Saison 2008/09 - Pressebericht zum siebten Spieltag der Verbandsliga Süd-West
4:0 - PSV schüttelt auch Lägerdorf ab
Der Polizei-SV Union Neumünster lässt sich nicht beirren und ist drauf und dran, sich in der Fußball-Verbandsliga Süd-West ein fettes Punktepolster für den kalten Winter anzufuttern. Die "Ordnungshüter" gewannen das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten TSV Lägerdorf glatt mit 4:0 und festigten damit den ersten Platz. Zudem kam der wohl ärgste Titelkonkurrent des PSV, der SV Todesfelde, beim TSV Wankendorf über ein 1:1 nicht hinaus. Der 1:0-Derbysieg des TuS Nortorf gegen den TSV Gadeland geriet angesichts dieser beiden Resultate fast ein wenig in den Hintergrund.
TuS Nortorf - Gadeland 1:0
Die Nortorfer landeten einen doch glücklichen Sieg in einem nur sehr durchschnittlichen Derby. Gegen einen defensiv eingestellten Gast waren die Platzherren zwar die aktivere Mannschaft, ohne jedoch zu überzeugen. Es waren die Greier-Mannen, die in der sechsten Minute die erste Möglichkeit des Spiels hatten: Dennis Röder zwang Nortorfs Schlussmann Stefan Fischer zur ersten Parade. Nach einer Viertelstunde besaßen die Hausherren ihre erste Möglichkeit durch Florian Viergutz, doch der Stürmer scheiterte an Torwart Dennis Spantig. In der 28. Minute war es dann Yacine Ladmia, der knapp am Tor der Gäste vorbeischoss. Als alle eigentlich auf den Halbzeitpfiff des Schiedsrichters warteten, kam die Schröder-Elf noch einmal durch Ladmia zu einer guten Möglichkeit, doch der Kopfstoß des Ex-Wasbekers aus fünf Metern strich haarscharf am Tor vorbei. Und auch auf der Gegenseite wurde es vor der Pause noch einmal turbulent. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte versiebte Tobias Fanasch die wohl größte Möglichkeit des Derbys, als er aus 14 Metern nur den Pfosten des Nortorfer Gehäuses traf. Nach dem Wechsel spielte sich das Geschehen zumeist im Mittelfeld ab. Und so fiel das Tor des Tages nach 63 Minuten etwas überraschend. Viergutz markierte per Kopf nach Vorarbeit des eingewechselten Eike Bruhn den goldenen Treffer. In der Folge wurden die Gäste etwas offensiver und hatten durch Patryk Babiak in der 69. Minute die Möglichkeit zum Ausgleich, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Die letzte Chance am Heinkenborsteler Weg besaß Christian Lemke fünf Minuten vor dem Ende: Drei Meter vor dem Kasten hatte er den Ausgleich vor Augen, doch auch sein Versuch verfehlte das Ziel. Nach dem Spiel waren sich der Ligaobmann der Platzherren, Mirko Nitschmann, und Gästetrainer Andreas Greier einig: "Das war ein glücklicher Derbysieg für Nortorf."
TuS Nortorf: Fischer - Göttsche, Gudjons, Klages, Ehlbeck (46. Künstler) - Dennis Schröder, L. Redmann, Ruwolt (59. Bruhn), M. Boller - Ladmia,Viergutz.
TSV Gadeland: Spantig - D. Braasch, Dzierzawa (75. Hildebrandt), Jacob, Nötges - Lemke, Fanasch, Akcicek, Bethke, Röder - Babiak (75. Jablonski).
SR: Dierks (Horst).
Tor: Viergutz (64.).
Zuschauer: 130.
Wankend. - Todesfelde 1:1
Am Jahnplatz rieben sich die Zuschauer die Augen, denn keiner der Anwesenden konnte festellen, wer das vermeintliche Spitzenteam der Verbandsliga Süd-West ist. Die Platzherren waren in der ersten Halbzeit keineswegs schlechter als die hoch gehandelte Weber-Elf. Beide Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig, was zur Folge hatte, dass es nur wenige Tormöglichkeiten gab. Da die Trottenberg-Elf sehr gut in der Defensive stand, hatten die eigentlich offensivstarken Todesfelder keine zwingenden Chancen. Im Gegenteil: In der 16. Minute erzielte Finn Ebsen das 1:0 für die Platzherren. Nach diesem Treffer drückten die Gäste zwar aufs Tempo, doch eigentlich waren sie nur durch Standards gefährlich. In der 35. Minute besaßen die Wankendorfer sogar die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, doch Ebsen und Knuth Ehmcke ließen eine Doppelchance ungenutzt. Zwei Minuten später bekamen die Gäste nach einem Foul von Ehmcke an René Lübcke einen Foulelfmeter zugesprochen, den Metin Sari zum 1:1 versenkte. Nach dem Wechsel war der SVT zwar aktiver, doch große Möglichkeiten hatte der Tabellendritte nicht mehr zu verzeichnen. Die Platzherren blieben stets durch Konter gefährlich. Mit etwas mehr Glück hätten die Einheimischen beinahe noch gewonnen, denn in der Schlussphase besaßen erst Alexander Usbek und anschließend Bastian Heinrich nach Kontern noch gute Gelegenheiten, den erneuten Führungstreffer zu erzielen. Nach der Partie war Wankendorfs Trainer Peter Trottenberg zufrieden. "Wir haben heute sehr gut gestanden und keine großen Chancen für den Gegner zugelassen", freute er sich über eine gute Abwehrleistung.
TSV Wankendorf:Hamann - Hübner, Andresen, Nordheim, Sperle - Heinrich, Theen (65. Duggen), Ehmcke, Weick, F. Ebsen (75. Bär),Usbek.
SV Todesfelde: Friedrich - Schottler (70. Günel), Tambalque, Timmermann (88. Mabouta), Lembke (73. Rückert) - Sarlak, Möller, Ilinsch, Habich - Sari, Lübcke.
Tore: 1:0 F. Ebsen (16.), 1:1 Sari (37., Foulelfmeter).
SR: Horstmann (Wilster).
Zuschauer: 80.
PSV - TSV Lägerdorf 4:0
Es war alles angerichtet: Sowohl die beiden Mannschaften, Tabellenführer PSV und der Zweite TSV Lägerdorf, als auch die Fans an der Stettiner Straße waren voller Vorfreude auf das Spitzenspiel der Fußball-Verbandsliga Süd-West, doch zur geplanten Anstoßzeit um 15 Uhr ertönte kein Pfiff. Es war kein Schiedsrichter da! Hektik und ratlose Gesichter bestimmten die Szenerie. Nach mehreren Telefonaten der PSV-Verantwortlichen stellte sich heraus, dass der ursprünglich für diese Partie angesetzte Spielleiter Dirk Thomas (Ahrensbök) bereits vor vier Wochen abgesagt hatte. Siegfried Scheler, Schiedsrichteransetzer der Verbandsliga Süd-West, hatte schlicht und einfach vergessen, einen neuen Unparteiischen zu beordern. Nun war guter Rat teuer, doch nach einiger Zeit war ein neues Gespann gefunden. Die drei ursprünglich als Zuschauer erschienenen Jürgen Sternberg (69), Clemens Behmerburg (48) und Werner Eggers (58) übernahmen die Leitung, wobei Sternberg früher als Verbands- und Landesligaschiedsrichter tätig war. So wurde die Begegnung dann doch mit 30-minütiger Verspätung angepfiffen. Nach einem ersten Abtasten gehörte den Gästen die erste gute Gelegenheit. Nachdem Lasse Fötsch von rechts geflankt hatte, prüfte Björn Ströven PSV-Schlussmann Arne Johannsen, der das Leder mit einem tollen Reflex aus dem Winkel kratzte. In der Folgezeit übernahm dann jedoch der Spitzenreiter immer mehr die Regie. Allerdings war es ein völlig unnötiger Ballverlust von Mike Giese, den schließlich Christoph Maliszewski mit einem trockenen Schuss ins lange Eck zum 1:0 ausnutzte (22.). Im zweiten Durchgang ermöglichte ein Torwartfehler des ansonsten starken Kai Jörgs nach 53 Minuten das 2:0 für die Neumünsteraner, als er einen eher ungefährlichen Fürst-Schuss durch seine Hosenträger in die Maschen rutschen ließ. Nach einem Foul von Sven Jakobeit an Fürst im Strafraum (69.) versenkte André Eggers, Sohn des Interims-Schiedsrichterassistenten, den fälligen Elfmeter eiskalt zum 3:0 (65.). "Ich bin maßlos enttäuscht und kann mich nur beim PSV bedanken, nicht mit 0:6 oder 0:7 verloren zu haben", gestand ein frustrierter Lägerdorf-Coach Dirk Willmann. PSV-Trainer Norbert Heitmann war dagegen zufrieden: "Unser Sieg war hoch verdient. Einzig unsere fahrlässige Chancenverwertung muss kritisiert werden." Und "Ersatz-Schiri" Sternberg erklärte: "Beide Teams haben es mir leicht gemacht. Ich fühle mich noch jugendlich frisch."
Polizei-SV Union Neumünster: Johannsen - P. Schenzer, Puphal (78. Tomaschewski), Jahnsen, Arpe, Tinney, Fürst, K. Valentin (80. Krauel), Eggers (72. Aktas), Jurkic, Ma liszews ki.
TSV Lägerdorf: Jürgs - Hatje, Schildhauer, Wüst, Jakobeit, Skottke, Tiedemann, Giese, Drescher (57. Klitzke), Ströven, Fötsch.
SR: Sternberg (Neumünster).
Zuschauer: 75.
Tore: 1:0 Maliszewski (22.), 2:0 Fürst (54.), 3:0 Eggers (65., Foulelfmeter), 4:0 Fürst (69.).
Bes. Vork.: Johannsen (PSV) hält Foulelfmeter von Ströven (90.).Quelle: Holsteinischer Courier (22.09.2008)