TuS Nortorf setzt im Aufstiegsfinale auf totale Offensive

Fußball-Bezirksliga: BTSV hält gegen TuS Holtenau alle Trümpfe in der Hand


Ein Herzschlagfinale erwartet die Fußball-Bezirksliga am morgigen Sonntag, denn sowohl im Kampf um den Aufstieg als auch in jenem gegen den Abstieg sind noch nicht alle Entscheidungen gefallen. Um den zweiten Aufstiegsplatz in die Bezirksoberliga streiten die beiden punktgleichen Mannschaften des Büdelsdorfer TSV (+54 Tore) und des TuS Nortorf (+49 Tore). Den notwendigen fünften Absteiger spielen die SpVg Eidertal Molfsee II (39 Punkte), der TSV Selent (39 Punkte), der SV Wasbek (41 Punkte) und der TSV Waabs (41 Punkte) aus.

• Büdelsdorfer TSV – TuS
Holtenau (Sonntag, 16 Uhr)
Der BTSV hält die Aufstiegstrümpfe selbst in der Hand, kann sich gegen den TuS Holtenau aber nicht verstecken. „Wir müssen gewinnen und werden versuchen, das Spiel breit und somit Räume frei zu machen“, erklärt BTSV-Trainer Patrick Nöhren seine Taktik. „Es geht aber immerhin gegen den Tabellenfünften, und die Holtenauer können frei aufspielen und werden versuchen, uns das Leben schwer zu machen.“ Im personellen Bereich sind die Einsätze von Marten Kirstein (Augenverletzung), Arend Müller (Knie) und Torwart Christian Wulff (Schulter) zwar noch fraglich, aber die Büdelsdorfer haben einen großen Kader. So steht als Torhüter Christoph Skoruppa parat, und um den generischen Top-Torjäger Olaf Engelhardt (21 Tore) wird sich Oliver Fedder kümmern. „Sollten wir den Aufstieg schaffen, wird das Vereinsheim explodieren“, meint Nöhren, der seine Spieler darauf einschwören wird, sich zunächst auf das „schwerste“ Saisonspiel zu konzentrieren. So will der Trainer seiner Mannschaft keine Zwischenergebnisse aus Nortorf verraten, obwohl der Coach gut informiert sein wird. „Das würde nur der Konzentration schaden“. Hinspiel 1:0.
HZ-Tipp: Der BTSV tut sich gegen die unorthodoxen Gäste schwer, schafft
aber über den Kampf einen Sieg – 2:1.

• TuS Nortorf – TSV
L’westedt (Sonntag, 16 Uhr)
Mit einem großen Zuschauerinteresse rechnen die Nortorfer im finalen Spiel um den Aufstieg. Nicht nur ein Sieg muss her, sondern auch fünf Tore gilt es gegenüber dem Konkurrenten des Büdelsdorfer TSV aufzuholen. Nicht mit auf Torejagd gehen kann Stürmer Thies Kicksee (Muskelfaserriss), während der Einsatz von Hassan Jaafar (Sprunggelenk) fraglich ist. Nicht einmal vom Spielfeldrand, sondern von den Zuschauerrängen darf TuS-Ligaobmann Timo Görlitz das Spiel betrachten, der wegen seiner schriftlichen Kritik an die Schiedsrichterzunft vom Verband mit einer Sperre bis zum 30. Juni belegt wurde. Eine selten ausgesprochene Strafe, doch der Regelkatalog gibt auch eine solche Sanktion her. Im Spiel gegen den TSV Lütjenwestedt, der mit tollen Einzelspielern besetzt ist, tritt diese Sperre jedoch in den Hintergrund. „Nortorf muss das Spiel machen und viel riskieren. Das spielt uns in die Karten, denn wir sind im Angriff sehr stark“, meint TSV-Spielertrainer Arne Steltner, dessen Mannschaft bereits 82 Tore erzielen konnte. „Und wir können frei aufspielen“, erklärt der Coach. Auch wenn neben Axel Truschkowski, Hans Jürgen Musfeldt (beide Zerrung) und Peter Schröder sowie Tobias Volkmann (beide II. Mannschaft) vier Spieler fehlen werden, kann Lütjenwestedt ein schlagkräftiges Team aufbieten. Damit der Tordrang der Nortorfer nicht zum Erfolg führt, sollen sich Nils Hansen und Sönke Siebert um Simon Quandt (22 Tore) und Dierk Schröder (24), die beiden gefährlichsten Angreifer der Nortorfer, kümmern. Hinspiel: 4:1.
HZ-Tipp: Nortorf ist der Zwang, Tore
zu machen, anzumerken und Lütjenwestedt versteht zu kontern – 4:3.

• SpVg Eidertal-Molfsee II – F. Bösdorf (Sonntag, 15 Uhr)
„Wir müssen noch einen Platz gutmachen und brauchen dafür einen Sieg“, erklärt Eidertals Trainer Jens Uwe Hansen. Trotz des Erfolgsdrucks ist Hansen aber sehr optimistisch, denn sein Team hat aus den letzten fünf Spielen zwölf Punkte geholt und die Bezirksliga-Reife unter Beweis gestellt. Molfsee rechnet deshalb auch mit einer großen Unterstützung durch die Zuschauer, die die Leistung der Mannschaft entsprechend honorieren werden. Hansen will viel riskieren und überlegt, neben Vullnet Latifi, Dirk Wittler und Dennis Polenkowski noch einen vierten Angreifer aufzubieten. Hinspiel: 1:2.
HZ-Tipp: Eidertal spielt sich in einen Rausch – 5:1.

• FT Eider Büdelsdorf II –
Waabs (Sonntag, 15 Uhr)
Für die FT Eider, die nach der Spielabsage aus Personalgründen vor einer Woche für Gesprächsstoff gesorgt hat, ist die Sache abgehakt. Um eine komplette Mannschaft aufzubieten, müssen auch dieses Mal wieder mindestens drei Altherren-Spieler aufgeboten werde. Gegen die Gäste, die noch absteigen können und deshalb sehr motiviert sein werden, sind die Siegchancen vom Paper her gering. Hinspiel: 1:3.
HZ-Tipp: Eider findet gegen die Waabser Kampfkraft kein Mittel – 0:2.

• Neumünster Türkspor –
Wasbek (Sonntag, 15 Uhr)
„Auch wenn wir abgestiegen sind, ist dies für uns ein Prestige-Spiel“, erklärt Türkspor-Trainer Cetin Bay. Dass die Wasbeker bei einer Niederlage auch noch absteigen könnten und Türkspor damit einen starken Konkurrenten in die Kreisliga Neumünster ziehen würde, schert Cetin Bay wenig. „Dann müssen sie eben gegen uns gewinnen“. Im Angriff werden die Türken mit Sari und Aktas sowie Tas hinter den Spitzen ihre besten Angreifer aufbieten. Die Wasbeker trauern immer noch den verschenkten Punkten gegen den Tabellenletzten Gut Heil Neumünster (2:2) hinterher. „Koste es, was es wolle, wir müssen gewinnen und werden kämpfen wie noch nie“, erklärt Wasbeks Trainer Michael Meyer, der seine Aufstellung unverändert lässt. Einzig der Einsatz von Yacine Ladmia (Zerrung) ist fraglich. Fällt der Stürmer aus, würde Vasfi Ahcicek in den Angriff rücken und Christian Gill hinter den Spitzen spielen. Hinspiel 1:1.
HZ-Tipp: Wasbeks Kampf wird nur
zum Teil belohnt. Die Klasse aber wird
gehalten – 2:2.

• Wiker SV – TS Einfeld
(Sonntag, 15 Uhr)
„Wir haben aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen. Außerdem wollen wir den sechsten Platz verteidigen. Mehr geht zwar nicht, aber weniger soll es auch nicht sein“, erklärt Einfelds Trainer Sascha Milivojevic. Mit direktem Spiel und vielen Doppelpässen wollen die Hausherren zum Erfolg kommen. In den letzten beiden Spielen war die Einfelder Spiellaune unübersehbar. Der TSE errang zwei Siege und erzielte elf Tore. Hinspiel: 2:1.
HZ-Tipp: Die Wiker wollen sich anständig von ihren Fans verabschieden und Einfeld spielt – 2:2

• Gut Heil Neumünster – VfR Laboe (Sonntag, 15 Uhr)
Beide Teams sind bereits seit Wochen abgestiegen und können nun noch einmal beweisen, wozu sie in der Lage sind. Hinspiel: 4:2. mcf
HZ-Tipp: Die Teams sind locker drauf und ebenbürtig – 1:1.


Quelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 04.06.2005