FUSSBALL-BEZIRKSLIGA VOR DEM SAISONSTART – TEIL I

Zündet Türkspor Bengalische Feuer?

Größter Erfolg in der Vereinsgeschichte – Der TuS Nortorf tritt mit neu formierter Mannschaft an

Nortorf – Die Mannschaften aus dem Holsteiner Einzugsgebiet schicken sich an, die Fußball-Bezirksliga zu beherrschen, denn gleich neun von 18 Vereinen kommen aus diesem Abschnitt. Wie jedoch sind die Chancen der Teams, wer muss um den Klassenerhalt bangen? Die HZ-Redaktion stellt die einzelnen Team vor dem Saisonstart am 13. August in zwei Teilen vor.
    Von Michael Felke

Gut dabei, aber nicht ganz vorne wird der TuS Nortorf zu finden sein. Einem Paradesturm stehen die Unwägbarkeiten der neu formierten und zumeist aus jugendlichen Spielern zusammengesetzte Abwehr gegenüber. Anspruch und Wirklichkeit scheinen indes beim SV Wasbek auseinander zu driften. Auch wenn der Abstieg kein Thema sein sollte, wird es nicht zu einer vorderen Platzierung reichen. Das Hauptaugenmerk sollte zunächst auf die Spielerintegration gerichtet werden. Vor einer Herausforderung steht Neuling Neumünster Türkspor, der mit viel Euphorie in die Saison startet. Ob es dem Aufsteiger gelingt, auch auf dem Spielfeld Bengalische Feuer abzubrennen, bleibt abzuwarten. Ganz schwer wird es für Gut Heil Neumünster aufgrund der Abgänge von gleich mehreren erfahrenen Spielern.
    

TuS Nortorf
„Wechselhafter hätte die letzte Saison nicht sein können“, hat TuS-Ligaobmann Timo Görlitz sowohl die nackte Abstiegsangst als auch den Ritt auf der unglaublichen Erfolgswelle immer noch nicht ganz verarbeitet. Als Meisterschaftsfavorit in die Saison gestartet, stand Nortorf zur Halbserie mit einem Bein in der Kreisliga. Danach folgte eine Serie von 19 Spielen mit nur einer Niederlage und einem hervorragenden vierten Platz in der Endabrechnung. Sachlich nüchtern stuft der Obmann die Chancen für die kommende Spielzeit ein. Aufgrund der Abgänge von Libero Frank Behrens und der Defensivakteure Jörg Scherbath sowie Torsten Grimm muss praktisch die gesamte Abwehrreihe ersetzt werden. Dafür können die Nortorfer in der Offensive gleich zwei gestandene Spieler in ihrem Kader begrüßen. Während Mark Sadowski zunächst in der „Zweiten“ nach überstandenem Kreuzbandriss einen neuen Anlauf versucht, verspricht man sich vor allem von Mittelstürmer Thies Kicksee vom letztjährigen Oberligisten TSV Kropp viel. „Im Angriff haben wir nun ein Luxusproblem“, erklärt Timo Görlitz. „Ich wünsche mir einen Platz im oberen Tabellendrittel“, meint der Ligaobmann. Für höchste Weihen kommen für Görlitz allein der Büdelsdorfer TSV sowie Aufsteiger FT Eider II in Frage.

Abgänge: Frank Behrens, Jörg Scherbath (beide Karriereende), Torsten Grimm, Michael Neuenfeld, Tobias Walter (alle eig. II.), Sören Schlüter (TuS Jevenstedt), Hassan Jaafar (VfR Neumünster).

Zugänge: Thies Kiecksee (TSV Kropp), Sönke Klages, Henning Michaelis, Malte Rathgen, Fabian Grünberg, Morten Boller, Eike Bruhn, Daniel Schlotfeldt, Stephan Krug (alle eig. Jugend), Mark Sadowski (SV Wasbek), Markus Schuster (TSV Bordesholm). 

Kader – Tor: Stefan Fischer, Henrik Boller. Abwehr: Markus Schuster, Lars Redmann, Dennis Granert, Steffen Ruwolt, Sönke Klages, Henning Michaelis, Malte Rathgen, Fabi- an Grünberg. Mittelfeld: Mirko Nitschmann, Lars Gudjons, Alexander Klucke, Morten Boller, Eike Bruhn. Angriff: Thies Kiecksee, Simon Lackmann, Simon Quandt, Dierk Schröder, Daniel Schlotfeldt, Stephan Krug.

 

(Spieler-) Trainer: Dierk Schröder. 

Co-Trainer: Frank Behrens. 

Betreuer: Manfred Ahmling. 

Ligaobmann: Timo Görlitz. 

Fußballobmann: Detlef Kortum.


   

Der TuS Nortorf in der Saison 2004/2005, hintere Reihe v.li.: Lars Redmann, Dennis Granert, Simon Lackmann, Malte Rathgen, Simon Quandt, Sönke Klages. – Mittte v.li.: Trainer Dierk Schröder, Alexander Klucke, Markus Schuster, Fabian Grünberg, Henning Michaelis, Morten Boller, Obmann Timo Görlitz. – sitzend v.li.: Mirko Nitschmann, Steffen Ruwolt, Daniel Schlotfeldt, Henrik Boller, Stefan Fischer, Lars Gudjons, Thies Kiecksee, Stefan Krug, Eicke Bruhn. Es fehlen: Betreuer Manfred Ahmling, Co-Trainer Frank Behrens. Fotos Stark

Neumünster Türkspor
Nach vier vergeblichen Anläufen gelang den Neumünsteranern nun endlich der Sprung aus der Kreisliga, womit der 1993 gegründete Verein den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte feierte. Mit zehn Punkten Vorsprung waren die Neumünsteraner in der Kreisliga das Maß aller Dinge und bei nur einer Roten Karte war das Auftreten auch ansonsten äußerst souverän. „Im spielerischen Bereich werden wir wohl keine Schwierigkeiten bekommen. Die Frage wird sein, wie schnell wir uns an die neue Klasse gewöhnen werden“, bleibt Trainer Cetin Bay auf dem Teppich. Abstiegsängste sind für Cetin Bay jedoch auch kein Thema. „Wir sind in allen Mannschaftsteilen stark besetzt und haben uns überall gezielt verstärkt“, meint der Coach und vertraut auf die Achse mit Torwart Hauke Steckmess, Spielmacher Mehmet Sahin und Torjäger Bekir Sari. Und schließlich kann der Neuling noch auf die Zuschauer als zwölften Mann bauen. In der abgelaufenen Serie säumten zu jedem Heimspiel mindestens 100 Zuschauer den Spielfeldrand. Vom Aufstieg träumen können nach Meinung von Cetin Bay allein der TuS Nortorf und der BTSV.

Abgänge: Radoslav Dziurzynski (TS Einfeld), Fatih Kececi (pausiert).

Zugänge: Utku Tunca (TSV Gnutz)m Murat Celik (PSV Neumünster II), Önder Kuscu (eig. II), Cüneyt Ergel (Gut Heil NMS).

Kader – Tor: Hauke Steckmess, Ümit Albarayak, Mehmet Güngorenler. Abwehr: Aydin Celik, Murat Kizilica, Marc Henning, Nihat Ucak, Mustafa Karanfil, Önder Kuscu, Cüneyt Ergel. Mittelfeld: Mehmet Sahin, Adem Beder, Ali Ates Dede, Turan Kuscu, Yavus Tas, Ayhan Akarcali, Mehmet Veziroglu, Utku Tunca. Angriff: Bekir Sari, Gökhan Karagul, Murat Celik.
Trainer: Cetin Bay. Fußballobmann: Mustafa Karanfil.
    

Gut Heil Neumünster
„Bloß nicht wieder so eine Zitterpartie um den Klassenerhalt. Vor allem die vielen Undiszipliniertheiten, die sich in sechs roten und 14 gelb-roten Karten ausdrücken, haben viele Punkte und Sympathien gekostet“, wünscht sich Ligaobmann Günter Lütje im zweiten Jahr der Bezirksligazugehörigkeit ruhigere Zeiten. In diesem Jahr will man nicht nur deshalb einen Neuanfang starten. Allein die altersbedingten Abgänge von gleich mehreren Stammspielern zwingen Trainer Thomas Hinrichsen zum Handeln. Immerhin konnten mit Torwart Dennis Spantig sowie Mittelfeldakteur Marco Knobel und Angreifer Resul Yilmaz erfahrene Neuzugänge gewonnen werden. „Daneben setzen wir natürlich auf die Jugend“, so der Ligaobmann. Während die Wunsch-Abwehr um Neu-Libero Sven Schümann und den Manndeckern Patrick Matthes sowie Pierre Walter nach Meinung von Lütje steht, ist die Angriffsformation völlig offen. „Uns sollte aber der zehnte Platz gelingen“, meint der Neumünsteraner Offizielle. Ganz weit oben sieht Günter Lütje den TuS Nortorf, den BTSV und FT Eider II.

Abgänge: Vasfi Ahcicek (SV Wasbek), Cüneyt Ergel (Türkspor), Martin Knobel, Sascha Schümann, Torben Studt, Michael Hagemann, Dietmar Brüssow, Thomas Hinrichsen (alle eig. II.), Timo Walter (Karriereende.

Zugänge: Resul Yilmaz (SV Wasbek), David Atmenteng, Adnan Ugur (beide SV Großenaspe), Marco Knobel (PSV NMS), Dennis Spantig (VfR NMS II), Tim Wischeropp (A-Jugend TSV Gadeland), Stefan Hartmann, Yacine Ladmia, Sören Rüschmann (alle eig. A-Jugend), Florian Stoltenberg (SV Wasbek).

Kader – Tor: Dennis Spantig, Christian Strietzel. Abwehr: Patrick Matthes, Sven Schümann, Markus Rogge, Pierre Walter, Adnan Ugur, Sören Rüschmann, Stephan Lieske. Mittelfeld: Nico Mahlo, Marco Knobel, Stefan Ibs, Cetin Yilmaz, Stefan Hartmann, Yacine Ladmia, Florian Stoltenberg, David Atmenteng, Tim Wischeropp. Angriff: Pasqual Rüdiger, Christian Fischer, Raimo Vainaste, Resul Yilmaz.
Trainer: Thomas Hinrichsen. Ligaobmann: Günter Lütje. Betreuer: Darren Flöring, Bernd Rüdiger.
    

SV Wasbek
„Unter dem Strich bin ich mit dem Abschneiden in der letzten Serie zufrieden“, erklärt Wasbeks Trainer Michael Meyer. Nun hat Meyer mit den Zugängen von Peter und Paul Wrzeszinski vor allem im Offensivbereich mehr Variationsmöglichkeiten. Während die Abgänge der Angreifer Resul Yilmaz und Ahmed Uzun aufgefangen werden konnten, schmerzt hingegen das Karriereende von Abwehrchef Holger Ablass. So setzt man beim SVW verstärkt auf die Offensive. Ein Plus für die Wasbeker ist dabei der breit besetzte Kader, doch hat man dafür einen hohen Preis zahlen müssen. Für die nächste Serie konnte der SVW keine II. Mannschaft melden und steht somit ohne Unterbau da. Nachdem jedoch alle finanziellen Klippen umschifft werden konnten, peilt man selbstbewusst eine Platzierung um Platz fünf herum an. Für den ganz großen Wurf scheinen nach Meinung von Trainer Meyer einzig der TuS Nortorf, der BTSV und FT Eider II in Frage zu kommen.

Abgänge: Holger Ablass (Karriere beendet), Michael Knuth (berufl. Gründe), Mark Sadowski (TuS Nortorf), Resul Yilmaz (Gut Heil NMS), Ahmed Uzun (Olympia NMS). 

Zugänge: Peter Wrzeszinski, Paul Wrzeszinski (beide TSV Gadeland), Vasfi Ahcicek (Gut Heil NMS), Björn Hiller, Christian Stein (beide eig. II.), Marcel Porsche (Bolau Weiß Wittorf). 

Kader – Tor: Andreas Rauch, Christian Stein. Abwehr: Ralf Hilmers, Jan Linnemann, Jürgen Fehmer. Mittelfeld: Oliver Lage, Christian Gill, Torge Schroff, Niels Gospodinow, Dogan Sari, Sven Clasen, Hauke Gill, David von der Mehden, Björn Hiller, Marcel Porsche, Paul Wrzeszinski. Angriff: Torsten Schulz, Kay Packhäuser, Yetkin Koyun, Peter Wrzeszinski, Vasfi Ahcicek.
Trainer: Michael Meyer. Co-Trainer: Kai Tönnies. Ligaobmann: Frank Dahmke.

GH Neumünster, hintere Reihe v.li.: Trainer Thomas Hinrichsen, Pierre Walter, Ferred Ladmier, Sören Röschmann, Stefan Ibs, Rüdiger Pasaval, Ugur Adnan. – Mitte v.li.: Ligaobmann Günter Lüthje, Christian Fischer, Yilmaz Resu, Stephan Hartmann, Sven Schümann, Obmann Uwe Reimer, Betreuer Danen Flöring. – hockend v.li.: Nico Mahlo, Jace Gadmias, Christian Strietzell, Markus Rogge, Patrick Matthes, Torben Studt.


Der SV Wasbek, stehend v.li.: Trainer Michael Meyer, Ralf Hilmers, Kai Packhäuser, Christian Gill, Andreas Rauch, Jan Lindemann, Co-Trainer Kai Tönnis. – sitzend v.li: Torsten Schulz, Paul Wrzeszinski, Vasfi Ahcicek, Peter Wrzeszinski, Jürgen Femer. – Es fehlen: David von der Meden, Torge Schroff, Oliver Lage, Nils Gospodinow, Björn Hiller, Marred Porsche, Christian Stein, Henning Prage, Hauke Gill, Yekin Koyun.


Neumünster Türkspor, hintere Reihe v.li.: Nihat Ucar, Kusch Önder, Utku Tunca, Mustafa Karanfil, Marc Henning, Ali-Dede Ates. – Mitte v.li.: Alpay Cakar, Betreuer Erol Özbekler, Mehmet Sahin, Bekir Sari, Cüneyt Ergel, Trainer Cetin Bay. – hockend v.li.: Yavuz Tas, Adem Beder, Gökhan Karagül, Ayhan Akarcali, Enes Simsek. – Es fehlen: Murat Celik, Hauke Steckmess, Aydin Celik, Turan Kusku, Murat Kizilca.

Quelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 04.08.2004