Saison 2008/09 - Pressebericht zum elften Spieltag der Verbandsliga Süd-West
2:1 - PSV macht es unnötig spannend
20. Oktober 2008 | Von Marc Nolte
Der Polizei-SV Union Neumünster war der einzige Verein aus dem hiesigen Kreisfußballverband, der am jüngsten Verbandsliga-Spieltag einen Sieg einfuhr. Im Derby beim TSV Gadeland sicherte sich der Tabellenführer einen verdienten 2:1-Erfolg und vergrößerte seinen Vorsprung vor Platz 2 auf sage und schreibe acht Punkte. Dass eine gute Halbzeit für einen Heimsieg zu wenig ist, mussten die anderen beiden Vertreter am elften Spieltag erkennen. Während der TuS Nortorf nach einer guten ersten Hälfte am Ende mit einem Punkt leben musste (3:3 gegen die Kaltenkirchener TS), brauchte der TSV Wankendorf einen starken zweiten Durchgang, um noch zum 1:1 gegen Alemannia Wilster zu kommen.
Nortorf - Kaltenkirchen 3:3
Als Kaltenkirchens Marcel Mundhenk in der zweiten Minute der Nachspielzeit aus acht Metern an Nortorfs Keeper Stefan Fischer scheiterte, wären die Gastgeber beinahe richtig für ihr Auftreten im zweiten Durchgang bestraft worden. Denn trotz einer 3:1-Halbzeitführung schafften es die Schröder-Schützlinge nicht, eine richtige Linie in ihr Spiel zu bringen. Im ersten Abschnitt gelang es den Gastgebern noch, die Fehler der Kaltenkirchener konsequent zu nutzen und aus fünf Chancen drei Tore zu machen. "Nach der Pause haben wir es dann nicht verstanden, mit der Führung im Rücken unsere Konter auszuspielen. Zu oft wurde der Ball nur lang nach vorne geschlagen, und vor allem wurde dem Gegner viel zu viel Platz gelassen", brachte TuS-Ligaobmann Mirko Nitschmann die Probleme auf den Punkt. Insgesamt wirkte das Auftreten der Elf vom Heinkenborsteler Weg zu unreif, denn es fehlte am Konzept und an der nötigen Ruhe im Spiel nach vorne. Die besten Konterchancen wurden nur allzu leichtfertig vergeben. Vor allem KT-Mittelfeldakteur Jury Geibel konnte schalten und walten, wie er wollte. Neben seinen drei Toren war der Kaltenkirchener auch an nahezu allen anderen Offensivaktionen der Gäste beteiligt. Letztendlich schafften es die Gäste, mit sehenswerten Fußball über die Außenbahnen wieder in die Partie zurückzufinden. "Unterm Strich ist es ein gerechtes Remis, wobei es natürlich ärgerlich ist, dass wir eine 3:1-Pausenführung aus der Hand gegeben haben", resümierte Nitschmann.TuS Nortorf: Fischer - L. Redmann - Gudjons, Klages - Bruhn, Dennis Schröder, Schütt, Ruwolt (46. Göttsche), Ehlbeck - Künstler, Viergutz (68. M. Boller).
Kaltenkirchener TS: Krause - Dams (76. Flack), Rausch, Güvenir, Medos - Münzel, Geibel, Schuhmacher, Kätow - Peters, Schulz (46. Mundhenk).
SR: Böck (Rethwisch).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Künstler (14.), 1:1 Geibel (30.), 2:1 Viergutz (33.), 3:1 Ehlbeck (44.), 3:2, 3:3 Geibel (76., 84.).
TSV Gadeland - PSV 1:2
Der Blick aufs pure Ergebnis könnte den Anschein erwecken, dass sich beide Mannschaften eine packende Partie lieferten und am Ende der Glücklichere das Spiel für sich entschied. Aber ganz so war es dann doch nicht, denn der Tabellenführer von der Stettiner Straße versäumte es lediglich, seine Überlegenheit in ausreichend Tore umzumünzen. "Es war unser eigenes Verschulden, dass es am Ende noch einmal eng wurde. Chancen jedenfalls hatten wir genug", schätzte der spielende PSV-Co-Trainer Sven Jahnsen das Duell ähnlich ein. Nachdem es die Gäste versäumt hatten, ihre individuelle Stärke konsequenter zu nutzen, um in Führung zu gehen (11./Patrick Fürst), verwehrte Schiedsrichter Thies Plambek (Kirchbarkau) dem PSV nach einem Foul von Gadelands Tobias Bethke an Fürst einen klaren Elfmeter (23.). Auf der Gegenseite wären die "Kleeblätter" mit etwas Glück sogar in Führung gegangen. Christian Lemke hielt nach einem Schuss von Dennis Braasch einfach mal den Fuß hin, scheiterte aber (41.). Eine Minute vor dem Seitenwechsel belohnten sich die Gäste dann doch noch selbst, als ausgerechnet einer der ehemaligen Gadelander im Dienst des PSV, Philip Tinney, sich schön an der Seitenlinie durchsetzte und nach einem Zusammenspiel mit André Eggers den Ball im Tor der Heimelf unterbrachte (44.). Nach dem Seitenwechsel wurde zeitweise ein Klassenunterschied deutlich, denn wenn der Spitzenreiter das Tempo anzog, ließen die guten Einschussmöglichkeiten auch nicht lange auf sich warten (47.). Die einzige herausgespielte Möglichkeit der "Kleeblätter" vergab Vitali Gerdt, als er den Ball am Tor vorbeilupfte (51.). Selbst nach dem vorentscheidenden 0:2 durch Eggers (63.) sah es eher nach dem nächsten PSV-Treffer als nach dem Anschlusstor aus. "Wenn wir den dritten oder vierten Treffer machen, wird es am Ende nicht mehr so eng", spielte PSV-Trainer Norbert Heitmann auf die weiteren glasklaren Chancen von Eggers (64.), Oliver Jurkic (68.) und Alija Hasanovic (78.) an. Vier Minuten vor dem Abpfiff kam dann doch noch einmal so etwas wie Spannung in die Partie, als die Hausherren durch ein "Zufallsding" (O-Ton von Gadelands Patryk Babiak) von Gerdt doch noch zum Anschluss kamen. Aber wirklich in Gefahr geriet der PSV-Sieg nicht mehr, denn dazu spielen die beiden Teams derzeit auf einem zu unterschiedlichen Niveau. Einen etwas anderen Eindruck offenbarte Gadelands Coach Andreas Greier nach dem Duell: "Die anderen stehen oben und haben Glück. Wir stehen in der Tabelle unten und haben es eben nicht. Wir hatten genügend Chancen zum Ausgleich und sogar zur Führung." Gadelands Abwehrspieler Bethke, der sich über die gesamte Spielzeit ein packendes Duell mit seinem ehemaligen Mitspieler Fürst lieferte, richtete den Blick schon wieder zur nächsten Aufgabe: "Wir müssen jetzt nach vorne gucken und uns auf das kommende Spiel gegen Schackendorf konzentrieren." Übrigens: In den letzten zehn Minuten kam vor allem durch die Leistung des 23-jährigen Referees Plambeck noch einmal Hektik in die Partie, denn der Unparteiische und sein Gespann sorgten mit ihrer gezeigten Leistung über 90 Minuten für Unmut und teils Verwunderung auf beiden Seiten. Es war vor allem der Besonnenheit der Spieler zu verdanken, dass das Derby an der Dannenkoppel nicht aus dem Ruder lief.
TSV Gadeland: Spantig - Bethke, P. Braasch, D. Braasch, Frauenstein (80. Nötges) - Fanasch, Begas (68. Akcicek), Gerdt, Röder - Babiak, Lemke (80. Andres).
Polizei-SV Union Neumünster: Johannsen - P. Schenzer, Jahnsen, Böttiger (80. Arpe), Puphal - Tinney, K. Valentin - Fürst, Aktas (73. Hasanovic), Mali szewski (65. Jurkic) - Eggers.
SR: Plambeck (Kirchbarkau).
Zuschauer: 230.
Tore: 0:1 Tinney (44.), 0:2 Eggers (63.), 1:2 Gerdt (86.).
Wankendorf - Al. Wilster 1:1
Zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten boten die Jahnplatz-Kicker ihren Fans. Während Wilster im ersten Durchgang die Partie dominierte und vor allem die drei Offensivakteure Christian Sievers, Manuel Alpen und Clemens Donner ständig für Gefahr sorgten, änderte sich das Geschehen im zweiten Durchgang komplett. "Der Gegner hat uns teilweise richtig vernascht, und wir sind im ersten Durchgang überhaupt nicht in die Partie gekommen", resümierte Wankendorfs Trainer Peter Trottenberg. "Wir hatten Glück, dass wir zur Halbzeit nur mit einem Treffer in Rückstand lagen", gab Trottenberg ehrlich zu, wobei auch Heimkeeper Florian Hamann mit mehreren Paraden einen Anteil am lediglich knappen Rückstand besaß. Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber scheinbar wieder mehr Lust auf Fußball und rissen das Spielgeschehen zunehmend an sich. Ein Fallrückzieher von Finn Ebsen (49.) und ein Lattentreffer von Dietmar Sperle (51.) waren hierbei nur die besten von vielen Möglichkeiten. Vor allem die beiden Wankendorfer Defensivakteure Christoph Hübner und Tim Andresen steigerten sich in der zweiten Halbzeit, sodass die Gäste nur noch bei Kontern für Gefahr sorgen konnten. Aber es bedurfte einer weiteren vergebenen Großchance (85./Duggen), ehe sich die Blau-Gelben für ihre Leistung belohnten (87.). Beinahe hätte es sogar noch zum Heimsieg gereicht, aber Knuth Ehmcke vergab eine Minute vor dem Spielende nach schönem Solo von Bastian Heinrich die große Chance zum 2:1-Siegtreffer, als er aus exakt elf Metern den Ball am Tor der Wilsteraner vorbeisetzte. "Auf Grund der zweiten Halbzeit hätten wir die Partie auch gewinnen können. Aber da wir mal wieder in Rückstand geraten sind, muss man mit dem Remis zufrieden sein", zog Trottenberg die Bilanz nach dem nunmehr schon sechsten Unentschieden des TSV Wankendorf im zehnten Saisonspiel.
TSV Wankendorf: Hamann - An dresen, Nordheim, Sperle, Hübner - Weick, Ehmcke, Theen (78. Heinrich), Gerndt (46. Duggen) - Usbek, F. Ebsen.
SV Alemannia Wilster: Mein - Stella (75. Schnefel), Albrechtsen, Hugger, Carstens, Kolbe, Früchtl (87. Schröder), Manuel Alpen, Sievers, Donner, Behrens.
Schiedsrichter: Jahnke (Moisling).
Zuschauer: 75.
Tore: 0:1 Manuel Alpen (5.), 1:1 Duggen (87.).Quelle: Holsteinischer Courier (20.10.2008)