Knoten soll gegen Nortorf platzen

Fußball-Bezirksliga: Türkspor muss Sonnabend (15 Uhr) gegen Tabellenführer BTSV antreten

Neumünster – David gegen Goliath heißt es am Wochenende in der Fußball-Bezirksliga, wenn der abstiegsbedrohte Aufsteiger Neumünster Türkspor gegen den Tabellenführer Büdelsdorfer TSV antreten muss. Nicht minder deutlich scheinen die Rollen beim Kreisderby des Tabellenletzten Gut Heil Neumünster gegen den Aufstiegsaspiranten TuS Nortorf verteilt zu sein.
    Von Michael Felke

Neumünster Türkspor – Büdelsdorfer TSV (Sonnabend, 15 Uhr) – Personell muss Türkspor-Trainer Cetin Bay wieder jonglieren, denn neben Libero Mustafa Karanfil (Knöchel) wird auch Manndecker Aydin Celik (Grippe) ausfallen. Zwar stehen mit Cüneyt Ergel als Abwehrchef und Ali Ates sowie dem A-Jugendlichen Yahya Sucu als Verteidiger bereits erprobte Spieler als Ersatz zur Verfügung. Doch die Hauptaufgabe bürdet sich der Trainer selbst auf. Als Spieler vor der Abwehr schnürt Trainer Cetin Bay die Stiefel und will die Kreise des Büdelsdorfer Spielmachers Ferid Fatnassi einengen. „Wir haben zuletzt nicht schlecht gespielt, aber gegen Mannschaften verloren, die zu schlagen sind. Am Sonnabend kann das gerne anders sein“, sagt Bay.
    Aufgrund der Büdelsdorfer Verletztenliste scheinen diese Ambitionen günstig wie nie zu sein. Neben Manndecker Andreas Storch (verhindert) und Torjäger Bernd Thiessen (Zahn-OP) fehlen auch Dirk Fischoeder (Bund), Lasse Stocks, Torge Korbjuhn (beide Sprunggelenk), Oliver Fedder, Henning Schröder (beide Knie) und Christian Fanter (Schulter). Dafür rücken Defensivakteur Mirco Brunner sowie die Angreifer Nils Diekmann oder Nils Ole Behrmann in das Team. Um den Neumünsteraner Stürmer Bekir Sari soll sich Dennis Rechner kümmern. „Wir haben im Augenblick viel Spaß und wollen die gute Stimmung mit ins Spiel nehmen“, sagt BTSV-Trainer Patrick Nöhren.
    HZ-Tipp: Der BTSV rauft sich gegen engagierte Gastgeber zusammen und hat das Glück des Tüchtigen – 1:2.
    

Gut Heil Neumünster – TuS Nortorf (Sonnabend, 15 Uhr):
Ohne Punkte blieb Gut Heil in den letzten sieben Spielen und verzeichnete mit 5:25 Toren zudem noch ein desolates Torverhältnis. Sorglosigkeiten in der Abwehr und ein scheinbar immer schwächer werdender Sturm, der nur ein Tor in den letzten 360 Minuten zustande brachte: So agiert ein Absteiger. Für Trainer Thomas Hinrichsen bleibt die Hoffnung, dass die Durststrecke bald ein Ende hat, denn das rettende Ufer ist bei lediglich vier Punkten Rückstand immer noch in Sichtweite.
    Nach dem deutlichen 6:1 gegen den SV Wasbek hat der TuS Nortorf kaum Anlass, die Aufstellung zu ändern. „Allerdings war wieder einmal nur eine Halbzeit stark. Im ersten Abschnitt konnten wir froh sein, dass Wasbek seine Torjäger nicht an Bord hatte“, sagt TuSLigaobmann Timo Görlitz. „Auf dem kleinen Platz sind die schnell vor unserem Tor und bekommen so Möglichkeiten.“ Nicht dabei sind Stephan Krug (Meniskus) und Ersatztorwart Hendrik Boller (beruflich verhindert). Vorjahr: 3:3.
    HZ-Tipp: Nach einer frühen Führung bekommt Nortorf die Räume, die der Angriff braucht – 0:4.
    

TSV Selent – FT Eider Büdelsdorf II (Sonnabend, 15 Uhr)
– Nach zwei mittelprächtigen Spielen, die aber immerhin noch gewonnen werden konnten, ist FT-Trainer Jens Schuckel schon mit einem Punkt zufrieden. Damit das auch gelingt, soll das Selenter Brüderpaar Bünzen von Oliver Drescher und Lutz Fleischer kalt gestellt werden. Nicht dabei ist Thorsten Bohl (Dienst), der von Mathias Bodtke ersetzt wird. Zudem kann die Reserve mit Ligaverstärkung rechnen. Neben allen U24-Spielern aus der Liga, die theoretisch einsetzbar sind, können auch alle Akteure, die am Freitag nicht im Oberliga-Team eingesetzt wurden, bei der Zweiten auflaufen.
    HZ-Tipp: Büdelsdorf wird mehr gefordert als zuletzt und steigert sich – 1:3.
    

SV Wasbek – Wiker SV (Sonnabend, 15 Uhr) – Ein weiteres Mal muss SVW-Trainer Michael Meyer mit dem Handicap fertig werden, das Sturmduo Peter und Paul Wrzeszinski nicht einsetzen zu können (bei- de Dienst). „Ich werde die Startelf aus dem letzten Spiel auflaufen lassen, damit die Jungs das, was sie verbockt haben, wieder gutmachen können. Immerhin haben wir 50 Minuten sehr guten Fußball geboten, sind dann aber völlig eingebrochen“, erklärt Wasbek-Coach Michael Meyer. Sollte der angeschlagene Manndecker Jan Linnemann (Wade) einsetzbar sein, soll er die Kreise von WSV-Stürmer Enes Hoday einengen. Ansonsten stehen Ralf Hilmers und Jürgen Fehmer für diese Sonderaufgabe zur Verfügung.
    HZ-Tipp: Aufgrund der Kampfkraft kann Wasbek zumindest einen Punkt ergattern – 1:1.
    

Fortuna Bösdorf – TSV Lütjenwestedt (Sonnabend, 15 Uhr) – Auch wenn Till Lakatsch (Bluterguss), Oliver Christ (Bänderdehnung) und Adrian Meingast (Knöchel) nicht dabei sind, glaubt TSV-Spielertrainer Arne Steltner an seine Chance. „Wir trainieren bereits seit 14 Tagen drei Mal die Woche und haben deshalb Fortschritte gemacht. Leider hat es gegen Lütjenburg (4:4) noch nicht zu einem Sieg gereicht.“
    HZ-Tipp: Die gezielten Fernschüsse des TSV verfehlen nicht ihr Ziel – 1:3.
    

VfR Laboe – TS Einfeld (Sonnabend, 16 Uhr) – Die Mannschaft der Stunde ist nach wie vor der TS Einfeld, der sechs Siege in Folge verbuchen konnte. Damit das auch in Laboe so bleibt, soll vermehrt über die Außenbahnen agiert werden. Für die rechte Seite wäre da der wieder genesene Sascha Schneewolf ein Kandidat. Um den Laboer Torjäger Nils Faber soll sich „Mister Zuverlässig“ Sven Esemann kümmern, der ein Mann für Sonderaufgaben ist. Nicht dabei sind nach wie vor Andre Harm (Bänderriss), Marcel Hamann und Michael Kaminski (beide Bund). Fraglich ist wiederum der Einsatz von Mittelfeldakteur Radoslav Dziurzynski (Leiste).
    HZ-Tipp: Einfeld hat einen Lauf und kann sich auf seinen Torjäger Tomek Wrzeszinski verlassen – 0:2.
    

SpVg Eidertal-Molfsee II – TuS Rotenhof (Sonntag, 15 Uhr) – Lang ist die Liste der Molfseer Spielerausfälle ausgerechnet vor dem wichtigen Spiel gegen Rotenhof. „Mir fehlen gleich zehn Spieler am Sonntag, und Dienstag hatte ich nur sechs Mann beim Training. Wer soll da noch spielen?“ will Eidertals Trainer Jürgen Herdel auf Alt-Herren-Spieler zurückgreifen, damit die „Big-Points“ in Molfsee bleiben. Vorjahr: 4:3.
    HZ-Tipp: Ein zusammengewürfeltes Eidertaler-Team hat gegen das Rotenhofer Kollektiv keine Chance – 0:3.

In blendender Form und spurtstark: Der Nortorfer Thies Kieksee lässt seine Gegner einfach stehen. Foto Stark

Quelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 15.10.2004