Saison 2008/09 - Pressebericht zum zwölften Spieltag der Verbandsliga Süd-West

2:0 - Primus PSV trotzt Glückstädter Härte

27. Oktober 2008 | Von Marc Nolte

Die unterschiedlichsten Gesichtsausdrücke konnte man nach dem jüngsten Spieltag bei den Fußballfans in der Verbandsliga Süd-West ausmachen. Glück und Erleichterung sah man an der Dannenkoppel, wo der TSV Gadeland sein wichtiges Duell gegen den Abstiegskonkurrenten SV Schackendorf mit 6:1 für sich entschied. Ernüchterung sowie Enttäuschung machte sich hingegen am Heinkenborsteler Weg breit, wo sich der TuS Nortorf nach der 2:3-Niederlage gegen den SV Westerrade erst einmal vom Kampf um die vorderen Ränge verabschiedete. Beim Polizei-SV Union Neumünster gab es dagegen wenig Neues zu beobachten. Beim Tabellenschlusslicht ETSV Fortuna Glückstadt siegte der Ligaprimus mit 2:0. Der TSV Wankendorf war spielfrei und konnte seine Kräfte schonen.

Nortorf - SV Westerrade 2:3

In der Stadionzeitung der Blau-Weiß-Roten, dem "Arena-Echo", wurde das Spiel gegen Westerrade als "Kampf um die UEFA-Cup-Plätze" tituliert - kurz gesagt: als Duell ums obere Tabellendrittel. Doch einige Akteure schienen den Ernst der Partie nicht erkannt zu haben, denn es fehlte den Gastgebern technisch und kämpferisch an fast allem. Am Ende sicherten sich die ebenfalls nicht überzeugenden Gäste einen verdienten Auswärtserfolg und bauten damit auch die Serie, seit dem 6. September - dem Hinspiel, das die Nortorfer noch mit 2:0 für sich entschieden hatten - ungeschlagen zu sein, aus. "Mir fehlen einfach die Worte", fand TuS-Ligaobmann Mirko Nitschmann die richtige Aussage für die Darbietung der Einheimischen. Dass die Elf vom Heinkenborsteler Weg vom Pech verfolgt war, kann man nicht als Erklärung heranziehen. In der dritten Spielminute hatte sie Glück, dass Westerrades Björn Holger das Netz von der falschen Seite traf. Ähnlich war es unmittelbar vor dem Pausenpfiff, als Gästespieler Tarek Hepp es schaffte, den Ball aus zwei Metern am leeren Tor vorbeizuschießen. Aber vor allem Nortorfs Jan-Jürgen Künstler kann sich bei Fortuna bedanken, dass seine Tätlichkeit gegen Westerrades Heiko Frenzel vom ansonsten guten und äußerst souverän auftretenden Unparteiischen Patrick Weber (Gelting) nicht gesehen wurde (62.). Im ersten Durchgang benötigen die Gäste gerade einmal vier Torschüsse, um mit 2:0 in Führung zu gehen (7., 30.). Doch es keimte noch einmal Hoffnung auf, als TuS-"Knipser" Florian Viergutz sich energisch gegen zwei Westerrader durchsetzte und den Ball zum Anschlusstreffer im Netz unterbrachte (32.). Genau an diesem unbedingten Willen fehlte es aber zu oft. "Auch in der zweiten Halbzeit haben wir es nicht einmal geschafft, unser Spiel auf den Platz zu bringen", erklärte Nitschmann, warum es nach dem Seitenwechsel nicht besser wurde. Dass es nach dem zwischenzeitlichen 1:3 (54.) am Ende überhaupt noch einmal enger zuging, lag an Westerrades leichtfertigem Umgang mit besten Konterchancen. Die Möglichkeiten entstanden aber nicht durch schnelles und konsequentes Umschalten von Defensive auf Offensive, sondern eher durch individuelle Fehler oder gar Aussetzer in der TuS-Defensive. Viergutz, wer auch sonst, brachte die Heimelf noch einmal in die Nähe eines Punktgewinns (86.). Aber auch danach wurde das Spiel der Blau-Weiß-Roten nicht konsequenter. Anstatt die Bälle noch einmal hoch in den Strafraum zu schlagen, um durch Viergutz oder Ole Redmann doch noch zum 3:3 zu kommen, wurde der Ball lieber noch einmal quer gespielt. Somit haben die Nortorfer ihr drittes Spiel in Folge nicht gewonnen und müssen sich nun erst einmal in Richtung graues Tabellenmittelfeld orientieren.

TuS Nortorf: Fischer - L. Redmann - Gudjons (65. O. Redmann), Klages - Schütt (46. Ehlbeck), Ruwolt, Bruhn (46. Dennis Schröder), M. Boller, Ladmia - Viergutz, Künstler.

SV Westerrade: Heinrich - Hasselwander (59. Schiefke), Evers, Frenzel, M. Hepp (77. Vincenti), Clausen, Hoger, Pauls, T. Hepp, David (54. Lübcke), Schaie.

SR: Weber (Gelting).

Zuschauer: 104 zahlende.

Tore: 0:1 Schaie (7.), 0:2 Klages (30./Eigentor), 1:2 Viergutz (32.), 1:3 T. Hepp (54.), 2:3 Viergutz (86.).



Gadeland - Schackendorf 6:1

Es muss schön sein für den verletzten Gadelander Kapitän Philip Hauberg, dass eine "Jungs" so gut auf ihn hören. Vor dem Duell hatte er einen Sieg gefordert, um nicht vollends in den Abstiegsstrudel zu geraten. Von Beginn an zeigten die "Kleeblätter", dass sie diesen Auftrag auch erfüllen wollten, denn schon vor der Pause gingen die Hausherren durch Dennis Röder (15.), Pascal Begas (32.) und Tobias Bethke (42.) deutlich in Führung, wobei Röder (32.) und Sven Jacob (38.) sogar noch weitere gute Möglichkeiten ungenutzt ließen. "Es war von beiden Seiten ein sehr gutes Spiel und hätte am Ende auch 10:3 ausgehen können", kommentierte Gadelands Trainer Andreas Greier die Darbietung der beiden Teams. Denn auch die Schackendorfer hatten in der ersten Halbzeit gute Einschussmöglichkeiten (4., 44.). Nach dem Seitenwechsel schalteten die Grün-Weißen keinen Gang runter und erspielten sich weiter Chance um Chance. Letztendlich kamen aber "nur" noch Jacob (64.), Niklas Nötges (89.) und Röder (90.) zum Torerfolg. Weniger gut stellten sich Patryk Babiak (51.), Begas (59.) und Tobias Fanasch (85.) im zweiten Durchgang an, sodass es am Ende nicht noch deutlicher zu Gunsten der "Kleeblätter" ausfiel. "Wir waren die bessere Mannschaft und die ganze Zeit über eng an den Leuten dran", brachte Greier den Unterschied auf den Punkt. Aber er fand auch Anlass zur Kritik: "Wir haben wieder unsere Chancen nicht optimal ausgenutzt." Dank dieses "Dreiers" haben die Grün-Weißen nun erst einmal die Abstiegsränge hinter sich gelassen und rangieren auf Tabellenplatz 12.
 

TSV Gadeland: Evers - D. Braasch, Jacob (74. Andres), P. Braasch - Bethke, Frauenstein, Akcicek (80. Junkuhn), Jablonski, Begas - Röder, Babiak (87. Nötges).

SV Schackendorf: Sven Bossert - Stolten, Volkmann, A. Tröster (80. Otto), D. Meuser, Henze, Aylani (80. Hoffström), Feldmayer, Fröhlich, Flögel, V. Tröster (60. Brehmer).

SR: Zunker (Breitenfelde).

Zuschauer: 70.

Tore: 1:0 Röder (15.), 2:0 Begas (32.), 3:0 Bethke (42.), 3:1 Fröhlich (45.), 4:1 Jacob (64.), 5:1 Nötges (89.), 6:1 Röder (90.).

 

 

F. Glückstadt - PSV 0:2

"Pflichtaufgabe erfüllt" lautet das Resümee der Grün-Weißen nach ihrem Auswärtsspiel beim 70 Kilometer entfernten Tabellenschlusslicht Glückstadt. "Wir sind das Spiel wie gewollt angegangen, und die Gastgeber haben sich nur darauf beschränkt, in der Defensive zu stehen", beschrieb PSV-Coach Norbert Heitmann das gesamte Spielgeschehen. Personell gab es bei den Gästen nur eine Umstellung im Gegensatz zum 2:1-Auswärtssieg in Gadeland. Für den mit Grippe ausgefallenen Sven Jahnsen rückte André Eggers von der Sturmspitze ins Abwehrzentrum, und den dafür freigewordenen Platz nahm Alija Hasanovic ein. Bereits in der achten Minute belohnte sich der Tabellenführer für sein Engagement, als Hasanovic einen langen Ball von Philip Schenzer zur Führung nutzte. Die Glückstädter versuchten ihre mangelnde Technik und Spielauffassung durch Überhärte zu kompensieren. Dagegen muss sich der überlegene Favorit den Vorwurf gefallen lassen, den Ball zu lange gehalten und damit unnötige Zweikämpfe provoziert zu haben. Die nahezu logische Konsequenz der überharten Spielweise der Heimelf war die Achillessehnenverletzung von PSV-Spieler Philip Tinney. Spätestens, als Christoph Maliszewski aus 20 Metern per Freistoß zum 0:2 traf, war die Partie entschieden. Denn der Letzte erarbeitete sich in der gesamten Partie nicht eine Torchance. Der Sieg der Grün-Weißen wäre eigentlich auch noch wesentlich deutlicher ausgefallen, aber der Unparteiische erkannte Treffer von Hasanovic (60./Foul am Torwart), Eggers (62./Abseits) und Torben Krauel (75./Handspiel) nicht an, wobei alle drei Entscheidungen äußerst umstritten waren.


Fortuna Glückstadt: Hohmann - Horn, Celik, Wähling, Dittmann, Horn, Ladendorf, Groth, Bork, Dewitz (80. Braun), Kölln.

Polizei-SV Union: Johannsen - P. Schenzer (80. Tomaschewski), Böttiger, Eggers, Puphal - Tinney (57. Krauel), K. Valentin - Fürst (65. Jurkic), Aktas, Maliszewski - Hasanovic.

SR: Gilgenberger (Nützen).

Zuschauer: 100.

Tore: 0:1 Hasanovic (8.), 0:2 Mali szewski (34.).

Gelb-Rote Karte: Dittmann (Glückstadt/50./wiederholtes Foulspiel).

Quelle: Holsteinischer Courier (27.10.2008)