Saison 2008/09 - Pressebericht zum dreizehnten Spieltag der Verbandsliga Süd-West

2:1 - Gadeland liefert eine Abwehrschlacht

3. November 2008 | Von Marc Nolte

Nur eine Mannschaft aus dem Kreisfußballverband Neumünster hat am jüngsten Spieltag seine Partie in der Verbandsliga Süd-West verloren. Ausgerechnet Tabellenführer Polizei-SV Union musste ohne Zählbares die Heimreise vom SV Wahlstedt antreten (0:3). Ganz anders hingegen liest sich das Abschneiden des TuS Nortorf (2:1 bei Fortuna Glückstadt), des TSV Wankendorf (4:2 beim TSV Lägerdorf) und des TSV Gadeland (2:1 beim SV Todesfelde). Vor allem die "Kleeblätter" setzten mit dem Sieg beim einstigen Topfavoriten ein Ausrufezeichen.

F. Glückstadt - Nortorf 1:2

"Hauptsache mal wieder ein Erfolgserlebnis nach gleich drei sieglosen Spielen in Folge" lautete das Fazit des TuS Nortorf im Kreis Steinburg. TuS-Ligaobmann Mirko Nitschmann brachte die spielerische Darbietung der beiden Mannschaften auf den Punkt: "Am besten ist, wenn man über das Spiel gar nichts schreibt, und die Seiten weiß lässt." Die Nortorfer machten dort weiter, wo sie beim vergangenen Spiel gegen den SV Westerrade (2:3) aufgehört hatten: viele Unkonzentriertheiten, keine spielerische Linie und ohne Konzept. Somit war es nur die logische Konsequenz, dass die Blau-Weiß-Roten im ersten Durchgang zu keiner erspielten Möglichkeit kamen. Lediglich zwei Fernschüsse von Lars Redmann (8./aus 18 Metern) und Eike Bruhn (17./aus 22 Metern) strahlten so etwas wie Torgefahr aus. Die Glückstädter ließen spielerisches Können nur einmal aufblitzen, doch in dieser Situation gingen die Steinburger prompt mit 1:0 in Führung (39.). "Wir haben den Fehler gemacht, viel zu viel klein-klein zu spielen. Und dabei standen die Gastgeber gar nicht so tief, wie wir sie erwartet hatten", kritisierte Nitschmann die Darbietung des Favoriten. Auch nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Blau-Weiß-Roten nicht merklich, wobei die Rote Karte für Glückstadts Mustafa Yilmaz (55.) die Sache eigentlich hätte leichter machen können. "Wir haben es nicht verstanden, die Überzahl mit spielerischen Mitteln auszunutzen, aber dennoch denke ich, dass der Platzverweis der Knackpunkt des Duells war", kommentierte Nortofs Ligaobmann den zweiten Durchgang. Nur zehn Minuten nach dem Feldverweis glich Jan-Jürgen Künstler aus, sodass alles auf eine Punkteteilung hinauszulaufen schien. "Ich hatte schon nicht mehr mit einem Sieg gerechnet", gab Nitschmann später ehrlich zu. Aber letztlich sicherte sich die Elf vom Heinkenborsteler Weg doch noch drei Zähler, als Künstler mit seinem zweiten Treffer des Tages (87.) die Negativserie der Nortorfer beendete.


Fortuna Glückstadt: Kleindienst - Groth (15. Dose), H. Celik, Horn, Gloy, Dewitz, Dittmann, Kölln, Ladendorf, S. Celik (65. Bork), Yilmaz.

TuS Nortorf: Fischer - Göttsche - Ruwolt, Klages - Bruhn (46. Gudjons), Schütt, L. Redmann, Ehlbeck, Ladmia - Viergutz, Künstler.

SR: Wagner (Tralau).

Zuschauer: 80.

Tore: 1:0 S. Celik (39.), 1:1, 1:2 Künstler (65., 87.).

Rote Karte: Yilmaz (Glückstadt/55., Tätlichkeit
).

 

SV Wahlstedt - PSV 3:0

Nach der zweiten Saisonniederlage kann es für die Grün-Weißen nur heißen, das Spiel so schnell wie möglich abzuhaken. Aber es wurde auch deutlich, dass der PSV in der Liga inzwischen als "Übermannschaft" (Zitat eines Wahlstedter Zuschauers) angesehen wird. Nur so ist es zu erklären, dass bei bestem Fußballwetter zwei Rasenplätze nicht bespielbar sein sollten und das Duell auf einem Kunstrasenplatz ausgetragen wurde, der vergleichbar mit jenem schlechten Geläuf im Städtischen Stadion von Neumünster ist. "Bei uns spielen die erste und zweite Mannschaft immer auf demselben Platz, da dies organisatorisch leichter ist. Und die Stadt hatte Angst, dass zwei Spiele zu viel für den Rasen wären", erklärte Wahlstedts Coach und ehemaliger Ligatrainer des Polizei-SV Union, Thomas Arndt, die Entscheidung. Jedoch wird der Sieg für Arndt teuer werden, denn er versprach vor dem Duell seiner Elf, dass bei einem Sieg ab sofort nach jedem Spiel zwei Kisten Bier auf seine Rechnung gehen. Und damit noch nicht genug, muss der einstige PSV-Coach doch nun seine gesamte Mannschaft inklusive Begleitung auch noch zum Essen auf seine Rechnung einladen. Die Elf von der Stettiner Straße fand hingegen nicht zur gewohnten Leistung, was PSV-Spieler André Eggers so kommentierte: "Wir sind einfach nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen, und in den vergangenen beiden Partien hatte sich schon angedeutet, dass wir spielerisch etwas nachgelassen haben." Die frühe 2:0-Führung der Heimelf und vor allem auch der verschossene Elfmeter von Patrick Fürst (27.) bauten die Wahlstedter auf, und der PSV verstand es nicht, seine Schnelligkeit und technische Überlegenheit auszuspielen. Überhaupt hatte man als Fan der Grün-Weißen das Gefühl, dass die Neumünsteraner noch den ganzen Abend hätten weiterspielen können, ohne zu einem Torerfolg zu kommen. PSV-Coach Norbert Heitmann wollte die Niederlage nicht überbewerten: "Wir müssen das jetzt vergessen und nach vorne schauen. Die Jungs bekommen erst einmal trainingsfrei, und dann werden wir sehen, ob die Niederlage zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist." Eggers fand sogar noch etwas Positives an der Pleite: "Nach der Niederlage gegen Todesfelde haben wir acht Spiele in Folge gewonnen. Ich hoffe, dass wir jetzt wieder so eine Serie starten."

SV Wahlstedt: Gromoll - Thomsen, Braun, Schlehe, R. Mroz, Zimmer, Ahrendt (84. Tröster), Kellerer, M. Mroz, Polak (86. Banani), Baaske (74. Pzieb).

Polizei-SV Union: Behmerburg - P. Schenzer, Jahnsen (63. Hasanovic), Arpe, Puphal (60. Jurkic) - Tinney, K. Valentin (60. Böttiger) - Aktas, Mali szewski, Eggers - Fürst.

SR: Möller (Kellinghusen).

Zuschauer: 160.

Tore: 1:0 Baaske (5.), 2:0 Kellerer (16.), 3:0 Ahrendt (62.).

Bes. Vork.: Gromoll (Wahlstedt) hält Foulelfmeter von Fürst (27.).


Lägerdorf - Wankendorf 2:4

Vor allem auf Grund der ersten 45 Minuten geht der Auswärtserfolg der Blau-Gelben in Ordnung. "Das war im ersten Durchgang richtig guter Fußball von uns", kam Wankendorfs Coach Peter Trottenberg zu einem ähnlichen Resümee. Die Jahnplatz-Kicker erspielten sich Chance um Chance und nutzen diese Überlegenheit auch, um zur Pause bereits mit 4:0 in Führung zu liegen. Lediglich der erste Treffer von Christian Nordheim (20.) bedurfte einer Standardsituation (Freistoß), die anderen Tore waren die Konsequenz aus der spielerischen Überlegenheit der Gäste. "Nach dem Seitenwechsel haben wir es uns dann selbst unnötig schwer gemacht", bilanzierte Trottenberg die zweiten 45 Minuten. Aber wirklich in Gefahr geriet der "Dreier" der Gäste nicht, denn dazu standen die Blau-Gelben in der Defensive zu gut. Die Trottenberg-Schützlinge verstanden es dafür nicht mehr, den Ball gut zu behaupten, um in Ruhe das Spiel aufzubauen, was in der ersten Halbzeit noch der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Kontrahenten gewesen war. Mit zwei Toren nach Standards fanden die Hausherren noch einmal zurück in die Partie. "Wir hatten einige Möglichkeiten, das Duell frühzeitig noch deutlicher für uns zu entscheiden, aber letztlich war der Gegentreffer zum 2:4 nicht mehr als Makulatur", zog der Wankendorf-Trainer die Bilanz. Ein Sonderlob verdiente sich an diesem Tag noch das Schiedsrichtergespann unter der Leitung von Pavel Zabinski (Nordhastedt), das die Partie souverän leitete.


TSV Lägerdorf: Jörgs - Skottke, Bellin, Klitzke, Jakobeit, Wüst, Tiedemann, Giese, Kuhn, Gressmann (46. Hastigsputh), Strüven.

TSV Wankendorf: Hamann - Hübner, Andresen, Sperle, Nordheim - Weick, Heinrich, Usbek, Gerndt (86. Duggen) - Theen (78. Usbek), F. Ebsen (78. Bär).

SR: Zabinski (Nordhastedt).

Zuschauer: 80.

Tore: 0:1 Nordheim (20.), 0:2 Theen (37.), 0:3 Gerndt (42.), 0:4 F. Ebsen (44.), 1:4 Strüven (55.), 2:4 Tiedemann (88.).



Todesfelde - Gadeland 1:2

"Wenn die Todesfelder in der ersten Halbzeit zwei oder drei ihrer Riesenchancen nutzen, dann gehen wir hier richtig unter", gab Gadelands Coach Andreas Greier nach dem Spiel sportlich fair zu Protokoll. Aber die favorisierten Hausherren haben ihre Gelegenheiten nun einmal nicht genutzt. Möglichkeiten besaßen sie zeitweise gar im Minutentakt (3., 5., 23., 30., 31., 33., 34.). "Da brauchte es von mir schon eine kräftige Kabinenansprache", beantwortete Greier die Frage, warum es nach dem Seitenwechsel auf einmal besser lief. Die Gadelander nahmen den Kampf an und wurden teilweise sogar selbst aktiv. Belohnt wurde die Leistungssteigerung bereits drei Minuten nach dem Seitenwechsel, als Patryk Babiak im Strafraum gelegt wurde und Gadelands Tobias Fanasch den fälligen Foulelfmeter zu nutzen wusste. Doch die Einheimischen steckten nicht auf und kamen nur sieben Minuten später zum Ausgleich. Kurze Zeit später verhinderte Gästekeeper Alexander Evers mit einer Parade die Heimführung (59.). Nach einer weiteren Todesfelder Chance (63.) war es dann Gadelands Dennis Röder, der den Underdog erneut in Führung brachte (70.). "Von nun an war es eine richtige Abwehrschlacht", beschrieb Greier das, was sich von nun an auf dem Platz abspielte.


SV Todesfelde: Friedrichs - Timmermann, Haldau, Reining, Schottler, Bruhn (81. Grandt), Möller, Lübcke, Habich, Sari (87. Lembke), Sarlak.

TSV Gadeland: Evers - D. Braasch, Jacob, P. Braasch - Jablonski, Frauenstein (58. Gerdt), Akcicek (71. An dres), Fanasch, Begas (87. Harfst) - Röder, Babiak.

SR: Puck (Kaköhl).

Zuschauer: 220.

Tore: 0:1 Fanasch (48./Foulelfmeter), 1:1 Sarlak (55.), 1:2 Röder (70.).

Quelle: Holsteinischer Courier (03.11.2008)