Nortorf hat im Sturm ein Luxusproblem
Fußball-Bezirksliga: Derby gegen Gut Heil
Nortorf/Büdelsdorf – Gleich zwei Begegnungen in der Fußball-Bezirksliga sorgen für Spannung. Spitzenreiter Büdelsdorfer TSV trifft auf das Schlusslicht Neumünster Türkspor, das sich noch lange nicht aufgegeben hat. Und der Tabellenzweite TuS Nortorf erwartet den Vorletzten Gut Heil Neumünster zum Kreisderby.
Für alle vier Teams zählen aufgrund der Tabellensituation nur Siege, so dass Duelle auf Biegen und Brechen zu erwarten sind.
• TuS Nortorf – GH Neum. (morgen, 15 Uhr)
Nortorf kann aus dem Vollen schöpfen und zudem auf eine eingespielte Mannschaft setzen. Vor allem die Abwehr hat mit dem Einsatz von Spielertrainer Dierk Schröder auf der Liberoposition erheblich an Sicherheit gewonnen. Und obwohl Schröder als treffsicherster Spieler zurückbeordert wurde, stehen dem TuS mit Simon Quandt, Thies Kicksee und Daniel Schlotfeldt gleich drei weitere torgefährliche Leute zur Verfügung. „Im Angriff haben wir ein Luxusproblem, aber wir dürfen gegen Gut Heil keinen Hurra-Fußball spielen“, erklärt TuS-Ligaobmann Timo Görlitz. Deshalb werden die bekannt starken Gäste-Angreifer Christian Fischer und Pasqual Rüdiger von den zuverlässigen Abwehrstrategen Fabian Grünberg und Lars Gudjons beschattet. Ob jedoch Rüdiger spielen kann, steht nach Aussage von Gut-Heil-Trainer Dietmar Brüssow in den Sternen. Eine Knieverletzung gefährdet den Einsatz des Top-Torjägers der Gäste (neun Treffer). Dafür ist Sven Schümann aber wieder mit dabei. Als Manndecker gesetzt scheinen Patrick Matthes und Markus Rogge sowie Christian Fischer als einzige Spitze. Hinspiel: 3:3.
HZ-Tipp: Lauffreudig nutzt der TuS die Räume auf der großzügigen Anlage – 3:0.
• FT Eider Büdelsdorf II – Selent (morgen, 15 Uhr)
Personell entspannter ist die Lage bei FT Eider, da die eigene Liga einen Tag vor der Zweiten spielt und so theoretisch alle vier U24-Spieler abstellen kann. Mit Henrick Elleffsen, Benjamin Seebauer, Till Müller und Malte Sawkulycz sind deshalb bedeutende Verstärkungen zu erwarten. Einzig Rainer Voigt (gesperrt) wird definitiv fehlen. Um die Gebrüder Bünzen, als Hauptakteure bei Selent, sollen sich die routinierten Abwehrspieler Julian Brunner und Lutz Fleischer kümmern. „Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, um den Aufstieg zu schaffen“, erklärt FT-Trainer Jens Schuckel. Hinspiel: 4:1.
HZ-Tipp: Zwei Ausnahmespieler allein reichen Selent nicht, um Eider aufzuhalten – 3:1.
• TS Einfeld – VfR Laboe (morgen, 15 Uhr)
Nach vier Unentschieden in Folge hat Einfelds Trainer Sascha Milivojevic einen Sieg angepeilt. „Im jetzigen Stadium der Saison ist noch alles drin. Wir müssen nur wieder anfangen, Fußball zu spielen, meint „Milo“, der vor allem das Flügelspiel beleben will. „Ein 1:0 gegen Laboe reicht uns schon“, sagt der Trainer und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die eigene Defensive. Laboes Stürmer Matthias Petersen und Nils Faber sollen deshalb von Adzi Velovic und Sven Esemann zugedeckt werden. Hinspiel 2:2.
HZ-Tipp: Um Spielfreude zu zeigen, muss auch die Kraft vorhanden sein. Ist diese vorhanden gewinnt Einfeld – 2:0.
• TuS Rotenhof – Molfsee II (morgen, 15 Uhr)
Trotz der deutlichen 2:6-Niederlage gegen TSV Lütjenburg ist Molfsee-Trainer Jens Uwe Hansen von seiner Mannschaft nicht enttäuscht, hat sie doch bis zur 85. Minute beim Stand von 2:3 auf den Ausgleich gedrängt. Jetzt soll aber nach vorne geschaut werden und mit den Routiniers Michael Paul und Carsten Nessel im defensiven Mittelfeld das eigene Tor abgeschirmt werden. Als Libero wird Andreas Breitsprecher fungieren, während Vullnet Latifi im Sturm aufläuft. Zudem hofft Hansen auf Unterstützung aus der Liga. Fraglich ist der Einsatz von Angreifer Dennis Polenkowski. Hinspiel: 4:2.
HZ-Tipp: Energische Molfseer scheinen für den Abstiegskampf gerüstet –
1:2.
• Büdelsdorfer TSV – Türkspor (morgen, 16 Uhr)
Nach zwei Unentschieden am Osterwochenende wurde deutlich, dass der BTSV seine spielerische Linie noch nicht gefunden hat. Ungenaue Abspiele und viele Fehler im technischen Bereich rundeten das Bild der mäßigen Auftritte ab. „Wir hatten gegen Waabs 25 starke Anfangsminuten und haben diese Woche drei Mal trainiert. Ich glaube, wir sind nun gerüstet“, erklärt BTSV-Trainer Patrick Nöhren. Sicherheit kann dabei auch die Rückkehr von Tim Rogge geben, der zusätzliche Impulse geben soll. Daneben sollen Ferid Fatnassi, Tom Gerberding, Henning Schröder und Tobias Seupel das Mittelfeld komplettieren. „Eine starke Besetzung, doch im Angriff wurde zuletzt keine Anspielstation gefunden“, erklärt Nöhren. Diese Probleme würde Türkspor-Coach Cetin Bay gerne haben, der seine Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt noch lange nicht aufgegeben hat. „Wir haben uns zusammengesetzt und werden nochmals alles mobilisieren. Wir wollen nicht absteigen und werden uns die Punkte erkämpfen“, meint Bay, der auch vor dem Spitzenreiter keine Angst hat. Schließlich war man im Hinspiel bereits dem Sieg nahe. Im Tor findet Hauke Steckmess nach langer Verletzungspause langsam wieder zur alten Form zurück, während Angreifer Bekir Sari (gesperrt) und Mustafa Karanfil (Wade) weiter fehlen werden. Serie: BTSV ist seit drei Spielen ohne Sieg – Türkspor seit 15 Spielen. Hinspiel: 2:2.
HZ-Tipp: BTSV nicht im Stile einer Spitzenmannschaft, unterschätzt den Gegner – 1:1.
• TSV Lütjenwestedt – Bösdorf (Sonntag, 14 Uhr)
Kämpferisch und spielerisch konnte der TSV überzeugen. Miserabel war hingegen zuletzt die Chancenverwertung. In dem „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Bösdorf will sich Spielertrainer Arne Steltner jedoch weiterhin auf das Angriffsduo Oliver Christ und Adrian Meingast verlassen. Fraglich sind hingegen die Einsätze von Axel Truschkowski (Zerrung), Mittelfeldakteur Arne Rühmann (Leiste) und Manndecker Nils Hansen. In die Bresche springen könnten Abwehrspieler Till Lakatsch und Thore Lohse. Hinspiel: 2:0.
HZ-Tipp: Im Abstiegskampf gelingt
dem TSV ein erster Befreiungsschlag
– 3:0.
• Wiker SV – Wasbek (Sonntag, 15 Uhr)
Einzig Torsten Schulz (verhindert) wird beim SV Wasbek fehlen, der nach sechs Punkten in Folge verstohlen den Blick nach oben richtet. „Gewinnen wir in Kiel ist noch vieles möglich“, erklärt SVW-Trainer Michael Meyer mit Blick auf die Tabelle. Ob Manndecker Jan Linnemann, der noch einen Trainingsrückstand hat, auflaufen wird, will der Coach kurzfristig entscheiden. Als ebenbürtiger Ersatz stünde Dogan Sari parat. Ansonsten vertraut Meyer auf ein Team, das sich langsam gefunden zu haben scheint. Hinspiel: 0:2. mcf
HZ-Tipp: Das Spiel wird in der Abwehr
gewonnen. Dort arbeitet Wasbek konzentriert – 0:2.
Augen zu und durch: Nortorfs Mirko Nitschmann verlängert in dieser Szene den Ball vor Nils Hansen (Lütjenwestedt). Foto Lühn
Quelle
: KN - Holsteiner Zeitung vom 01.04.2005