Ein großer Abend für einen großen Spieler
Mirko Nitschmann wurde in Nortorf Verabschiedet
„Eine Legende geht – und Nortorf sagt still bye bye“. Unter diesem Motto fand am Samstag auf der altehrwürdigen Harderkampfbahn das große Abschiedsspiel für Mirko Nitschmann (34 Jahre) statt. Nach 28 aktiven Jahren im blau-weiß-roten Trikot – unterbrochen von einer kurzen „Verirrung“ zum PSV Union Neumünster (1993-1995) – beendete eine Symbolfigur des Nortofer Fußballs am Wochenende seine Spielerkarriere. Nitschmann wird fortan „an den Schreibtisch wechseln“ und den Bezirksoberligisten in neuer Funktion als Ligaobmann auf dem Weg in die Strukturreform 2008 begleiten.
Die Überraschung des Organisationsteams um Jörg Scherbarth, Frank Behrens, Thorben Schütt, Simon Quandt und Steffen Ruwolt war bereits gelungen, als Nitschmann am Samstagabend um 17:45 Uhr begleitet von seiner Tochter Mia (1 Jahr), Trainer Dierk Schröder und der Musik von „Europe“ („The final Countdown“) den Platz betrat. Seine Mannschaft, die TuS-Liga, erwartete ihn am Mittelpunkt und es folgten emotionale Augenblicke. Stadionsprecher Oliver Krützfeldt begrüßte das „Allstar-Team“, bestehend aus ehemaligen Weggefährten zu Nortorfer und Neumünsteraner Zeiten. So wurden u. a. die Trainer-Ikonen Wolf-Rüdiger Jung und Norbert Heitmann, sowie weitere hochkarätige Fußballgrößen der Schwalestadt und vom „Mittelpunkt Schleswig-Holsteins“ begrüßt. Alexander Orff, Volker Rehder, Frank Dencker, Olaf Jascholke & Co. begleiteten Nitschmann auf seinen finalen 90 Minuten. Und dass der fußballerische Aspekt bei hochsommerlichen Temperaturen in den Hintergrund trat, beweist nicht zuletzt das Endergebnis.
Mit 10:6 behielt das „Allstar-Team“ (gefühltes Durchschnittsalter > 35 Jahre) gegen die TuS-Liga die Oberhand. Einzig die Tatsache, dass Nitschmann mit drei Kopfballtoren in Erscheinung trat, sollte für die sportlichen Geschichtsbücher Erwähnung finden. Ob Nitschmanns Übung am Kopfballpendel in der Halbzeitpause zu diesem persönlichen Erfolg beigetragen hat? Als Schiedsrichter Sven Bannach die Partie nach 85 Minuten abpfiff, erreichte der Abend seinen vorläufigen Höhepunkt. Beide Mannschaften - eingereiht vom frischen Kreisligameister TuS Nortorf II - standen Spalier, als Nitschmann von Liga-Spielführer Simon Quandt und seiner Frau Svenja einen übergroßen Bilderrahmen mit Impressionen einer langen und in Nortorf einzigartigen Spielerkarriere überreicht bekam.
Im Nortorfer Vereinsheim fand der Abend bei einem gemeinsamen Essen, dem ein oder anderen Kaltgetränk und natürlich vielen Gesprächen über unvergessliche gemeinsame Fußballerlebnisse einen würdigen Ausklang. Ein großer Abend für einen großen Menschen und Spieler. Ein Jahr nach dem WM-Eröffnungsspiel feierte Fußball-Nortorf zumindest nochmals ein kleines „Sommermärchen“.
timo görlitz