Saison 2008/09 - Pressebericht zum vierten Spieltag der Verbandsliga Süd-West
PSV: Erstes Gegentor - erste Niederlage
An der Stettiner Straße wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Nach drei Zu-null-Siegen hat es den Fußball-Verbandsligisten Polizei-SV Union Neumünster erwischt. Ausgerechnet im Spitzenspiel gegen den SV Todesfelde kassierten die "Ordnungshüter" ihre erste Saisonniederlage. Dennoch rangiert die Heitmann-Elf weiter auf Platz 1. Den ersten "Dreier" der laufenden Spielzeit bejubelte der TSV Wankendorf, der sich beim TuS Nortorf vor allem in der Höhe überraschend mit 5:2 behauptete. Ähnlich deutlich gewann der TSV Gadeland, der beim 4:1 gegen den MTSV Hohenwestedt mit drei Toren in den ersten zehn Minuten frühzeitig auf die Siegerstraße geriet.
Nortorf - Wankendorf 2:5
Es bleibt dabei: Der TSV Wankendorf ist alles andere als ein Lieblingsgegner für Nortorf. Doch anders als in den beiden Vorjahren, als der TuS daheim am Heinkenborsteler Weg jeweils noch zu einem 2:2 gekommen war, bezog die Elf von Coach Dierk Schröder diesmal eine richtige Tracht Prügel. Wann hat es das zuletzt gegeben, dass die eigenen Fans schon lange vor dem Spielende das Gelände verließen? Und dabei sah es bis zur Halbzeitpause absolut nicht nach diesem Desaster aus. Die erste Hälfte gehörte nämlich über weite Strecken den Platzherren, die mehr vom Spiel hatten und zudem weitaus druckvoller agierten. Allein es fehlten die Tore! Jan-Jürgen Künstler (11./16.), Jörn Klages (13.), Yacine Ladmia (21.) und Florian Viergutz (29.) hatten allesamt die Führung auf dem Fuß. Auf der anderen Seite wurde es immer dann gefährlich, wenn die disziplinierten und kampfstarken Wankendorfer die Fehler der Gastgeber ausnutzten. Bastian Heinrich tauchte nach einem langen Ball völlig frei vor Stefan Fischer auf (24.) und auch Finn Ebsen scheiterte zwei Mal am unsicher wirkenden Schlussmann der Nortorfer (27./40.). "Das erste Tor spielte uns dann natürlich voll in die Karten", kommentierte Gäste coach Peter Trottenberg das 0:1 kurz vor dem Pausenpfiff, als sich der starke Alexander Usbek auf links sehenswert durchsetzte und den Ball mustergültig für Ebsen auflegte, der nur noch einzuschieben brauchte (44.). "Wankendorf hat alles richtig gemacht", sagte Schröder später und meinte vor allem die konsequente Chancenverwertung nach dem Wechsel. Vorentscheidend und zugleich bezeichnend für die Nortorfer Lethargie war das 0:2. Nach einem Doppelwechsel war Blau-Weiß-Rot bei einem Eckstoß der Gäste noch unsortiert, und der kleine Heinrich brauchte die Hereingabe nur noch einzunicken (63.), ehe Ebsen vier Minuten später nach einem lupenreinen Konter alles klarmachte (67.) und Christian Nordheim mit seinem Strafstoß nach Foul von Thorben Schütt an Heinrich sogar noch einen draufsetzte (72.). Damit war die Partie gelaufen, die anderen Treffer fielen nicht mehr ins Gewicht. Trottenberg freute sich nach einem eigentlich nur durchschnittlichen, aber eben effektiven Auftritt seiner Blau-Gelben diebisch über den ersten "Dreier" der Saison: "Spielerisch ist noch einiges verbesserungswürdig, aber verdient war der Sieg auf alle Fälle." Nortorf indes ist weiter auf der Suche nach seiner Form.TuS Nortorf: Fischer - Göttsche (63. Ehlbeck) - Bruhn, O. Redmann - Schütt, L. Redmann, Viergutz, Ruwolt (63. Boller), Künstler - Ladmia, Klages.
TSV Wankendorf: K. Ebsen - Nordheim - Hübner, Andresen - Ubben, Gerndt, Weick, Usbek, Heinrich, Ehmcke - F. Ebsen (77. Stielow).
Schiedsrichter: Ladehoff (Preetz).
Zuschauer: 73 zahlende.
Tore: 0:1 F. Ebsen (44.), 0:2 Heinrich (63.), 0:3 F. Ebsen (67.), 0:4 Nordheim (72., Foulelfmeter), 1:4 Viergutz (73.), 1:5 Heinrich (80.), 2:5 Bruhn (82.).
PSV - SV Todesfelde 0:1
Das erste Gegentor der Saison bedeutete gleich die erste Niederlage für den PSV. Im direkten Vergleich des bislang ausnahmslos siegreichen Spitzenduos behielt Titelfavorit Todesfelde mit 1:0 (1:0) die Oberhand. Das allerdings glücklich, wie auch Gästetrainer Markus Weber eingestand. "Drei Punkte und abhaken", bilanzierte er. Schon in der Anfangsphase sah es so aus, als sollte der PSV die Begegnung dominieren können. Mit langen Bällen über die nicht immer gut organisierte Viererkette des SVT erarbeiteten sich die "Polizisten" erste Chancen durch Patrick Fürst (4., 7.) und Christoph Maliszewski (8.), ließen diese jedoch teilweise fahrlässig aus. Mit zunehmender Spieldauer fand Todesfelde besser in die Partie. Ein 25-Meter-Schuss des stärker werdenden Warren Tambalque (18.) leitete die Drangphase der Gäste ein. Mit guten Ballpassagen bei hohem Tempo zeigte die Weber-Elf, bei der mit Jan-Moritz Bruhn (zuletzt VfB Lübeck) ein weiterer hochkarätiger Neuzugang sein Debüt gab, dass sie zu Recht hoch gehandelt wird. Einziges Manko: Es sprang bis zur Pause nur eine echte Chance heraus. Die allerdings nutzte der SVT. Metin Sari hatte die Situation selbst eingeleitet. Über Sven Haldau und Heiko Möller landete der Ball wieder bei Sari, der Stefan Behmerburg zum 0:1 überlupfte (37.). Zwar reklamierten die PSV-Verteidiger auf Abseits. Doch der nicht immer richtig liegende, aber angenehm ruhig leitende Schiedsrichter Pavel Za bins ki gab den Treffer. "Ärgerlich", meinte PSV-Trainer Norbert Heitmann, "wir haben die letzten 25 Minuten der ersten Hälfte verschlafen". Nur André Eggers hatte in dieser Phase noch eine Torchance, doch André Friedrichs blieb im Eins-gegen-eins-Duell Sieger (32.). Nach dem Wechsel waren die "Polizisten" dann aber wieder auf der Höhe. Todesfelde zog sich weit zurück, zeigte kaum noch gefährliche Kombinationen und hatte nur noch ein Abseitstor (Lübcke, 63.) und eine Konterchance (Mabouta, 90./+3) zu Buche stehen. Der PSV dominierte jetzt klar. Friedrichs bekam gerade noch eine Hand an einen Schuss von Maliszewski (50.) und hatte dann auch Glück, dass Eggers nach Maliszewskis Flanke nur haarscharf vorbeizielte (74.). Zudem hatte der agile Mali szewski auch nach schöner Aktas-Flanke noch Pech mit einem Kopfball (76.). Am Ende halfen dem PSV auch fast sieben Minuten Nachspielzeit nicht mehr. "Kein Vorwurf. Solche Tage gibt es", ging Trainer Heitmann mit seinem über weite Strecken überzeugenden Team nicht hart ins Gericht. "In so einem Spiel entscheiden Kleinigkeiten. Das Tor war so eine Kleinigkeit, leider sind wir dafür bestraft worden. Aber mit der Leistung bin ich einverstanden", bilanzierte der Coach.
Gadeland - Hohenwest. 4:1
"Das war eine Antwort", freute sich Gadelands Trainer Andreas Greier, dessen Team sich von der miesen Vorstellung vier Tage zuvor im Derby beim Polizei-SV Union (0:4) rehabilitierte. Frühzeitiger Knackpunkt an der Dannenkoppel war eine Szene in der dritten Minute, als der frühere HSV-Profi in Hohenwestedter Diensten, Luiz Firmino Emerson, einen 20-Meter-Freistoß an das Gadelander Lattenkreuz zirkelte. Anschließend rappelte es auf der anderen Seite. Innerhalb von nur sechs Minuten schossen Christian Lemke (5.), Dennis Röder (8.) und Philip Hauberg (10.) einen beruhigenden 3:0-Vorsprung für die Hausherren heraus. Mit dem Polster im Nacken und einer starken Leistung von Verteidiger Sven Jacob gegen Emerson hielten die "Kleeblätter" das Zepter nun fest in der Hand und erhöhten durch Röder bereits in der 26. Minute auf 4:0. Der Doppel-Torschütze versiebte zudem noch zwei Weitschussgelegenheiten (21., 40.). Nach dem Wiederanpfiff verflachte die Partie ein wenig, wobei der Sieg der Heimelf zu keiner Phase in Gefahr geriet. Röder scheiterte noch einmal in einer Eins-gegen-eins-Situation an Gästekeeper Matthias Coprian, ehe vis-a-vis René Krüger das Ehrentor für die Schützlinge von Trainer Carsten Hinrichsen gelang (83.). "Mit sechs Punkten aus vier Spielen bin ich zufrieden. Wir stehen nun fünf Zähler vor Hohenwestedt und nur drei hinter dem PSV. Das ist doch wirklich okay", resümierte Gadelands Coach Greier, der von seinem Saisonziel trotz des respektablen Starts nicht abrücken will: "Ich schaue weiterhin nur auf Platz 13. Alles, was darüber hinausgeht, wäre ein Bonbon."Quelle: Holsteinischer Courier (01.09.2008)