Lütjenwestedter Coup gegen Spitzenreiter BTSV
Fußball-Bezirksliga: Torreiches Remis des TuS Nortorf gegen Türkspor
Nortorf – Eine Niederlage vor Augen hatte der TuS Nortorf, dem in der Bezirksliga gegen die abstiegsbedrohten Gäste von Neumünster Türkspor ein glücklicher Punktgewinn gelang. Obwohl diese Punkteteilung für beide Teams viel zu wenig ist, wirkte sich das Ergebnis positiv auf die Tabellenposition aus. Nortorf rückte auf Platz zwei vor und steht so auf einem Aufstiegsplatz. Türkspor verbesserte sich auf den 17. Rang und konnte die ungeliebte Rote Laterne des Tabellenletzten an Gut Heil Neumünster abgeben.
TuS Nortorf – Neumünster Türkspor 3:3 (1:2): Über 70 Minuten waren die abstiegsbedrohten Türken eindeutig Herr der Lage und wirbelten den Nortorfer Aufstiegsaspiranten mächtig durcheinander. Am Ende war das Glück jedoch nicht mit den tüchtigen Gästen, sondern bescherte den Hausherren noch ein schmeichelhaftes Unentschieden.
Die erwartungsvollen Nortorfer Zuschauer staunten nicht schlecht, denn von Beginn an kontrollierten die einsatz- und lauffreudigen Gäste die Partie. Das hier die Hausherren Aufstiegsambitionen hegen, während die Neumünsteraner das Schlusslicht sein sollten, wurde in keiner Phase des Spiels sichtbar. Im Gegenteil. Die auch gedanklich lange unbeweglichen Nortorfer schienen nicht präsent und hatten gegen die spielstarken Türken nichts entgegen zu setzen. Wie aus dem Nichts fiel jedoch die völlig überraschende 1:0-Führung für den Gastgeber. Nach einem schönen Steilpass von Dierk Schröder tauchte urplötzlich Simon Quandt allein vor Türkspor-Torwart Rolf Schmidt auf und hatte keine Mühe mehr, zum 1:0 zu vollenden (11.). Danach jedoch wurden die unbeeindruckten Gäste belohnt, benötigten dafür aber die kräftige Mithilfe des TuS. Nach einem kapitalen Ballverlust durch Malte Rathgen war Türkspor in Überzahl, konnte Yavuz Tas frei spielen, der an dem chancenlosen TuS-Keeper Torben Sachau vorbei zum verdienten 1:1 einschoss (15.). Nur zehn Minuten später ein weiterer Schnitzer der Nortorfer Defensivabteilung, als sich Libero Sönke Klages einen Stockfehler erlaubte. Der Ball sprang so direkt vor die Füße von Adem Beder, der sich nicht lange bitten ließ. Leichtfüßig umkurvte er Klages und schob souverän zum 2:1 ein (25.). Auch in der Folge berannten die Gäste das Tor der Hausherren, doch Zählbares sprang zunächst nicht heraus. Nach dem Wechsel, als jeder mit einem Aufbäumen des Tabellendritten rechnete, waren es aber zunächst die Neumünsteraner, die weiterhin die Akzente setzten. Yavuz Tas, der allerdings leicht abseitsverdächtig stand, kam an den Ball, umspielte Sachau und markierte das 3:1 für die überglücklichen Gäste (48.). Für die Wende im Spiel musste schließlich der Unparteiische sorgen, der in der 65. Minute nach einem regelgerechten Einsatz gegen Dierk Schröder auf den Elfmeterpunkt zeigte. Simon Quandt ließ sich diese Chance nicht nehmen und verkürzte so auf 2:3. Berechtigte Aufregung ein weiteres Mal bei den Gästen, als Gökhan Karagül im Nortorfer Strafraum von Malte Rathgen von den Beinen geholt wurde, die Pfeife des Schiedsrichters jedoch stumm blieb (68.). In der Folge schienen die Gäste ganz offensichtlich dem hohen Tempo Tribut zu zollen. Die Hausherren übernahmen nun mehr und mehr das Kommando und konnten nach einem schönen Zuspiel von Morten Boller auf Dierk Schröder den glücklichen 3:3 Ausgleichstreffer erzielen (75.). Am Ende hatten die nun dominierenden Nortorfer sogar noch zwei gute Gelegenheiten, den Spielverlauf völlig auf den Kopf zu stellen und ihrerseits den Siegtreffer zu erzielen. Zunächst vergab jedoch Malte Rathgen per Kopfball auf Flanke Steffen Ruwolt (80.). Dann rettete der Pfosten für die Türken, als Morten Boller gekonnt abzog (83.). „Kompliment an die Gäste. Der Punktgewinn ist für uns sehr glücklich, denn zwei Drittel des Spiels beherrschte Türkspor. Zufrieden können wir aber nicht sein, denn das Unentschieden bringt uns überhaupt nicht weiter“, erklärte TuS-Ligaobmann Timo Görlitz nach der siebten Punkteteilung in der laufenden Saison. „Ich bin mit unserer Leistung sehr zufrieden. Das gibt Mut für die Zukunft, denn so steigen wir nicht ab“, meinte Türkspor-Trainer Cetin Bay.
TuS Nortorf: Sachau – Klages – Rathgen, Grünberg (60. Schlotfeldt) – Nitschmann, Gudjons (30. Drews), Ruwolt, Boller, Klucke – Schröder, Quandt.
Neumünster Türkspor:
Schmidt – Ergel (46. Kuscu) – Mercan, Sucu – A. Celik, Veziroglu, Karanfil, Ates, Beder – Karagül, Tas (80. M. Celik).
TSV Lütjenwestedt – Büdelsdorfer TSV 4:1 (0:0): Einen mächtigen Dämpfer bekam der Spitzenreiter aus Büdelsdorf, der zwar technisch und spielerisch das reifere Team war, am Ende jedoch ins offene Messer lief. Die Schlüsselszene des Spiels war die 18. Spielminute, als in einem undurchsichtigen Gerangel BTSV-Angreifer Arend Müller den Lütjenwestedter Nils Hansen mit einem Schubser bedachte. Die Rote Karte für den Gäste-Akteur, die äußerst hart erschien, sowie die zahlenmäßige Unterzahl, brachten Büdelsdorf jedoch nicht aus dem Konzept. Die Überlegenheit auf dem Spielfeld wusste der Tabellenführer jedoch nicht in Tore umzumünzen. Mehr Glück hatte da schon der Gastgeber, der nach einem Freistoß von Arne Steltner durch Arne Rühmann mit 1:0 in Führung ging (50.). Als Oliver Christ gar auf 2:0 erhöhte (58.), setzte der BTSV alles auf eine Karte. Trotz bester Möglichkeiten durch Ferid Fatnassi (47., 55.) sowie Nils Diekmann (60.) benötigten die Gäste jedoch einen Foulelfmeter, ehe durch Fatnassi der 2:1 Anschlusstreffer verzeichnet werden konnte (63.). Eine Wende bedeutete dieses Tor jedoch nicht. Nur eine Minute später war Adrian Meingast zur Stelle, der auf 3:1 erhöhte (64.). Gegen die in der Deckung recht offenen Gäste gelang Steltner schließlich sogar noch das 4:1 (86.). Konträr waren die Spielanalysen auf beiden Seiten. Während Lütjenwestedts Co-Trainer Andreas von Rönnen einen verdienten Erfolg sah, hatte nach Meinung von BTSV-Coach Patrick Nöhren sein Team zu Unrecht verloren.
TSV Lütjenwestedt: Fuchs –Hadenfeldt – Musfeldt, Hansen – Volkmann, Schröder (74. Baasch), Rühmann, Siebert – Steltner, Christ, Meingast (80. Wildberger).
Büdelsdorfer TSV: Skoruppa – Paulsen – Rechner, Fedder – Seupel, Fatnassi, Rogge, Schröder (75. Kurbjuhn), Gerberding – Müller, Diekmann (60. Behrmann). mcf
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Große Freude bei Neumünster Türkspor nach dem 2:1 (vorne von links): Celik Aydin, Meram Levent, Adam Beder, Mustafa Karanfil. Foto Stark
Quelle
: KN - Holsteiner Zeitung vom 20.12.2004