Fatnassi krönt BTSV-Aufholjagd
Fußball-Bezirksliga: Büdelsdorf erkämpft 4:4 beim TuS Nortorf – TS Einfeld verliert 0:2 gegen Eidertal
Nortorf – In der Fußball-Bezirksliga führt der Büdelsdorfer TSV die Tabelle auch nach dem Unentschieden beim neuen Tabellenvierten TuS Nortorf weiterhin an und hat die Herbstmeisterschaft fest im Visier. Auf Platz fünf fiel die TS Einfeld zurück, die nach neun Spielen ohne Niederlage erstmals wieder verlor.
TuS Nortorf – Büdelsdorfer TSV 4:4 (3:1): Nach 60 abwechslungsreichen Minuten, als mit dem TuS Nortorf der Sieger bereits festzustehen schien, wurde das bis dahin gute Bezirksligaspiel sogar noch einmal spannend und am Ende gar dramatisch. Zunächst jedoch war die Partie von der Nortorfer Taktik geprägt. Trotz Heimvorteil überließ man den Gästen, die lediglich mit Dirk Fischoeder als einziger nomineller Spitze aufliefen, weitgehend die Initiative und verlegte sich auf überfallartige Konter. Anfangs jedoch kamen die Hausherren kaum einmal dazu, gegen die umsichtige BTSV-Abwehr Angriffe vorzutragen. Das sollte sich ändern, als sich der starke Morten Boller ein Herz nahm und mit gradlinigen Vorstößen seine Mitspieler in Szene setzte. Als Boller dann ein drittes Mal in Erscheinung trat und Steffen Ruwolt einsetzte, kam er nach einem missglückten Klärungsversuch der Gäste selbst an den Ball und schoss aus 18 Metern zum 1:0 ins Tor (15.). Der BTSV schien zunächst geschockt, hatte Abstimmungsprobleme im Mittelfeld und konnte mit den überlassenen Freiräumen weiter nichts anfangen. Dass man die Nortorfer-Abwehr jedoch aushebeln konnte, bewies ein feiner Spielzug in der 33. Minute. Nach einem Doppelpass zwischen Dirk Fischoeder und Tom Gerberding erreichte die Hereingabe von Fischoeder den aufgerückten Tim Rogge, der im Nachschuss zum 1:1 vollendete. Der BTSV wollte nun mehr und setzte nach, wurde aber kalt erwischt. Nach zwei Möglichkeiten durch Fischoeder (39.) und Ferid Fatnassi (41.) trafen die Konter des TuS den Gast mitten ins Herz. Zunächst fackelte Morten Boller nicht lange und zog aus 17 Metern zum 2:1 ab (43.), ehe Thies Kieksee auf Flanke von Mirco Nitschmann zum 3:1 traf (44.). Nach dem Wechsel versuchte es der BTSV mit Pressing und griff Nortorf bereits am eigenen Strafraum an. Als Manndecker Dennis Rechner jedoch über einen Befreiungsschlag drosch, war plötzlich Dierk Schröder allein auf weiter Flur und schoss zum 4:1 ein (57.). Doch am Ende, wie es ein Nortorfer Fan lauthals verkündete, waren die Gäste noch nicht. Unbeirrt und mit einer glänzenden Moral wurden die Hausherren weiter attackiert. Als Niels Diekmann aus der Drehung auf 2:4 verkürzte (65.), war das Signal zur Aufholjagd gegeben. Glück hingegen für die Gäste, als Schröder einen aufspringenden Ball falsch erwischte und anstatt ins leere Tor nur die Latte traf (70.). Nach der berechtigten gelb-roten Karte gegen TuS-Kapitän Lars Gudjons (73.) gab es für die Büdelsdorfer kein Halten mehr. Mit wehenden Fahnen suchte man das Heil in der Offensive und wurde belohnt. Zunächst war Gerberding nach einer Ablage von Diekmann zum 3:4 zur Stelle (84.), ehe Fatnassi den Ball an Torwart Stefan Fischer vorbei zum 4:4 ins leere Tor spitzelte (86.). „Für uns ein dummer Punktverlust, doch das Ergebnis geht in Ordnung“, so TuS-Ligaobmann Timo Görlitz.
TuS Nortorf: Fischer – Klages – Grabert (46. Fischer), Rathgen – Nitschmann, M. Boller, Gudjons, Ruwolt – Schröder, Kiecksee (74. Quandt).
Büdelsdorfer TSV: Skoruppa – Tischler (22. Behrmann) – Paulsen, Rechner – Rogge, Fatnassi, Seupel (83. Brunner), Schröder (76. Kaba), Gerberding, Diekmann – Fischoeder.
TS Einfeld – SpVg Eidertal-Molfsee II 0:2 (0:0): Riesenjubel bei den Gästen, die nach wochenlanger Durststrecke den ersten Sieg einfuhren. Einfeld hingegen präsentierte sich weit unter Form und konnte nur anfangs Akzente setzen. Nach dem Wechsel übernahmen die engagierten und leidenschaftlichen Gäste deutlich das Kommando. Sebastian von Döhren nach Eckball (50.) und Andreas Orlitz, nach einem schweren Fehler von Einfelds Libero Christoph Krüger (76.), sorgten für die Treffer zum verdienten 2:0 Sieg für die Molfseer.
TS Einfeld: Münz – Krüger (78. Attard) – Panasiuk, Hamann – Esemann, Dahmke, Buhrmester (70. Schneewolf), Milivojevic, Dziurzynski – Scheel, Wrzeszinski.
SpVg Eidertal-Molfsee II: Münnich – C. Nessel – Mathews (72. Helbron), Spieckermann – Meyer (28. S. von Döhren), Jansen, A. von Döhren, Witthinrich, Orlitz – Latifi (80. L. Nessel), Iglewski.
SV Friedrichsort – SV Wasbek 3:0 (1:0): Aufgrund großer personeller Nöte musste sich SVW-Trainer Michael Meyer auf die Defensive beschränken. Friedrichsort war spielbestimmend und kam dank individueller Wasbeker Fehler zu seinen Toren. Oleg Strebos nach Schnitzer von Mathias Steinhausen (23.) sowie Gunnar Spliedt (59.) und Timo Arjes (71.) stellten den Sieg gegen die einzig kämpferisch überzeugenden Gäste her.
SV Wasbek: Rauch – von der Mehden – Sari, Linnemann – Packhäuser, Schroff, Steinhausen, Schulz, C. Gill – Denke (55. H. Gill), Zühlke (70. Wurr).
TSV Lütjenburg – Türkspor Neumünster 2:0 (1:0): Nichts zu holen gab es für die Gäste, die erheblich unter den Platzverhältnissen litten. Lütjenburg hatte die Partie unvermittelt auf den Grandplatz verlegt, während Türkspor nicht das richtige Schuhwerk dabei hatte. Da zudem nur ein Reservespieler zur Verfügung stand, war Neumünster von Beginn an auf verlorenem Posten. Miljaim Haradinay, der zweimal ins Schwarze traf (25., 62.), sorgte so für die verdiente Niederlage der Gäste.
Türkspor Neumünster: Veziroglu – Ergel – Bay, Celik – Tunca, Karanfil, Karagül, Beder, Sen – Sari, Tas (60. Simsek).
TSV Lütjenwestedt – Gut Heil Neumünster 2:2 (1:2): Nach früher verdienter Führung durch Arne Rühmann, der eine Vorlage von Arne Steltner aus drei Metern ins Tor schoss (12.), kehrte bei den Hausherren der Schlendrian ein. Als sich dann auch noch individuelle Schnitzer einschlichen, lagen die Gäste durch Pasqual Rüdiger (31.) und Christian Fischer (35.) nicht einmal unverdient mit 2:1 in Führung. Nach dem Wechsel begann jedoch ein Sturmlauf auf das Neumünsteraner Tor. Steltner an die Latte (44.), Rühmann an den Innenpfosten (70.) sowie Oliver Christ, dessen Schuss von der Linie gekratzt wurde (75.) und Benjamin Wildberger, der am leeren Tor vorbeischoss (80.), vergaben jedoch beste Möglichkeiten. Am Ende durften die Hausherren froh sein, zumindest noch einen Punkt gerettet zu haben, als Wildberger im Nachschuss traf (85.).
TSV Lütjenwestedt: Fuchs – Hadenfeldt – Musfeldt, Hansen – Baasch, Schröder (78. Baier), Rühmann, Volkmann, Siebert (61. Wildberger) – Steltner, Jens (64. Christ).
Gut Heil Neumünster: Spantig – Sv. Schümann – Rogge, Mathes – Walter, Mahlo, Hartmann, Marco Knobel, Rüdiger – Fischer, Rüschmann. mcf
Nortorfs Söhnke Klages schaut sich die Szene genau an, in der sein Mitspieler Steffen Ruwolt (Mitte) von Ferid Fatnassi mit einem langen Bein zu Fall gebracht wird. Foto LühnQuelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 08.11.2004