ein paar Punkte weg."

Wankendorf: Hamann - Hübner, Andresen, Nordheim, Sperle - Heinrich, Weick, Theen (78. Balzer), Usbek - F. Ebsen (75. Ubben), Duggen.

FC Reher/Puls: Ladendorf - Rosemann, Offt (46. Weber), Fischer, Schümann (46. Rohweder), Tank, T. Albers, Alter, Göttsche, A. Albers, Schwarz.

SR: Schwarzer (Audorf).

Zuschauer: 65 zahlende.

Tore: 1:0 Duggen (30.), 2:0 F. Ebsen (40.), 3:0 Theen (45.), 3:1 Alter (45./+3), 4:1 F. Ebsen (64.), 4:2 Weber (88.).

Gelb-Rote Karte: Duggen (Wankendorf/48., Unsportlichkeit).

Quelle: Holsteinischer Courier (10.11.2008)