TuS Nortorf - SV Wasbek 5:2 (2:0) 

- 03.06.2006 -

Spielbericht

Schröder-Gala zum (Saison)Abschluss!

TuS Nortorf – SV Wasbek  5:2  (2:0)

Wenn jemand unter den rund 240 Zuschauern auf der altehrwürdigen Harderkampfbahn zu Nortorf bisher nicht so genau wusste, was es mit dem vielzitierten Spruch vom Aufhören, wenn es am schönsten ist auf sich hat, erhielt dieser Jemand am vergangen Sonnabend ein Musterbeispiel in Persona Dierk Schröder geliefert.

Alles begann mit der Teambesprechung vom Co-Trainer Frank Behrens, der für das letzte Saisonspiel zum Chefcoach befördert wurde und der der versammelten TuS Liga mit auf den Weg gab, alle Bälle in Tornähe auf den „Spieler Schröder“ abzulegen, um diesem einen würdigen Abschied vom Spielerdasein zu widmen. Bevor diese Marschroute in die Tat umgesetzt werden konnte, stand jedoch noch allerhand Offizielles auf dem Programm: Zunächst musste das Meisterfoto geschossen werden, auf welchem auch die selbstkreierte Meisterschale ihren ersten, von im Laufe des Tages noch unzähligen Auftritten verbuchen konnte. Anschließend liefen die Teams unter dem Beifall des, trotz des miesen Wetters zahlreich erschienenen Publikums auf, und nach Dankesworten von Vertretern der Stadt erhielt Lars Gudjons, in Vertretung des verletzten Mannschaftsführers Simon Quandt, die Trophäe des Bezirksligameisters aus den Händen von Spielausschussobmann Hans Jacobsen überreicht. In der Gewissheit, dass „das Brett“ nun endgültig zu Hause angekommen ist, spielte das weiße Ballet in der Folge Offensivfußball vom feinsten und war oftmals nur durch die Abseitspfiffe des souverän leitenden Schiedsrichters Rainer Weber (ASV Dersau) zu stoppen. Früh wurden die vom Engagement der Blau-Weiß-Roten scheinbar überraschten Wasbeker attackiert und so war das 1:0 in der 31. Minute lediglich die logische Konsequenz. Morten Boller hatte Schröder freigespielt und dieser ließ es sich nicht nehmen aus 16m die verdiente Führung zu erzielen. Nur sechs Minuten später erneut großer Jubel im weiten Rund, denn nach Musterpass vom aufgerückten Libero Henning Göttsche schob erneut Schröder das Leder zum 2:0 in die Maschen des von Oldie Michael Kellotat gehüteten SVW-Tores. In der Folgezeit änderte sich wenig am überlegen geführten Spiel des Tabellenführers, nur weitere Treffer sollten vorerst nicht gelingen. Dies tat der guten Stimmung unter den Zuschauern jedoch keinen Abbruch und so wurden unter Applaus die Seiten gewechselt.

Direkt nach der Pause beschlich den einen oder anderen TuS Fan das Gefühl, dass die Tags zuvor zum DFB-Länderspiel nach Mönchengladbach vom Großteil der Ligaspieler durchgeführte Kurz-Mannschaftsfahrt vielleicht doch ihre kräftezehrende Wirkung hinterlassen haben könnte. Büll nutzte in der 57. Minute eine Unachtsamkeit in der TuS Deckung und schürte bei den Männern vom Bahndamm mit seinem Anschlusstreffer noch einmal die Hoffnung zählbares aus der Stadt des Mittelpunkts zu entführen. Doch, dass diese Partie fest in Nortorfer-Meisterhand blieb, dafür sorgte wiederum Dierk Schröder, der in der 60. Minute von Alex Klucke auf die Reise geschickt wurde, Kellotat umkurvte, und in gewohnter Manier seinen dritten Treffer markierte. Fünf Minuten vergingen dann, bevor die endgültige Vorentscheidung durch  Malte Rathgens 4:1 fiel, der die Kugel nach sehenswertem Zusammenspiel von Boller und Schröder unhaltbar im langen Eck unterbringen konnte. Fünfzehn Minuten vor Spielende krönte Schröder seine bemerkenswerte Karriere als TuS-Aktiver dann mit seinem 116. Punktspieltreffer selbst: Klucke spielte einen Diagonalpass auf Steffen Ruwolt, der den Ball direkt auf den Kopf des Goalgetters weiterleitete und dafür sorgte, dass neben 33 Saisontoren mit dem Fuß, immerhin auch zwei Kopfballtore in die Annalen der TuS Liga Statistik eingehen werden. In der 85. Minute kam der Langzeitverletzte Hannes Drews dann zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz seit dem 21. August vergangenen Jahres und konnte so die Party-Atmosphäre des nahenden Schlusspfiffes hautnah miterleben. Bevor dieser ertönte verkürzte der nie aufsteckende Gast aus Wasbek durch Denke noch auf 5:2 (89.), was aber niemanden mehr sonderlich störte.

Als der Mann in Schwarz dann um 16.53 Uhr abpfiff, war es an der Zeit Abschied zu nehmen: Zunächst wurde eben dieser sympathische Schiedsrichter „Mike“ Weber offiziell verabschiedet, denn auch er wechselt von seiner Tätigkeit als Hauptschiedsrichter vom Platz an die Linie und wird in Zukunft als Schiedsrichterassistent, sicher auch bei Spielen mit Nortorfer Beteiligung in der Bezirksoberliga, fungieren. Bevor dann gefeiert wurde kam die TuS Liga noch einmal zusammen und verabschiedete zwei Garanten für die so erfolgreiche Saison. Als erstes wurde Hassan Jaafar, den es aus privaten Gründen nach München zieht, für seine Zukunft alles Gute gewünscht und anschließend erhielt der Spieler Dierk Schröder das blau-weiße Trikot der neuen Saison mit „seiner“ Nummer Acht als Abschiedsgeschenk überreicht.

Während die Spieler der TuS Liga dann in Meistershirts und -mützen begannen mit den Fans eine erst in den frühen Morgenstunden des Pfingstsonntags endende Party zu feiern, saß der Ex-Spieler Schröder noch minutenlang einsam am Mittelkreis und rekapitulierte ein überragendes letztes Spiel, eine herausragende letzte Saison und eine bemerkenswerte Spielerkarriere.

ak

 

 

Infobox
Aufstellung: Fischer - Göttsche - Gudjons (75' Michaelis), Grünberg - Rathgen, Nitschmann, Ruwolt, Bruhn (70' S.Schlotfeldt), M.Boller - Klucke (85' Drews), Schröder
Tore: 1:0 Schröder (31., Vorarbeit M.Boller), 2:0 Schröder (37., Göttsche), 2:1 Büll (57.), 3:1 Schröder (60., Klucke), 4:1 Rathgen (65., Schröder), 5:1 Schröder (75., Ruwolt), 5:2 Denke (89.)
Gelbe Karten: ---
Rote Karten: ---
Im Kader: Bundtzen, Quandt