TSV Wankendorf - TuS Nortorf 4:1 (1:1) 

- 19.05.2007 -

Spielbericht

 

Samstag, 19. Mai 2007, kurz vor halb 6, Tatort Jahnsportplatz in Wankendorf :

 

TuS Coach Dierk Schröder verlässt denselbigen nach der zweithöchsten Saisonschlappe seiner Truppe völlig entspannt und mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Wie ist diese un- wie auch außergewöhnliche emotionale Regung des sonst so ehrgeizigen Übungsleiters zu verstehen ?

 

Sicher nicht mit der Tatsache, dass gerade die 5. Deutsche Meisterschaft des VfB Stuttgart im Rund verkündet wurde. Vielleicht eher damit, dass ihm in diesem Moment bewusst wurde, was seine Mannschaft in ihrer ersten BOL-Saison und ganz speziell in den vergangenen Wochen, nach denen die Bezeichnung „Personalproblem“ eigentlich völlig neu definiert werden müsste, geleistet hatte.

 

Wer außer Megaoptimist Lars Redmann hätte schon damit rechnen können, als die TuS Liga am 07. Oktober 2006 nach dem 10. Spieltag mit nur 7 Punkten auf dem 14. Platz rangierte, dass aus den folgenden 19 Partien insgesamt respektable 38 Punkte eingefahren werden würden ???

 

Dass jedoch aus Wankendorf keine 3 weiteren hinzukamen, hatte ebenso 3 Ursachen :

 

Neben den Langzeitverletzten Hans-Dieter Drews und Thorben Schütt kamen nunmehr auch Morten Boller, Simon Quandt ( verstärken die TuS 1 b ), Henning Göttsche ( Dienstreise ), Alex Klucke und Hassan Jaafar ( beide Urlaub ) nicht zum Einsatz. Da seitens der TuS-A keine Akteure abgestellt werden konnten, musste man in diesen 90 Minuten nicht nur den designierten Fußball-Rentner Mirko Nitschmann mit durchschleppen sondern auch Coach Schröder war gezwungen, sich erstmals wieder seit dem 16.12.2006 in die Anfangsformation zu berufen. Um die Bank zu füllen, wurde der TuS 1 b „Gorbi“ Nebert entführt und sogar Daniel Schlotfeldt kam nach seiner Bandscheiben-OP zu seinem ersten Schnuppereinsatz der Saison ( „Schön, dass du wieder dabei bist !“ ). Darüber hinaus ging Steffen Ruwolt mit einer Zerrung ins Spiel, biss sich jedoch eine knappe Stunde durch.

 

Gefühlte 90 % aller Duelle in der Luft gingen verloren. Selbst die Herren der Lüfte, Air Rathgen und Ungeheuer Redmann waren fast nur 2. Sieger. Spielentscheidend waren sicherlich der Kopfball zum Ausgleichstreffer sowie die Kopfballvorlage zur Wankendorfer Führung.

 

Beim Stand von 1-0 wird Lars Redmann in der 30. Minute kurz vor dem TuS 16´er von einem Wankendorfer Angreifer völlig unsinnig und übermotiviert rotwürdig umgekloppt. Folge : 3 Tage stationärer Krankenhausaufenthalt für Lars und vorzeitige Sommerpause ( „gute Besserung, Seemann !“ ) Nichtfolge : der vorher bereits ermahnte Angreifer wird lediglich verwarnt und nochmals letztmalig ( ! ) ermahnt, um dann weitere 2 Minuten später auch noch Tormann Stefan Fischer niederzustrecken. Auch dieses Vergehen blieb für ihn ebenfalls ohne Folgen. Lediglich sein Trainer hatte ein Einsehen und erlöste ihn mit seiner umgehenden Auswechslung.

 

 

Die 90. Minuten :

In einem weitgehend harmonischen Derby vor knapp 80 Zuschauern konnte der TuS die erste Einschussmöglichkeit verzeichnen. Diese bot sich bereits in der 4. Minute als nach einem Zusammenspiel des „Nutella-Sturms“ Flo Viergutz und Jörn Klages letzterer völlig frei aus 11m zum Abschluss kam, dann jedoch überhastet verzog.

 

Das Spiel nahm nur schleppend Fahrt auf. Der TuS hatte Schwierigkeiten, auf dem nicht gerade kurz gehaltenem Grün sein gewohntes Kombinationsspiel aufzuziehen. Zudem ließ auch die Laufarbeit ohne Ball mehr als zu wünschen übrig. Der TSV Wankendorf hingegen suchte sein Heil zunächst in langen Bällen. So auch nach einer Viertelstunde als Stefan Fischer schon sein ganzes Können aufbieten musste, um einen Duggen-Kopfstoß über den Querbalken zu lenken. 5 Minuten später konnte der TuS den Führungstreffer von Flo Viergutz bejubeln. Nach einem Dribbling war sein zu weit vorgelegter Ball eigentlich bereits verloren. Doch ein Wankendorfer Innenverteidiger drosch ihm die Kugel beim Klärungsversuch aus einem Meter an den Unterarm, so dass Flo wieder in Ballbesitz kam und nach 3 - 4 Schritten in den 16´er flach zum 1-0 einschob. Die Einheimischen protestierten nach diesem Treffer lautstark, da sie ein absichtliches Handspiel gesehen haben wollten.

 

In der 31. Minute musste die Liga den Ausgleichstreffer hinnehmen. Im Anschluss an einen Freistoß nahe der Eckfahne stieg Henning Theen am langen Pfosten hoch und konnte, von Lars Redmann bedrängt, seinen Kopfball in der langen Ecke unterbringen. Quasi im Gegenzug bot sich Blau-Weiß-Rot die Chance auf die erneute Führung. Doch zunächst scheiterte Jörn Klages per Kopf, im Anschluss Dierk Schröder per Drehschuss an TSV-Keeper Florian Hamann, welcher die auf Mann abgegebenen Bälle abwehren konnte. Somit ging es mit einem bis dahin insgesamt leistungsgerechten Remis in die Halbzeitpause.

 

Wer nun hoffte, der TuS würde in der zweiten Halbzeit seine Leistung steigern können, wurde allerdings enttäuscht. Das Mittelfeld war weiterhin nicht in der Lage, für kreative Momente zu sorgen. Das Spiel über die Außenpositionen fand nahezu gar nicht statt und im Angriff wurden die Bälle zu leichtfertig hergegeben. Ferner wurden fast sämtliche Kopfbälle verloren; die meisten langen und auch abgewehrten Bälle landeten daher folglich beim Gegner. Nach einem Stellungsfehler im TuS-Abwehrbereich bot sich den Gastgebern gleich in der 47. Minute die Chance zur Führung, doch Stefan Fischer konnte diese hier noch mit einer schönen Parade gegen den vor ihm allein aufgetauchten Bastian Heinrich verhindern. 4 Minuten später musste er das Spielgerät dann aber doch noch passieren lassen. Nach einem Eckball auf den zweiten Pfosten beförderte der TuS-Schlussmann den anschließenden Kopfstoß irgendwie an den linken Torpfosten, von wo der Ball direkt auf den Fuß des ca. 2m vor dem Gehäuse stehenden Wankendorfer Marc Stielow prallte, um dann von dort über die Linie zu trudeln. Ein kurioser Treffer, welcher aber niemals hätte zustande kommen dürfen, da der mittlerweile als Libero fungierende Lars Redmann unmittelbar vor diesem Eckstoß per gestrecktem Bein gefoult wurde.

 

Der TuS war an diesem Tage nicht mehr in der Lage, dem Spiel eine Wende zu geben. Angriff auf Angriff rollte nun auf den Fischer-Kasten zu. Nach einer erneuten Unsicherheit und einem nicht konsequenten Einschreiten in der TuS-Abwehr konnte Mathias Gerndt in der 65. Minute aus kurzer Distanz das 3-1 erzielen. Weitere Gelegenheiten vergab der TSV Wankendorf glücklicherweise leichtfertig ( 70. Theen, 71. Stielow, 77. Weick, 84. Theen, 87. Heinrich ), so dass man nur noch das 1-4 erneut durch Gerndt hinnehmen musste ( 88. Min. ). Die einzige nennenswerte TuS-Torgelegenheit in der zweiten Hälfte versiebte Jörn Klages völlig freistehend aus 4m per Kopf, was irgendwie symptomatisch für diesen Nachmittag war.

 

Unterm Strich ein, aufgrund der Minuten 46. - 90., völlig verdienter Sieg der Gastgeber, welcher sie sicher ihrem eigenen Anspruch, zu den Top 5 der BOL zu gehören, ein Stückchen näher gebracht hat.

 

Auf diesem Wege noch mal ein herzlicher Dank an die freundlichen Wankendorfer Offiziellen für die Teilhabe an eurem Freibier ! Wir kommen nächste Saison gerne wieder !

 

Und wer weiss, vielleicht war es dann ja doch nur diese Tatsache, die Coach Schröder um kurz vor halb 6 so entspannt lächeln ließ...;-)

           

mn

 

 

Infobox
Aufstellung: Fischer - Schröder - Grünberg, Gudjons - Rathgen, Redmann (75. Nebert), Bruhn, Ruwolt (65. D.Schlotfeldt), Nitschmann - Klages, Viergutz
Tore: 0:1 Viergutz (20., Rechtsschuss), 1:1 Theen (31.), 2:1 Stielow (51.), 3:1 Gerndt (65.), 4:1 Gerndt (88.)
Gelbe Karten: Rathgen, Ruwolt, Gudjons
Rote Karten: -
Im Kader: -
Zuschauer: ca. 80