Eisenbahner vor dem Sturz in die Kreisliga

Fußball-Bezirksliga: Gut Heil Neumünster muss gegen den TuS Nortorf gewinnen


Neumünster – Am Abschluss-Spieltag der Fußball-Bezirksliga sind alle Augen auf zwei Spielorte fixiert, an denen die letzte offene Abstiegsfrage beantwortet wird. Gut Heil Neumünster (39 Punkte, -28 Tore, Platz 14) muss unbedingt gegen den TuS Nortorf gewinnen, um alle Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. Bei einem Sieg der SpVg Eidertal-Molfsee II (39 Punkte, -13 Tore, Platz 13) beim TuS Holtenau wären jedoch sämtliche Bemühungen der Neumünsteraner für die Katz. Allerdings: Sollte dem VfB Lübeck (Amateure) am Sonntag der Aufstieg in die Oberliga gelingen, wären auch die Eisenbahner gerettet. Praktisch alles gelaufen ist für den Büdelsdorfer TSV. Nur bei einem Punktverlust des TSV Klausdorf gegen den Absteiger TSV Flintbek würde der BTSV – einen eigenen Sieg beim TSV Lütjenwestedt vorausgesetzt – doch noch aufsteigen (alle Spiele Sonnabend, 15 Uhr).
    

Gut Heil Neumünster – TuS Nortorf:
Ausgerechnet die beiden Ortsrivalen kreuzen am so wichtigen letzten Spieltag die Klingen, an dem die Gäste zum Totengräber für den Aufsteiger werden können. Für die Hausherren gibt es kein Taktieren mehr, denn nur ein Sieg wahrt alle Chancen, den Sturz in die Kreisliga zu verhindern. Und auch wenn Nortorf in 18 Spielen 15-mal siegreich war, ist den Gastgebern nicht bange. Trainer Thomas Hinrichsen gelang auch gegen den Titelträger ASV Dersau, wo der Coach die Trickkiste weit öffnete, ein nie für möglich gehaltener 2:1-Erfolg. Auf Nachbarschaftshilfe jedenfalls darf Gut Heil nicht hoffen. „Es wird keine Geschenke geben. Wir wollen einen klaren Sieg und noch auf den vierten Platz vorrücken“, erklärt TuS-Ligaobmann Timo Görlitz. Zwar fehlt neben Hannes Drews, Andrej Nebert sowie Lars Gudjons mit Lars Redmann und Dennis Granert auch noch die komplette Innenverteidigung, doch Nortorf kann variieren. Torsten Grimm und eventuell Malte Rathgen aus der A-Jugend könnten diese Lücken schließen. Hinspiel: 5:4 für Nortorf. HZ-Tipp: Für Gut Heil geht es um Alles –1:0 für Neumünster.
    

TuS Holtenau – SpVg Eidertal-Molfsee II: Auf vielen Positionen müssen die Gäste ihre Formation ändern, die aber zumindest einen Punkt einfahren wollen. „Damit zwingen wir Gut Heil zu einem Sieg. Und das wird sicher sehr schwer für die“, erklärt Eidertals Trainer Thorsten Kinsky. Nicht mit dabei sind Malte Spieckermann (Schulter), Ralf Schramm (gesperrt) und Dennis Polenkowski (Dienst). Auf der Libero-Position wird Gerd Pallak auflaufen, während zwischen den Pfosten Arne Münnich stehen wird. Ob Michael Paul nach seiner Zerrung die Fäden im Mittelfeld ziehen wird, ist fraglich. Dafür sind im Angriff Gunnar Grosch und Vullnet Latifi gesetzt. Hinspiel: 1:0 für Molfsee. HZ-Tipp: Eidertal ist wesentlich motivierter und bringt sich in Sicherheit – 1:3.
    

TSV Lütjenwestedt – Büdelsdorfer TSV: Nicht nur Daniel Baier fehlt den Gastgebern im Kreisderby, sondern auch noch Arne Steltner (Dienst) und voraussichtlich Arne Rühmann (privat). Ohne die torgefährliche Mittelfeldachse, die zusammen 50 Tore erzielte, wird es für die Hausherren schwer werden, das bekannt variantenreiche Spiel aufzubauen. „Wir haben aber mit Thore Lohse und Horst-Dieter Zetel guten Ersatz“, meint Spielertrainer Steltner. Zudem macht Alt-Liga-Spieler Zetel an diesem Tag sein 1000. Pflichtspiel für den TSV Lütjenwestedt und wird von Beginn an auflaufen. „Ein schöner Saisonabschluss für uns. Ein Spiel gegen den Tabellendritten, ein Ortsderby und ein Jubiläumsspiel“, so Steltner. Aber selbst ein volles Haus wird den BTSV nach dem so gut wie verpassten Aufstieg nicht trösten können. „Schön, die Ausgangssituation ist schlecht. Aber noch ist nicht alles entschieden. Die theoretische Minimalchance wollen wir mit einem Sieg erhalten“, erklärt BTSVTrainer Axel Truschkowski. Bei Büdelsdorf fehlen Bernd Thiessen (ortsabwesend), Marten Kirstein (Hüfte), Timo Lardong (Rücken) und Axel Mahnkopf (Praktikum). Hinspiel: 3:2 für Lütjenwestedt. HZ-Tipp: Lütjenwestedt entwickelt Spaß am Spiel, der BTSV hat die Saison abgehakt – 4:1.
    

TSV Klausdorf – TSV Flintbek:
„Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und uns achtbar aus der Affäre ziehen“, erklärt Flintbeks Trainer Frank Wüllner. Beim Aufstiegsaspiranten, der noch einen Punkt braucht, hängen die Trauben ohnehin hoch. Zudem stellen die Gastgeber den schussstärksten Angriff, während Flintbek die zweitschlechteste Abwehr der Liga hat. Um Torjäger Sascha Thomsen soll sich Jörg Günther kümmern, um Spielgestalter Dennis Troiciewicz Stefan Suhiater. Nicht dabei sind Sönke Schuster (Nasenbeinbruch), Timo Paustian (Knöchel) und Sven Brandenburg (Dienst).
    Hinspiel: 10:2 für Klausdorf. HZTipp: Flintbek wird die Klausdorfer Partystimmung nicht trüben können – 4:1 für Klausdorf.
    

SV Wasbek – TuS Rotenhof: „Es geht für beide um nichts mehr, doch für uns wäre ein positiver Saisonabschluss schön“, meint SVW-Trainer Michael Meyer. Nicht dabei sind Oliver Lage (Dienst) und David von der Mehden (EM in Portugal). Gegen den Rotenhofer Angreifer Nico Messer wird Jan Linnemann spielen, die frei gewordenen Plätze im Mittelfeld werden Dogan Sari und Jürgen Fehmer einnehmen. Hinspiel: 3:1 für Rotenhof. HZ-Tipp: Wasbek gelingt die Revanche – 3:1. mcf

Quelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 12.06.2004