TuS Nortorf - PSV Neumünster 1:2 (1:1) 

- 16.08.2006 -

Spielbericht

Schade - die BOL-Heimspielpremiere geht verloren!

 

TuS-Liga vs. PSV Union NMS 1:2 (1:1)

 

Die Schröder-Mannen sind in der Bezirksoberliga angekommen - und das aus völlig unterschiedlichen Gründen.

 

Das Positive ist, dass die junge Mannschaft den 158 zahlenden, und damit geschätzt rund 220 Zuschauern von der 10. bis zur 70. Minute eine tadellose Leistung mit tollem Offensivfußball bot und auch der objektive Betrachter zu keiner Zeit erkennen konnte, ob Blau- oder Grün-weiß Ambitionen auf den Aufstieg hegt.

 

Das Negative ist, dass am Ende die Cleverness und Erfahrung im Torabschluss fehlten, die einzig Torwart Stefan Fischer und der schon sensationell sichere Abwehrchef Henning Göttsche bei der Torverhinderung ausstrahlten. Und so war der Gegner uns genau diese Tugenden voraus und die Macht vom Mittelpunkt zahlte erstmals bitteres Lehrgeld.

 

Zum Spiel: Mitten in das anfängliche Abtasten hinein, erzielte Patryk Babiak die Führung für die Gäste. Sein 17m-Schuss schlug platzfehlerbedingt unhaltbar für Fischer unten rechts ein (6. Min.). Hätte Andre Eggers in der 10. Min. sogar das 2:0 für die Polizisten erzielt, wäre es ganz schwer geworden, doch Fischer reagierte erstmals glänzend und der TuS-Express kam ins Rollen. Den zeitweise begeisterten Fans bot sich fortan ein tolles Fußballspiel, welches der Gastgeber dominierte. Selbst Vertreter der regionalen Fachpresse rieben sich verwundert die Augen. Kombination um Kombination lief in Richtung Gehäuse des Routiniers Sönke Winter, der einen Jaafar-Freistoß parierte sowie immer wieder glänzend gegen die ein ums andere Mal freistehenden Florian Viergutz und Simon Quandt klärte. Letztgenannter war es auch, der in der 23. Minute nach Zuspiel von Jaafar den längst überfälligen Ausgleich markierte.

 

Was war mit dem PSV los? Waren selbst erfahrene Gäste-Akteure mit der Situation überfordert, dass sie statt wie üblich vor meist 30 mehr oder weniger zahlenden Familienangehörigen an der Stettiner Straße, an diesem Abend vor der 7-fachen Kulisse spielten? Nein -  es zeigte sich schlichtweg, dass der TuS eine eingespielte und über Jahren gewachsene Mannschaft präsentierte, während die beim PSV alljährlich neu zusammen gestellten „Zahnräder“ noch nicht ineinander griffen. So ging es mit einem Remis in die Pause.

 

Nach dem Wiederanpfiff machten  die „jungen Wilden“ dann leider zunehmend taktische Fehler, obwohl Trainer Schröder vor genau diesem Verhalten beim Pausentee eindringlich gewarnt hatte. Im Gefühl des „hier geht was“, luden sie die jetzt offenbar gewarnten und stärker werdenden Gäste förmlich zum Kontern ein und Fischer und Göttsche mutierten wie schon erwähnt wiederholt zu Feuerwehrmännern in höchster Not.

 

Zumal Gäste-Coach Rehder zur Halbzeit die richtigen Entscheidungen traf. Die eingewechselten Riechel und insbesondere Ocak waren allemal gefährlicher, als die mit dem Tempo des Spiels sichtlich überforderten Eggers und Schmidt.

 

Die Schlüsselszenen des Spiels dann um die 80. Minute herum. Zunächst vergab der TuS zum wiederholten Male leichtfertig eine Überzahlsituation und quasi im Gegenzug wurde entgegen der Behauptung von „Lotto-King-Karl“ im Song „Hamburg, meine Perle“ deutlich, das Geld eben doch Tore schießt. Babiak hatte nach einem Riechel-Eckstoß seinen zweiten lichten Moment und nickte unhaltbar für Fischer zum Siegtreffer ein.

 

In den Schlussminuten hatte der TuS bei einsetzendem Platzregen dann nicht mehr die Kraft, zurück zu kommen und die Gäste brachten den auf Grund der Cleverness nicht unverdienten Sieg souverän nach Hause.

 

Aber eines ist sicher: Die Fans, die das Glück hatten, dieses Spiel zu sehen, kommen wieder und werden eine Mannschaft sehen, die mit ihren Aufgaben wächst und in der zweithöchsten Landesklasse mithalten wird.

 

tg

 

Infobox
Aufstellung: Fischer - Göttsche - Grünberg (85' Bröcker), Gudjons - Rathgen, M.Boller, Klages (63' Klucke), Jaafar, Viergutz, Nitschmann - Quandt
Tore: 0:1 Babiak (6.), 1:1 Quandt (23., Linksschuss, Vorarbeit Jaafar), 2:1 Babiak (84.)
Gelbe Karten: Quandt
Rote Karten: ---
Im Kader: T.Sachau (TW), Ruwolt, Bruhn
Zuschauer: ca. 220 (158 zahlende)