Streit um einen Nichtabstiegsplatz

Fußball-Bezirksliga: Gut Heil und Eidertal brauchen jetzt jeden Punkt


Neumünster/Molfsee – Im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga hat sich die Lage zugespitzt. Mit Gut Heil Neumünster und der SpVg Eidertal/Molfsee II streiten gleich zwei Holsteiner Teams um den 13. Platz. Allerdings gibt auch dieser Rang nicht die absolute Sicherheit, vor dem Abstieg gefeit zu sein. Sobald mehrere Verbandsliga-Teams in den Bezirk Ost absteigen, tritt die gleitende Skala in Kraft und neben den vier Regelabsteigern treten noch weitere Vereine den Weg in die Kreisliga an.

Büdelsdorfer TSV – TSV Flintbek (heute, 15 Uhr): Auch wenn beim BTSV mit Christian Fanter (OP), Lasse Stocks (Knöchel), Marten Kirstein (Leiste), Timo Lardong (Rü- cken ) und voraussichtlich Christoph Skoruppa (Schleimbeutel) gleich fünf Spieler ausfallen, wird Trainer Axel Truschkowski nach der letzten blamablen Vorstellung die personellen Ausfälle nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Ich habe diese Woche hart trainieren lassen und der Mannschaft die Leviten gelesen. Es ist immer wieder eine Sache der Einstellung, denn jeden Sieg muss man sich erarbeiten und sich jede Woche neu beweisen“, er- klärt der BTSV-Coach ein wenig enttäuscht. Schließlich hatte seine Elf die einmalige Gelegenheit, auf den zweiten Tabellenplatz vorzurücken, doch Undiszipliniertheiten am Vorabend des Punktspiels gegen Eidertal führten dann zur nicht einkalkulierten Schlappe. „Jetzt erwarte ich, dass die Mannschaft Charakter zeigt“, sagt Truschkowski. Sollte jedoch wie im Hinspiel gegen Flintbek der Schlendrian Einzug halten, als der BTSV zur Pause 3:4 zurücklag, kann der Aufstieg ad acta gelegt werden. TSVF-Trainer Frank Wüllner würde das hingegen gelegen kommen. „Wir testen jetzt die Mannschaft für die nächste Saison aus und freuen uns über jeden Punkt.“ Für Marc Wichmann (Dienst) wird Sascha Hardekopf die Liberoposition einnehmen. „Ansonsten spielen wir mit der stärksten Mannschaft.“ Um die drei BTSV-Torjäger Dirk Fischöder (18 Tore), Thomas Eichler (15) und Tom Gerberding (15) sollen sich Sönke Schuster, Henning Böhlmann und Christoph Wellnitz kümmern. Im Angriff wird neben Sven Brandenburg ein mannschaftsdienlicher und disziplinierter Akteur seine Chance erhalten. Hinspiel: 8:4 für Büdelsdorf. HZ-Tipp: Ein geläuterter BTSV versucht alles, tut sich aber schwer – 3:2.

TuS Holtenau – SV Wasbek (heute, 15 Uhr): Seit zwei Jahren hat der SVW nicht mehr gegen die Holtenauer gewonnen und ist deshalb besonders motiviert. Vor allem die letzten guten spielerischen Ansätze und der Sieg gegen das Spitzenteam des TSV Klausdorf (2:1) haben Selbstvertrauen gegeben, sodass man sich in Kiel einiges ausrechnet. Da soll auch der Ausfall von Spielgestalter Oliver Lage (Dienst) nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Damit die Holtenauer gar nicht erst in Fahrt kommen, wird deren Ideengeber Peter Kielhorn von Jürgen Fehmer und Torjäger Olaf Engelhardt (18 Tore) von Ralf Hilmers beschattet. Hinspiel: 2:2. HZTipp: Wasbek erteilt dem Team vom Kanal eine Lektion – 0:3.

Gut Heil Neumünster – VfR Laboe (heute, 15 Uhr): Trotz der ziemlich prekären Lage lässt Gut Heil die Köpfe nicht hängen. „Wir haben noch fünf Spiele gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel. Gewinnen wir die, sieht alles anders aus“, meint Ligaobmann Günther Lütje. Nicht mit von der Partie gegen Laboe sind Pierre Walter und Patrick Matthes. Dafür stehen mit Dietmar Brüssow und Christian Strietzel wieder beide Torhüter zur Verfügung. Egal, wie die Saison für die Neumünsteraner zu Ende geht: Trainer Thomas Hinrichsen wird auch im nächsten Jahr die Geschicke von Gut Heil lenken. Hinspiel: 2:1 für Neumünster. Serie: Gut Heil ist seit 211 Minuten ohne eigenen Torerfolg. HZ-Tipp: Gut Heil spielt einfachen Fußball mit Herz und nutzt die letzte theoretische Chance auf den Klassenerhalt – 3:1.

TSV Lütjenwestedt – SpVg Eidertal-Molfsee II (Sonntag, 14 Uhr): Ohne Personalprobleme kann der TSV auflaufen, der seine Aufstellung nur auf einer Position ändern wird. Im Angriff wird voraussichtlich Matthias Kuchenbecker von Beginn an neben Spieltrainer Arne Steltner zum Einsatz kommen. Damit wäre das torgefährlichste Dreigestirn der Liga wieder beisammen. Steltner (23 Tore), Kuchenbecker (17) und Arne Rühmann (14) erzielten 54 der insgesamt 78 Lütjenwestedter Tore. „Gegen Eidertal werden wir Pressing spielen, um den Gegner zu Fehlern zu zwingen“, erklärt Steltner, der sich darüber freut, dass seine Abwehr inzwischen erheblich sattelfester geworden ist. Libero Timo Meyer gefällt durch starkes Stellungsspiel und kompromisslose Aktionen. Zudem sind die Manndecker effektiver geworden. Gegen die erstarkten Eidertaler kann sich vor allem die Defensivabteilung ein weiteres Mal beweisen. Allerdings weiß Molfsees Trainer Thorsten Kinsky noch nicht, welche Spieler ihm zur Verfügung stehen. Sicher ist nur, dass Matthias Johannsen (Muskelfaserriss) fehlt, während Vullnet Latifi und Ralf Schramm in den Kader zurückkehren. „Ich denke, dass schon das Unentschieden aus dem Hinspiel zeigt, dass wir auch so ebenbürtig sind“, ist Kinsky optimistisch. Um die Torfabrik der Gastgeber sollen sich die Defensivakteure Andreas Breitsprecher, Malte Spieckermann und Bernd Jansen kümmern. Hinspiel: 1:1. Serien. Lütjenwestedt gewann drei Mal, Eidertal zwei Mal in Folge. HZ-Tipp: Lütjenwestedt ist zu Hause eine Macht und ein „Knipser“ trifft immer – 4:1.

TuS Nortorf – SV Ellerbek (Sonntag, 15 Uhr): Den Nortorfern schwillt noch heute der Kamm, wenn an das Hinspiel in Ellerbek gedacht wird. Damals schlug ein Ellerbeker dem TuS-Torwart Stefan Fischer den Ball aus der Hand, was den 1:1 Ausgleich bedeutete. TuSLigaobmann Timo Görlitz denkt jedoch an erster Linie an das Auftreten der Ellerbeker. „Man muss vor denen den Hut ziehen, was die im Sinne des Sports leisten. Nicht jeder würde sich jede Woche eine deftige Niederlage gefallen lassen. Allerdings“, so Görlitz weiter, „wir dürfen Ellerbek nicht unterschätzen. Wir wollen die 50 Punkte voll machen.“ Für den angeschlagenen Libero Frank Behrens könnten Jörg Scherbath oder Lars Redmann zum Einsatz kommen. Nicht dabei ist Simon Quandt (Knöchel), während Hassan Yaafar wieder zum Kader stößt. Serie: Nortorf ist seit acht Spielen ungeschlagen. HZ-Tipp: Alles andere als ein deutlicher Sieg des TuS wäre eine Überraschung– 7:0. mcf

Quelle: KN - Holsteiner Zeitung vom 08.05.2004