PSV Neumünster - TuS Nortorf 2:0 (1:0) 

- 10.09.2006 -

Spielbericht

Ein Spiel für das „DSF-Phrasenschwein“

 

PSV Union Neumünster vs. TuS-Liga 2:0 (1:0)

 

Angenommen, dieses Derby würde in der beliebten DSF-Sendung „Doppelpass“ von den Experten Udo Lattek und Co. analysiert werden - man bekäme sicher jede noch so abgedroschene Phrase zu hören. „Wer in der Tabelle oben steht, der hat das Glück“, „Nicht der Bessere, sondern der Glücklichere hat gewonnen“, „Wer solche Spiele gewinnt, wird Meister“ - nur einige, der durchaus treffenden und „messerscharfen“ Statements, die im DSF mit 3 € für das „Phrasenschwein“ bestraft werden.

 

Zurück zu den harten Tatsachen des Bezirksoberligaalltags. Die ersten 20 Minuten waren wie schon im Hinspiel von gegenseitigem Respekt geprägt. Die lt. Fachpresse 157 zahlenden Zuschauer (ggf. eine 1 zu viel?) auf der schönen Sportanlage an der Stettiner Straße warteten zunächst vergeblich auf Torgelegenheiten. Diese präsentierte zunächst der Gast aus Nortorf. Florian Viergutz scheiterte freistehend an Rauch (21.), und der PSVer Frank Schmidt musste kurz darauf für seinen bereits geschlagenen Keeper nach einem Schuss von Malte Rathgen auf der Linie klären (24.). Dann übernahm der PSV für wenige Minuten das Kommando und machte - wie sollte es anders sein - aus der ersten Gelegenheit das 1:0. Patryk Babiak - wenige Stunden zuvor noch in der Neumünsteraner „Fabrik“ gesichtet J - erzielte nach Schmidt-Flanke das 1:0 (28.). Hätten Vallentin (32.) und Maliszewski (43.) ihre Chancen vor dem Pausentee genutzt, wäre das Spiel sicher vorzeitig entschieden gewesen, so aber entwickelte sich in den zweiten 45 Minuten eine zumindest spannende Partie.

 

Vom Wiederanpfiff des alles in allem guten Schiedsrichters Kohn aus Lütjenwestedt an, diktierte nunmehr „Blau-weiß-rot“ das Geschehen, während sich ein pomadiger Tabellenführer auf Ergebnisverwaltung und die „freundliche“ Kommentierung der eigenen Aktionen konzentrierte. Leider schlug der TuS daraus erneut kein Kapital. Selbst klarste Torgelegenheiten durch Hassan Jaafar (55.), Steffen Ruwolt (75.) oder Simon Quandt per Freistoß (80.) blieben ungenutzt. So zahlte der TuS dann am Ende einmal mehr Lehrgeld, als der aufgerückte Libero Heiko Arpe nach dem ersten (!) Fehler im Nortorfer Deckungsverbund kurz vor dem Ende für den Endstand sorgte (89.).

 

Trotzdem lässt diese Leistung für die wichtigen Spiele gegen Konkurrenten um den Klassenerhalt hoffen und wie lautete gleich das Fazit eines dem Verfasser unbekannten Zuschauers am Spielfeldrand:

 

„Lieber mit einer Mannschaft ein Spiel verlieren, als mit Individualisten zu gewinnen.“

 

Damit ist alles zu diesem Spiel geschrieben.

          

tg

 

Infobox
Aufstellung: Fischer - Göttsche - Grünberg (77. Bröcker), Gudjons - Rathgen, Redmann, Nitschmann, Bruhn (46. Jaafar), Ruwolt, Klages - Viergutz
Tore: 1:0 Babiak (28.), 2:0 Arpe (89.)
Gelbe Karten: -
Rote Karten: -
Im Kader: -
Zuschauer: 159 zahlende