Türkspor geht in Bösdorf unter
Fußball-Bezirksliga: Waabs und Gut Heil Neumünster trennen sich mit einem torlosen Remis
Neumünster – Ganz düster sieht es für den Fußball-Bezirksligisten Neumünster Türkspor aus. Nach der 2:7-Niederlage gegen das bisherige Schlusslicht Fortuna Bösdorf ist der Aufsteiger nun schon seit neun Spielen ohne Sieg und rutschte auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Nicht viel besser ist die Lage für Gut Heil Neumünster. Zwar konnte man sich über einen Punktgewinn freuen, doch der Sturz an das Tabellenende war damit nicht zu verhindern.
TSV Waabs – Gut Heil Neumünster 0:0:
Die Partie wurde zwar mit hohem kämpferischen Einsatz geführt, doch spieltechnisch bekamen die Zuschauer kaum etwas geboten. Auch Torraumszenen waren Mangelware, so dass die torlose Punkteteilung gerecht war. Einzig Pasqual Rüdiger mit einem 18-Meter-Schuss, der knapp am Winkel vorbeistrich (26.) sowie Sven Schümann (43.) beschworen einmal Gefahr vor des Gegners Tor hervor. Nach dem Wechsel das gleiche Bild, nur dass keine Chancen mehr zu verzeichnen waren. „Es war ein Spiel, das der Tabellensituation beider Teams angepasst war. Mehr kam auf dem tiefen lehmigen Platz eben nicht zustande“, erklärte Gut-Heil-Trainer Thomas Hinrichsen.
Gut Heil: Spantig – Rogge – Walter, Mathes (75. Reimer) – Marco Knobel, Hartmann, Rüschmann, Rüdiger, Mahlo – Schümann, Fischer.
SV Friedrichsort – SpVg Eidertal-Molfsee II 3:0 (1:0): Die zuletzt recht erfolgreichen Gäste brauchten gute zwanzig Minuten, um sich zu finden. Bis dahin lagen die schwunglosen Friedrichsorter jedoch schon mit 1:0 in Führung, nachdem Oleg Strebos per Kopf eindrücken konnte (13.). In der Folge kamen die lauffreudigen und aggressiven Molfseer besser ins Spiel, doch Zählbares sollte nicht herausspringen. Zu ungenau waren die Pässe in die Spitze, die den nicht immer sattelfesten SVF-Deckungsverband so nicht aushebeln konnten. Nach dem Wechsel war Eidertal zwar optisch leicht überlegen, doch immer wieder konnte Friedrichsort durch ein eleganteres Spiel gefallen. Das 2:0 durch Malte Spliedt, der aus der Drehung aus 16 Metern abzog, fiel aber dennoch wie aus dem Nichts (62.). Als dann Timo Zeidler nach einem groben Schnitzer von Torwart Arne Münich auf 3:0 erhöhte, war die Partie entschieden (80.). „Wir hätten zwar einen Punkt verdient gehabt, aber mit unserem Auftritt bin ich dennoch zufrieden“, erklärte Molfsee-Trainer Jürgen Herdel.
SpVg Eidertal-Molfsee II: Münich – C. Nessel – Methews, Spieckermann – Jansen, Helbron (75. Petersen), Pahlke, L. Nessel (60.Iglewski), Meyer – Polenkowski, Witthinrich.
TuS Nortorf – TuS Rotenhof 2:2 (2:1):
Zunächst dominierten die Nortorfer, die schnell von Abwehr auf Angriff umschalteten und Rotenhof phasenweise schlecht aussehen ließen. Nach dem 1:0 durch Simon Quandt per Kopfball (13.) sowie dem Ausgleich durch Nico Messer (15.) hatte Nortorf gleich mehrfach Gelegenheit, das Spiel zu entscheiden. Dierk Schröder traf jedoch genauso Aluminium wie im Nachschuss Malte Rathgen (20.) sowie später Simon Quandt (42.). So blieb es bei der mageren 2:1-Führung durch Schröder (26.). Nach dem Wechsel, als die Gäste postwendend den 2:2 Ausgleich durch Patrick Nemec erzielten (46.), agierte Nortorf zu lethargisch und überlies Rotenhof die Initiative. Beste Chancen ließen die Gäste jedoch ungenutzt, die nach dem Feldverweis für Andrej Heinz (78., gelb-rot) wieder ins Hintertreffen gerieten. Glück für die Nortorfer, dass es am Ende bei der Punktteilung blieb, denn der Schiedsrichter erkannte einen Treffer des Rotenhofers Tim Krüger nicht an (90.).
TuS Nortorf: Fischer – Klages – Rathgen, Michaelis – Nitschmann, Drews, Grünberg, Ruwolt, M. Boller – Schröder, Quandt (75. Klucke)Fortuna Bösdorf – Neumünster Türkspor 7:2 (2:2): In dem Kellerduell suchten beide Teams ihr Heil in einer bedingungslosen Offensive und gingen ein hohes Risiko ein. Die abwechslungsreiche und lange Zeit offene Partie bot daher Torraumszenen in Hülle und Fülle. Nachdem Albert Paulauskas das 1:0 markiert hatte (24.), brachten Bekir Sari (27.) und Cüneyet Ergel per Faulelfmeter (33.) die Gäste in Führung. Ein Doppelschlag von Thomas Puschinski (43., 48.) sowie der Treffer von Holger Lehmann zum 4:2 (56.) war aber noch lange nicht der Knockout für die tapferen Gäste. Erst als Sari die gelb-rote Karte sah (70.) und Lehmann auf 5:2 erhöhte (71.), war die Entscheidung gefallen. Mit wehenden Fahnen mussten die Gäste noch zwei weitere Treffer durch Puschinski (80.) und Paulauskas (88.) hinnehmen und zudem einen weiteren Feldverweis für Utcu Tunca (88., rot) beklagen.
Türkspor: Schmidt – Ergel – A. Celik, Sucu – Tunca, Ates, Beder, Karagül (60. M. Celik), Karanfil – Sari, Tas.
TSV Lütjenwestedt – TSV Selent 7:2 (3:1): Geprägt vom tiefen und rutschigen Geläuf, entwickelte sich ein Kampfspiel, in dem der Gastgeber anfangs Vorteile besaß. Vor allem dem hohen und kompromisslosen Einsatz von Nils Hansen und Peter Schröder, der den Selenter Torjäger Dennis Bünzen gut abschirmte, war es zu verdanken, dass Lütjenwestedt ein Übergewicht besaß. Die 3:1-Pausenführung durch Arne Steltner (8.) sowie Arne Rühmann (22.) und Daniel Baier (24.) bei einem Gegentor von Peter Schröder, der ins eigene Netz traf (12.), war verdient. Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wobei die Gäste mit einem offensiver ausgerichteten Nils Bünzen als Antreiber alles auf eine Karte setzten. Die Tore jedoch erzielten die Gastgeber. Nach weiteren Treffern durch Rühmann (54.) sowie Hansen (62.) war die Partie beim Stand von 5:1 entschieden. Zwar konnte Dennis Bünzen nochmals verkürzen (68.), doch Arne Steltner (77.) sowie Mathias Kuchenbecker (80.) stellten das deutliche 7:2 her. „Wir hätten noch fünf bis sechs Tore mehr machen können, doch wir sind auch so zufrieden“, erklärte TSVL-Betreuer Andreas von Rönnen, dessen Team nach diesem Erfolg die Abstiegsränge verlassen konnte.
TSV Lütjenwestedt: Fuchs – Hadenfeldt – Schröder (59. Siebert), Musfeldt – Baasch, Hansen, Rühmann, Volkmann, Baier (75. Kuchenbecker) – Jens (59. Losch), Steltner. mcf
Quelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 22.11.2004