Es hagelte Favoritenstürze

Bezirksoberliga: Friedrichsorts Negativserie setzte sich fort – Klausdorf stoppte Bordesholm


Kiel – Lediglich fünf Spiele konnten am Wochenende in der Fußball- Bezirksoberliga Ost abgewickelt werden. Dabei hagelte es Favoritenstürze. So kam die 2:3-Heimniederlage des PSV/ Union Neumünster gegen den Rendsburger TSV ebenso überraschend wie das 2:3 des Osterrönfelder TSV bei Eidertal Molfsee. Auch die Siegesserie des TSV Bordesholm wurde durch ein Heim-0:2 gegen den TSV Klausdorf abrupt beendet. Kein Ende fand dagegen die Niederlagenserie der SV Friedrichsort, die Aufsteiger TuS Nortorf mit 0:3 unterlag.


SV Friedrichsort – TuS Nortorf 0:3
Siebte Niederlage im achten Spiel: Die SV Friedrichsort scheint ganz schweren Zeiten entgegen zu gehen. Nach einer an Höhepunkten armen ersten Halbzeit sorgte nur Schiri Karstens (Schinkel) für Farbe, als er Haassan Jafar (44.) wegen wiederholten Reklamierens die Gelb-Rote Karte zeigte. SVF-Trainer Ulf Ciechowski witterte plötzlich eine Siegchance und wechselte zwei zusätzliche Offensivkräfte ein. Doch trotz Überzahl lagen die Platzherren nach einem Doppelschlag durch Simon Quandt (47.) und Alexander Klucke (51.) unverhofft mit 0:2 im Hintertreffen. Viel schlimmer war, dass sich Ole Wittler (79.) bei einem Pressschlag eine schwere Knieverletzung zuzog. Das Spiel musste für zehn Minuten unterbrochen werden, ehe Wittler in eine Klinik gebracht werden konnte. Das 0:3 durch Morten Boller (80.) interessierte danach allenfalls noch am Rande.


TSV Bordesholm – TSV Klausdorf 0:2
Die hochmotiviert gestarteten Platzherren enttäuschten so ziemlich auf der ganzen Linie. „Wir konnten nie an die starken Leistungen der letzten Wochen anknüpfen“, resümierte ein enttäuschter TSVB-Coach Marco Hinz, der dem Schiedsrichter-Gespann eine wiederholt schlechte Abstimmung bescheinigte, „was aber unsere Niederlage nicht beeinflusste.“ Eine vergebene klare Torchance des Bordesholmers Nico Sielas (13.) wurde eiskalt bestraft, als kurz darauf Dennis Trociewicz die frischeren Klausdorfer (15.) in Führung brachte. Mit dem 2:0 (Timo Rosenfeld/57.) war die Begegnung entschieden, weil die Bordesholmer Heiko Hansen (65.) und Nils Dunst (80.) es nicht verstanden, ihre Chancen zu nutzen. Der gefrustete Hansen erhielt wegen Meckerns noch die Gelb-Rote Karte (90.).
 

SpVg. Eidertal Molfsee – Osterrönfelder TSV 3:2
Wie vor einer Woche starteten die Gastgeber schlecht, lagen früh durch Daniel Asbahr (11.) in Rückstand und steigerten sich dann zunehmend. „Später haben wir dann vernünftigen Fußball gespielt, sind aber zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen“, sagte Eidertals Ligamanager Jürgen Hafemann. Die Heim-Elf führte gegen die nach und nach dezimierten Gäste durch Marcel Kersten (35.), Finn Hansen-Kohlmorgen (57.) sowie Tim Kuhring (80.) mit 3:1, geriet dann aber noch in Bedrängnis, nachdem die Osterrönfelder Nils Clausen (49.), Tim Fuhrmann (84./nach seinem Anschlusstreffer zum 3:2) mit Gelb-Roter Karte und Sven Dollnick (Rote Karte/90.) vorzeitig vom Platz mussten.
 

PSV/Union Neumünster – Rendsburger TSV 2:3
Der PSV hat seinen Heimnimbus verloren. Nach neun Partien vor eigenem Publikum ohne Niederlage (sieben Siege, zwei Unentschieden) hat es die Elf von Trainer Volker Rehder erwischt. Favoritenschreck RTSV (zuvor gab es ein 1:1 gegen Heikendorf und ein 3:1 gegen Plön) blieb auch im sechsten Spiel in Folge unbesiegt. Nach der frühen Führung von PSV-Stürmer Andre Eggers, der einen Lattenschuss von Patryk Babiak volley vollendete (10.), ließen die Gäste gefällig die Kugel rollen. Verdienter Lohn: Özkan Altin nach Zeruhn-Pass (24.) und Malte Hehlert (43.) schossen die Rendsburger folgerichtig zur Pausenführung. „In der zweiten Halbzeit hatten wir beim PSV-Sturmlauf den Papst in der Tasche“, gab RTSV-Ligaobmann Dieter Stuhr unumwunden zu. Als Babiak ein Handspiel von Timo Orlowski mit dem Ausgleich vom Elfmeterpunkt bestrafte (75.), vergab der wütend anrennende Tabellenzweite durch Eggers (77.), Babiak (78.), Tino Riechel (81.) und Heiko Arpe (88.) größte Torchancen und den Sprung an die Tabellenspitze. Stattdessen traf Altin zum umjubelten 3:2 für die Gäste (84.). „Ob der vielen ausgelassenen Torchancen bin ich draußen fast durchgedreht. Wenn ich mir die restlichen Ergebnisse jetzt anhöre, drehe ich wirklich gleich durch“, geriet Rehder in Rage. sip/gu/mey

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Lage der Liga

 

Vorbildliche Hilfeleistung


Der große Gewinner des 19. Spieltages ist der spielfreie Heikendorfer SV. Alle vier ärgsten Verfolger des Tabellenführers verloren. Die fünfköpfige Spitzengruppe ist um eine Mannschaft größer geworden, denn Klausdorf hat mit dem 2:0-Überraschungscoup in Bordesholm Tuchfühlung aufgenommen. Hingegen herrscht in Friedrichsort Ratlosigkeit. „Wir sind am Tiefpunkt angelangt“, fasste SVF-Obmann Thomas Wylegalla das 0:3 gegen Nortorf zusammen. Dessen Spielertrainer Dierk Schröder hatte sich nach schwerer Verletzung intensiv als Ersthelfer um SVF-Spieler Ole Wittler gekümmert; Wylegalla: „Vorbildlich und nicht alltäglich.“ sip

 

Quelle: KN vom 11.12.2006