Saison 2008/09 - Pressebericht zum zehnten Spieltag der Verbandsliga Süd-West

3:1 - PSV schickt Konkurrenz in die Wüste

 

13. Oktober 2008 | Von A. Schmuck/m. Nolte

 

Der Polizei-SV Union Neumünster dominiert die Fußball-Verbandsliga Süd-West und scheint sich derzeit nur selbst schlagen zu können. Der Tabellendritte TuS Nortorf schaffte es aber immerhin, den Grün-Weißen bei seiner 1:3-Niederlage an der Stettiner Straße das zweite Gegentor der Saison zuzufügen. Der TSV Wankendorf kam beim MTSV Hohenwestedt nicht über ein 1:1 hi naus, während der TSV Gadeland nach seinem 1:2 beim SV Wahlstedt weiterhin nur einen Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt ist.

 

 

PSV - TuS Nortorf 3:1

Spitzenreiter Polizei-SV Union ließ sich auch vom streng defensiv aufgestellten Kreisrivalen Nortorf nicht bremsen und landete vor einer endlich einmal stattlichen Kulisse an der Stettiner Straße den neunten Sieg im zehnten Spiel. Und der Erfolg war absolut verdient, denn die "Ordnungshüter" investierten wesentlich mehr als die Gäste und brachten auch die nötige Geduld auf. Beinahe hätte sich die Mauertaktik des TuS schon nach einer Viertelstunde als Bumerang erwiesen, doch nachdem Patrick Fürst fast von der Eckfahne aus Gästekeeper Stefan Fischer eine Glanzprade abgerungen hatte, brachte der von Lars Redmann heftig bedrängte Gökhan Aktas die Kugel nicht im leeren Kasten unter. Während der mit zahlreichen langen Bällen operierende PSV ein ums andere Mal Offensivattacken startete, sich dabei aber zunächst keine weiteren Gelegenheiten erspielte, hatte Nortorf als erstes Lebenszeichen nur einen Schütt-Schuss ans Außennetz zu bieten (29.). Doch nur kurz darauf zeigte Referee Michael Hirth auf den ominösen Punkt, da Sven Jahnsen den früheren PSV-Angreifer Thorben Schütt nach einem weiten Nortorfer Einwurf regelwidrig weggedrückt hatte. Florian Viergutz scheiterte mit dem fälligen, schwach geschossenen Strafstoß an Torhüter Arne Johannsen, dessen Vorderleute den gehaltenen "Elfer" (32.) keine zehn Minuten später vergoldeten. Erst vollendete Aktas einen Konter über Fürst und den grippegeschwächten André Eggers mit dem 1:0 (35.), dann sorgten dieselben Stationen auch noch für das 2:0 (39.) - vo rausgegangen waren in dieser Situation gleich zwei krasse Abwehrschnitzer des jungen Nortorfers Ole Redmann. Wie aus heiterem Himmel kamen die Gäste zum Anschlusstor, als Viergutz eine Ladmia-Flanke volley zum 2:1 verwertete (41.) - der erst zweite PSV-Gegentreffer in der laufenden Saison. Wer nun einen leidenschaftlichen Fight erwartet hatte, der wurde enttäuscht, da sich beide Teams klassisch neutralisierten und eine bestenfalls bedingt ansehnliche Partie boten. Nortorf zeigte fortan zwar mehr Engagement im Vorwärtsgang, brachte Johannsen und Co. aber nur noch einmal in Verlegenheit, als Schütt nach einer sehenswerten Stafette über Morten Boller und Jan-Jürgen Künstler im PSV-Keeper seinen Meister fand (81.). Zu diesem Zeitpunkt war die Vorentscheidung bereits gefallen. Denn 60 Sekunden zuvor hatte der eingewechselte Alija Hasanovic staubtrocken für das 3:1 gesorgt.

"Es war klar, dass es heute keinen Schönheitspreis zu gewinnen geben würde. Das war ein Arbeitssieg", konstatierte PSV-Trainer Norbert Heitmann, der mit einem Blick auf die Tabelle festhielt: "Eigentlich wollten wir nach einem Drei-Jahres-Plan verfahren, doch nun stehen wir schon nach einem Drittel der Saison klar vorn. Die Mannschaft zeigt Woche für Woche, was sie kann. Und wenn die anderen nicht aufsteigen wollen, dann wollen wir." Gästecoach Dierk Schröder verteidigte derweil seine defensive Marschroute und orakelte: "Das Niveau in der ersten Halbzeit war mir ziemlich egal. Und wenn der Elfmeter verwandelt wird, dann geht meine Taktik möglicherweise sogar auf." Schröder attestierte den Hausherren aber einen verdienten Sieg, "zumal wir viel zu unkonzentriert im Spielaufbau waren". Der nun drohende Alleingang des PSV rang ihm zwiespältige Gefühle ab. "Momentan ist es wirklich schwierig, einen ernsthaften Verfolger auszumachen. Aber bei der Drei-Punkte-Regel geht es manchmal ja sehr schnell", meinte Nortorfs Trainer.
 

Polizei-SV Union Neumünster: Johannsen - P. Schenzer, Jahnsen, Arpe, Tomaschewski - Tinney, K. Valentin (81. Böttiger) - Maliszewski, Aktas (87. Jurkic), Fürst - Eggers (62. Hasanovic).

TuS Nortorf: Fischer - L. Redmann - Klages, O. Redmann (46. Ruwolt), Dennis Schröder, Gudjons (65. Bruhn) - Viergutz, M. Boller, Ladmia, Künstler - Schütt.

Schiedsrichter: Hirth (Rödemis).

Zuschauer: 300.

Tore: 1:0 Aktas (35.), 2:0 Aktas (39.), 2:1 Viergutz (41.), 3:1 Hasanovic (80.).

Bes. Vork.: Johannsen (PSV) hält Foulelfmeter von Viergutz (32.).

 


Hohenwestedt - W’dorf 1:1

Die Wankendorf-Fans wussten nach der Partie nicht, ob sie mit dem Auswärtspunkt leben konnten, oder ob sie über die verlorenen zwei Punkte klagen sollten. Jedenfalls mussten sie sich mit dem fünften Unentschieden im neunten Saisonspiel (!) zufrieden geben. "Am Ende hätten wir sogar noch verlieren können. Aber unterm Strich ist es ärgerlich, dass wir unsere Chancen zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung nicht genutzt haben", resümierte Wankendorfs Coach Peter Trottenberg. Nicht nur, dass die Gästefans zusehen mussten, wie die Blau-Gelben eine Führung wieder hergaben, sie hatten auch zu verkraften, dass der Gegentreffer in Überzahl zustande kam. Aber auch die Heimelf hätte die Partie für sich entscheiden können, denn in den ersten zehn Minuten mussten die Trottenberg-Mannen zwei brenzlige Situationen überstehen (4., 8.), und auch nach dem 1:1 war ob mehrerer Gelegenheiten ein MTSV-Sieg möglich. Für die Jahnplatz-Elf wiede rum vergaben Christian Nordheim (12./Lattentreffer), Knuth Ehmcke (73./alleine vor Torwart Coprian) sowie Finn Ebsen (80. aus kurzer Distanz) beste Möglichkeiten. Dennoch hätte der Siegtreffer aus Trottenbergs Sicht noch fallen müssen: "In der Nachspielzeit wurde uns ein klarer Elfmeter verwehrt. Der Assistent hatte ein Foul angezeigt, aber der Referee sah das anders."
 

MTSV Hohenwestedt: Coprian - Thun (70. Karstens), Kasch, Butenschön, Jera, Schulz (70. Krüger), Struwe (55. Bollow), Schröder, Gieseler, Gloy, Ehlers.

TSV Wankendorf: Hamann - Andresen, Sperle, Nordheim, Weick - Heinrich (85. Ubben), Usbek, Gerndt, Ehmcke - Theen (70. Duggen), F. Ebsen (80. Hübner).

SR: Walter (Windbergen).

Zuschauer: 150.

Tore: 0:1 Heinrich (43.), 1:1 Bollow (78.).

Rote Karte: Gieseler (Hohenwestedt/77., grobes Foulspiel).

 


SV Wahlstedt - Gadeland 2:1

Wie von Gadelands Coach Andreas Greier in der Vorschau angekündigt, waren die Gäste nach der 0:4-Pleite im Hinspiel von der ersten Minute an auf Revanche aus. "Ich habe meine Jungs auch vor dem Spiel nochmals ausdrücklich da rauf hingewiesen, aber sie haben dann doch gepennt", analysierte Greier den frühen Rückstand (4.). Doch Pascal Begas egalisierte schnell (17.). Danach vergaben Patryk Babiak (20.) und Dennis Röder (22.) Chancen zur Pausenführung für die Schwalestädter. Auch nach dem Wechsel war es Babiak, der die Möglichkeit zum 1:2 versiebte (52.). Nach dem erneuten Rückstand (61.) wollten die Gäste wenigstens einen Punkt mitnehmen, sodass Greier alles auf eine Karte setzte und in der Defensive Mann gegen Mann spielen ließ. Die beste Möglichkeit zum 2:2 verpasste Christian Lemke, als er sieben Minuten vor dem Ende in aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig traf. "Die beiden wissen selbst nicht, warum sie die guten Möglichkeiten nicht genutzt haben", kommentierte Greier die vergebenen Möglichkeiten von Babiak und Lemke. "Machen wir in der ersten Halbzeit das 2:1, gewinnen wir die Partie. Schade, dass wir am Ende nicht wenigstens einen Punkt geholt haben", meinte Greier abschließend.


SV Wahlstedt: Gromoll - Braun, Thomsen, Tröster, M. Mroz, Zimmer, Schlehe (80. Jensen), Kellerer, Polak (54. Baaske), Wrzeszinski (54. Banani), Arndt.

TSV Gadeland: Spantig - Fanasch - Jacob, P. Braasch (82. Lemke) - Begas, Frauenstein, Gerdt, Akcicek (54. Dzierzawa/82. Lemke), Jablonski - Röder, Babiak.

SR: Kossiski (Lägerdorf).

Zuschauer: 80.

Tore: 1:0 Arendt (4.), 1:1 Begas (17.), 2:1 Kellerer (61.).

Quelle: Holsteinischer Courier (13.10.2008)