TSV Bordesholm - TuS Nortorf 2:2 (1:1) 

- 26.04.2008 -

Spielbericht

 

Derby in Bordesholm endet mit leistungsgerechtem Unentschieden

 

Die 90. Minute des Nachbarschaftsduells zwischen der TuS Liga und dem dem TSV Bordesholm läuft und wohl jedem der etwa 120 Zuschauer stockt der Atem. Der Spielstand 2:2. Der Gastgeber hat vieles nach vorne geworfen, spielt auf Sieg und um seine wohl letzte Chance den Eckernförder SV auf seinem Weg zur Meisterschaft in der BOL doch noch abzufangen. Diese Konstellation eröffnet Blau-Weiß-Rot die ersehnten Räume für schnelles Konterspiel und so wird Simon Quandt auf dem rechten Flügel auf die Reise geschickt. In der Mitte setzen drei TuS-Spieler nach, die sich nur einem verbliebenen Verteidiger der Heimmannschaft gegenüber sehen. Quandt entscheidet sich gegen einen schnellen Querpass und nimmt Tempo auf...

 

Rückblende: Die Partie des Tabellenzweiten gegen den -fünften beginnt schwungvoll. Dies liegt auch am druckvoll aufspielenden Gast, dem es endlich einmal zu gelingen scheint die überzeugende Darbietung vom 3:1 Sieg gegen den Rendsburger TSV vor Wochenfrist erneut abrufen zu können. Folgerichtig fällt in der 22. Minute die verdiente Führung für die TuS Liga: Ein von Libero Henning Göttsche aus der eigenen Spielhälfte in die Spitze geschlagener langer Ball findet in dem "Rückrunden-Torungeheuer" Jörn Klages einen dankbaren Abnehmer und landet so per wuchtigem Volleyschuss in den Bordesholmer Maschen. Doch auch die Heimelf trägt zum unterhaltsamen Geschehen auf dem satten Grün bei und erspielt bzw. "erstandardet" sich teilweise hochkarätige Einschussgelegenheiten. Die bis dato größte Möglichkeit im ersten Abschnitt vergibt dabei der Bordesholmer Nils Dunst, der mit seinem platzierten Kopfball lediglich am auf der Linie klärenden Burhan Gülbay scheitert. In der 35. Minute kann jedoch auch Gülbay nicht mehr retten, als der wohl kopfballstärkste BOL-Angreifer Jörg Ahrends relativ ungehindert vor dem etatmäßigen A-Jugend-Keeper und am heutigen Tage als Fischer-Vertreter aufgebotenen Jan Wettern im TuS Tor in Szene gesetzt wird und keine Mühe hat - natürlich per Kopf - den Ausgleich zu markieren. Bis zum Pausenpfiff bleibt das Spiel offen, wobei es trotz weiterer Großchancen keinem der beiden Teams gelingt,  den Spielstand zu verändern.

 

In der zweiten Halbzeit das gleiche abwechslungsreiche Bild. Zweimal hat die TuS Liga Glück als erneut Dunst in der 59. und 63. Minute gleich zweimal aussichtsreich vergibt. Auf der anderen Seite scheitert Klages mit einem Kopfball (61.), den TSVB-Keeper Nils Bitterling nur mit Mühe parieren kann. Ein Diagonalball gegen die (zu) langsam rausrückende TuS-Abwehr leitet schließlich die Führung für Bordesholm ein. Weschler bedankt sich bei der vergeblich auf Abseits spielenden Nortorfer-Hintermannschaft und vollstreckt eiskalt gegen den chancenlosen Wettern (70.). Doch der gerechte Ausgleich fällt nur sieben Minuten später: Eine von der rechten Seite geschlagene Gewaltflanke von Malte Rathgen landet punktgenau auf dem Kopf von Klages, der mustergültig gegen die Laufrichtung des Torhüters zum Ausgleich einnickt. Bevor sich die Eingangs beschriebene Situation in der Schlussminute abspielt hat Steffen Ruwolt bei seinem 20-Meter-Hammer an die Unterkante der Latte (80.) genauso Pech wie anschließend Quandt, der den Abpraller über das Tor setzt. Doch auch der starke Debütant Wettern muss bei einem Schuss aus dem Gewühl (85.) sein ganzes Können aufbieten und sorgt so mit einer Glanzparade für den Bestand des 2:2 bis zur 90. Minute...

 

...als Quandt den Ball weiter in Richtung Bordesholmer Tor führt und der ideale Zeitpunkt zum Abspiel näher rückt. Eine vielbeobachtete Kuriosität im Fußball ist, dass einem Spieler Aktionen, die er normalerweise im Schlaf beherrscht nicht gelingen, wenn er zu viel Zeit zum Überlegen hat. Genau hierauf lässt sich der ungenau und letztlich zu spät in den 16er gespielte Flachpass von Quandt erklären, der seinen Adressaten in Person von Klages nicht ideal erreicht und Torhüter Bitterling die Gelegenheit bietet, das fällige 3:2 für die TuS Liga zu verhindern.

 

Kurz darauf ertönt der Schlusspfiff von Schiedsrichter Mark Schreiber und das vollkommen gerechtfertigte Remis fühlte sich für die Blau-Weiß-Rot gekleideten Kicker plötzlich eher wie eine Niederlage an. Dabei bleibt mit etwas Abstand festzuhalten, dass es einzig der TSV Bordesholm ist, der an diesem sonnigen Aprilsamstag etwas verloren hat, und zwar die wohl letzte Chance auf den Aufstieg in die Schleswig-Holstein Liga.

 

Anmerkung: Kopf hoch, Spargel! Du hast uns mit deinen vielen Treffern in den letzten Jahren schon so viel Freude bereitet, da wird dir der heutige Lapsus gern verziehen. Außerdem ist Fußball nach wie vor ein Mannschaftssport, bei dem man zusammen gewinnt, verliert oder eben nach einer guten Leistung auswärts beim Tabellenzweiten Unentschieden spielt. In diesem Sinne lasst uns kurz in Erinnerung schwelgen und auch in Anbetracht der noch ausstehenden Aufgaben an den 17.12.2006 zurückdenken: "...als Simon Quandt zwei Minuten vor dem Abpfiff aus dem Gewühl heraus das Siegtor erzielte, brachen alle Dämme. 100 mitgereiste TuS-Fans, die das Derby ohnehin zum Heimspiel machten, und die Mannschaft feierten den auf Grund der Konstellation am Vorabend nicht für möglich gehaltenen Sieg..."

 

ak

 

 

Infobox
Aufstellung: Wettern - Göttsche - Gudjons, Rathgen - L.Redmann (55. Quandt), Gülbay, Viergutz (46. Klucke), Ruwolt, M.Boller - Klages (90. O.Redmann), Schütt
Tore: 0:1 Klages (22., Rechtsschuss, Vorarbeit Göttsche), 1:1 Ahrends (38.), 2:1 Weschler (70.), 2:2 Klages (77., Kopfball, Rathgen)
Gelbe Karten: Viergutz, Schütt
Rote Karten: -
Im Kader: -
Zuschauer: ca. 120
Schiedsrichter: Schreiber (TSV Waabs), Assistenten: Hoeck, Schneider
Bes. Vorkommnisse: -