Spielabbruch in Lütjenwestedt: Ümit Albayrak warf den Handschuh

Fußball-Bezirksliga: Rote Karte nach Gewaltausbruch des Gut-Heil-Akteurs Amoateng

Lütjenwestedt – Aufatmen in Lütjenwestedt, das nach vier Spielen endlich den ersten Sieg in der Fußball-Bezirksliga feiern durfte. Freude auch beim TS Einfeld nach dem dritten Sieg in Folge. Trauer hingegen beim TuS Nortorf. Mit der 1:2 Heimpleite gegen den TuS Holtenau erhielten die großen Ambitionen einen ersten Dämpfer.

TSV Selent – SV Wasbek 2:2 (1:1): Nach zehn verschlafenen Minuten, die Selent zur 1:0-Führung durch Maurice Junge nutzte (3.), beherrschte Wasbek die Partie. Nur der Ausgleich wollte nicht gelingen, als zunächst Paul Wrzeszinski die Latte (21.) und dann Torge Schroff den Pfosten trafen (30.). Hoch verdient war schließlich der Treffer durch Wrzeszinski zum 1:1-Pausenstand (44.). Nachdem Matthias Steinhausen die gelb-rote Karte sah (60.), kam Selent dank der zahlenmäßigen Überlegenheit wieder auf. Nach dem 2:1 durch Dennis Bünzen schien die Entscheidung zu Gunsten der Hausherren gefallen. Der bewundernswerte Einsatz des SVW, der immer wieder gute Kontermöglichkeiten besaß, wurde schließlich mit dem Ausgleichstreffer von Christian Gill belohnt (89.).
    SVW: Dahmke – Ablass – Fehmer, Hilmers – Packhäuser (74. H. Gill), Schroff, Steinhausen, Sari, C. Gill – von der Mehden (68. Denke), Paul Wrzeszinski.
    

VfR Laboe – Büdelsdorfer TSV 1:1 (1:0): Der BTSV war zwar über weite Strecken drückend überlegen, doch nutzte er seine guten Gelegenheiten, vor allem durch Torge Kurbjuhn (16., 44.), nicht. Aus dem Nichts fiel so das 1:0 für Laboe durch Klohoun (42.), das den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Als Büdelsdorf nach dem Wechsel noch eine Schippe drauf legte und Tobias Seupel das erlösende 1:1 per Kopfstoß gelang (62.), schien der Siegtreffer für die Gäste eine Frage der Zeit. Beste Gelegenheiten durch Henning Schröder (70., 72.) und Dirk Fischoeder (75.) vereitelte jedoch Laboes Torwart Rene Reinke, der den Punkt für seine Farben festhielt und zum Held des Tages avancierte.
    BTSV: Skoruppa – Paulsen – Rechner, Fedder – Seupel, Fatnassi, Rogge, Schröder (76. Behrmann), Kurbjuhn (46. Fischoeder) – Diekmann, Gerberding.
    

TS Einfeld – SV Friedrichsort 2:0 (0:0): In einem kampfbetonten, aber niveauarmen Spiel waren zunächst die Gäste am Drücker. Erst nach einer Viertelstunde kam Einfeld besser zurecht und hatte optische Vorteile. Nach dem nicht unverdienten 1:0 durch Patrick Hanka versuchte Friedrichsort noch einmal alles. Die Abschlussschwäche der Gäste und das routinierte Auftreten der Hausherren erlaubten jedoch keine Wende mehr. Einzig ein Lattenkracher von SVF-Akteur Timo Arjes ließ aufhorchen (88.). Der zweite Treffer von Hanka zum 2:0 stellte den Sieg des TS Einfeld schließlich sicher (90.).
    TS Einfeld: Münz – Milivojevic – Panasiuk, Velovic – Esemann, Dahmke, Hanka, Attard (82. Hamm), Denker – Buhrmester (70. Scheel), Wrzeszinski (90. Armbrust).
    

FT Eider Büdelsdorf II – Fortuna Bösdorf 6:0 (3:0): In dem Duell zweier Aufsteiger hatte Büdelsdorf nie Probleme. Reifer in der Spielanlage und ab der zweiten Halbzeit sogar mit konditionellen Vorteilen, fielen die Treffer für FT Eider wie reife Früchte. Nach den Toren zum 3:0 durch Thorsten Bohl (6., 33.) und Christian Hamm (28.), die allesamt per Kopf erzielt wurden, konnte sich Büdelsdorf darauf verlegen, schöne Treffer herauszuspielen. Till Müller (53., 77.) und Heiko Gehrk (69.) erhöhten schließlich auf 6:0 und brachten einen auch in der Höhe verdienten Sieg unter Dach und Fach.
    FT Eider: Sörensen – Hamm – Kruse (40. Fey), Ott – Kühl, Schmidt, Jalcincaja, Bohl, Druschke (54. Medewitz) – Müller, Kaiser (68. Gehrk).

    

TuS Nortorf – TuS Holtenau 1:2 (0:0):
Eine böse Überraschung erlebten die Nortorfer, die gegen die disziplinierten und laufstarken Holtenauer über weite Strecken nichts zu bestellen hatten. Allein dem herausragenden Torwart Stefan Fischer war es zu verdanken, dass die Hausherren nicht schnell aussichtslos in Rückstand gerieten. Dennoch wäre Nortorf fast die Führung gelungen, als Lars Redmann einen verunglückten Querpass aufnahm, aber an Holtenaus Torwart Steiner scheiterte (63.). Danach jedoch wurden die Holtenauer für ihr gutes Spiel belohnt. Olaf Engelhardt (65.) und Peter Kielhorn (88.) sorgten für das verdiente 0:2. Der Anschlusstreffer durch Dierk Schröder zum 1:2 kam viel zu spät (89.).
    TuS Nortorf: Fischer – Klages – Granert, Grünberg (46. Nitschmann) - M. Boller (46. Michaelis), Redmann, Klucke, Ruwolt, Gudjons – Schröder, Quandt (66. Schlotfeldt).
    

TSV Lütjenwestedt – Neumünster Türkspor 4:0 (abgebrochen): Der in der 84. Minute durch Türkspor-Torhüter Ümit Albayrak verursachte Spielabbruch überschattete das ansehnliche Spiel nachhaltig. Tobias Volkmann hatte einen Abpraller aus 20 Metern zum 4:0 ins Tor der Gäste geschossen, woraufhin Torwart Albayrak mit seinen Vorderleuten haderte und wutentbrannt die Handschuhe auf den Rasen warf. Schiedsrichter Lisstner aus Molfsee quittierte dies mit der zweiten gelben Karte für Albayrak, der daraufhin dem Unparteiischen einen Handschuh ins Gesicht warf. Lisstner brach daraufhin die Partie ab. Anfangs noch traten die Gäste sehr diszipliniert und mit viel Elan auf, hatten wesentlich mehr Spielanteile, vergaßen jedoch das Toreschießen. Lütjenwestedt, das erst nach und nach zum Spiel fand, profitierte immer wieder von eklatanten Abwehrschwächen der Gäste, die Albayrak in der 15. Minute nur durch ein Foul an dem durchgebrochenen Oliver Christ ausbügeln konnte. Adrian Meingast verwandelte den Foulelfmeter zum 1:0 und erhöhte gar zum etwas schmeichelhaften 2:0 (23.). Nach dem Wechsel schien Türkspor die Oberhand zu gewinnen und trug Angriff um Angriff vor. Einzig Bekir Sari, der ansonsten blass blieb, hatte jedoch eine Torchance (65.). Besser machten es hingegen die Hausherren, die jede Möglichkeit nutzten. Arne Rühmann erhöhte so per Kopfball nach einem Freistoß von Arne Steltner auf 3:0 und sorgte für den K. o. der Gäste (71.). Danach wurde es hektisch. Zunächst sah Mehmet Sahin nach einem Foul an Steltner, ohne dass der Ball in der Nähe war, die Rote Karte (74.), ehe das bis dahin vom Unparteiischen gut geleitete Spiel entgleiste.
    TSV Lütjenwestedt: Gosch – Meyer – Lakatsch (65. Wildberger), Hansen, Volkmann, Baasch, Meingast (58. Steltner), Rühmann, Jens, Lohse (35. Baier).
    Türkspor Neumünster: Albayrak – Karanfil (27. Sahin) – Ucak, Ates, Akarcali (70. Ciraci), Ergel, Beder, Tas, Celik, Sari, Tunca (34. Karagül).
   

SpVg Eidertal Molfsee II – Gut Heil Neumünster 4:2 (2:1): In einem gleichwertigen Spiel, in dem die Eidertaler schließlich die Glücklicheren waren, überschatteten die Tätlichkeiten des Gut Heil Akteurs David Amoateng alles. Nach einem Faustschlag gegen Andreas Breitsprecher sah Amoateng die Rote Karte (70.), was ihn jedoch erst richtig reizte. Ein Tritt gegen Dennis Polenkowski und ein weiterer Faustschlag gegen Bernd Jansen folgten. Zur Nebensache geriet so das Endergebnis. Martin Iglewski (16.) sowie Christian Pahlke (30.) erzielten das 2:0 für Eidertal, ehe Pasqual Rüdiger der Anschluss gelang (33.). Auf das 3:1 von Andreas Orlitz folgte das 3:2 durch Marco Knobel (77.), ehe Bernd Jansen den 4:2-Endstand markierte (88.).
    SpVg Eidertal Molfsee II: Münnich – Paul – Spieckermann, Mathews – Pahlke, Breitsprecher, Jansen, Staub, Polenkowski – Iglewski (40. Orlitz), Latifi (88. Petersen).
    Gut Heil Neumünster: Strietzel – Rogge – Amoateng, Rüschmann – Walter, Mahlo, Ibs, Knobel, Rüdiger – Fischer, Ladmia (55. Mathes). mcf

Zu spät! Zumindest in dieser Szene kann der agile Nortorfer Simon Quandt rechtzeitig vor dem Gegner klären. Foto Stark

Quelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 06.09.2004